Lotto-Pokal

Schwarzenbek im Achtelfinale: „Größtes Spiel ihrer Karriere“

Beim Vierlandencup 2016 zeigt Lucas Scheunemann seine Flugkünste. 2018 hat er seine Karriere beendet, im Pokal muss er nochmal aushelfen.

Beim Vierlandencup 2016 zeigt Lucas Scheunemann seine Flugkünste. 2018 hat er seine Karriere beendet, im Pokal muss er nochmal aushelfen.

Foto: Hanno Bode

Highlight für Schwarzenbeks Bezirksliga-Fußballer: Im Lotto-Pokal empfangen sie Oberligist SV Rugenbergen.

Schwarzenbek. Vor rund 18 Monaten hat Lucas Scheunemann im Alter von gerade mal 25 Jahren seine Torwart-Handschuhe aus zeitlichen Gründen an den Nagel gehängt. Seinem Verein, dem SC Schwarzenbek, blieb er trotzdem treu. Beim Fußball-Bezirksligisten war er erst Torwart- und ist jetzt Athletik-Trainer. Doch am heutigen Sonnabend muss der inzwischen 27-Jährige noch einmal zwischen die Pfosten. Mit Moritz Leibold und Florian Hansen stehen gleich beide Torhüter nicht zur Verfügung.

Damit kommt Scheunemann in den Genuss des größten Spiels der jüngeren Vereinsgeschichte: Die Schwarzenbeker empfangen im Achtelfinale des Lotto-Pokals den zwei Klassen höher angesiedelten Oberligisten SV Rugenbergen (Anpfiff 13 Uhr, Schützenallee).

Der Aushilfskeeper ist mit seinen 87 Landesliga-Einsätzen der erfahrenste Schwarzenbeker. „Für viele andere ist es das größte Spiel ihrer Karriere“, betont SCS-Trainer Sven Reinke und ergänzt: „Wir haben ja noch eine junge Mannschaft.“

„Meine Spieler sind aufgeregt genug“

Für die Partie, deren Austragung bis Redaktionsschluss nichts im Wege stand, haben die Europastädter mit Hardy Schümann sogar extra einen Stadionsprecher organisiert. Ansonsten verzichten die Gastgeber aufs große Brimborium. „Meine Spieler sind auch so schon aufgeregt genug“, weiß Reinke.

Auf eine Beobachtung der Gäste aus Bönningstedt hat der Coach verzichtet, denn: „Im Verhältnis zu uns haben sie keine Schwächen. Es kommt sowieso nur auf uns an. Wir dürfen nicht vor Angst erstarren und müssen an unsere Chance glauben.“

In Konkurrenz zum HSV

Dabei hoffen die Schwarzenbeker auf eine ordentliche Kulisse – obwohl sie in Konkurrenz zum HSV stehen, der zeitgleich in der 2. Liga spielt. „Der HSV hat ein einfaches Ligaspiel. Bei uns gibt es ein echtes Highlight, Bier und Wurst zu erschwinglichen Preisen – und Jungs, die mit ganzem Herzen für ihren Verein sind“, rührt der SCS-Trainer die Werbetrommel.

Mit dem SV Rugenbergen kommt ein etablierter Oberligist an die Schützenallee. Der Tabellenzwölfte, der am westlichen Hamburger Stadtrand beheimatet ist, spielt seit zehn Jahren ununterbrochen in der höchsten Klasse der Hansestadt. Und zumindest Manager Andreas Lätsch kennt auch den Platz in Schwarzenbek. „Da habe ich selbst mal gespielt. Das ist zwar 20 bis 30 Jahre her, aber wir werden den Weg schon finden“, sagt Lätsch, der schnell auf klare Verhältnisse hofft. Scheunemann und Co. werden alles dafür tun, dass es nicht so weit kommt.