Tischtennis

TSV Schwarzenbek kassiert 1:6-Pleite

Holten im Doppel den einzigen Punkt für den TSV Schwarzenbek: Frederik Spreckelsen (links) und Sören Wegner.

Holten im Doppel den einzigen Punkt für den TSV Schwarzenbek: Frederik Spreckelsen (links) und Sören Wegner.

Foto: Volker Koch

Durch die Niederlage gegen Ruhrstadt Herne sind die Schwarzenbeker auf den letzten Tabellenplatz in der 3. Bundesliga abgerutscht.

Schwarzenbek. Wie ein Häufchen Elend saß Daniel Kleinert auf seinem Stuhl und schaute ins Leere. Gerade hatte die Nummer zwei des TSV Schwarzenbek sein Einzel gegen Nicholas Tio sang- und klanglos mit 0:3 verloren. Auch seine Mitspieler beim Tischtennis-Drittligisten, die Zwillinge Frederik und Moritz Spreckelsen sowie Routinier Sören Wegner, schauten bedröppelt drein: so, als würden sie selbst nicht mehr an die Chance glauben, dieses so wichtige Duell im Kampf um den Klassenerhalt für sich zu entscheiden. Dabei führten die Gäste vom TTC Ruhrstadt Herne zu diesem Zeitpunkt lediglich mit 2:1.

Nur wenige Meter weiter war die Stimmung eine ganz andere. Die Herner lachten, machten Späße und zeigten sich siegesgewiss. Und das, wie sich zeigte, zu Recht: Das Team aus der Ruhrstadt, das am Vortag bereits den SV Siek mit 6:4 geschlagen hatte, gewann vor gut 100 Zuschauern in der Halle Nordost mit 6:1. Die Schwarzenbeker haben dadurch die Rote Laterne in der Tabelle übernommen.

An die Grenzen gekommen

Das Europastädter Modell, als einzige Mannschaft der drei höchsten Spielklassen mit drei Eigengewächsen und nur einem externen Spieler, Abwehrspezialist Kleinert, anzutreten, stößt aktuell an seine Grenzen. Vereine wie der TTC Ruhrstadt können hingegen finanziell nachlegen. Da wird dann mal eben für den Doppelspieltag Adar Alguetti eingeflogen – ein 20-Jähriger aus dem US-Bundesstaat New Jersey, der für das Team USA spielt.

Gegen Schwarzenbek trat er neben seinem Landsmann Nicholas Tio im oberen Paarkreuz an. Michael Tauber, ein Israeli, rutschte dadurch ins untere Paarkreuz. „Der ist für unten viel zu stark“, sagte TSV-Betreuer Thorsten Kleinert. Vierter im Bunde bei den Gästen war der Serbe Uros Gordic. Nationale Nachwuchsförderung sieht anders aus. „Als der TTC Ruhrstadt seine Spieler verpflichtet hat, wussten die wahrscheinlich nicht mal, wo Herne liegt“, unkte ein Zuschauer.

0:3 als Standardergebnis

Dass die Europastädter derartig chancenlos waren, überraschte dennoch. Den einzigen Punkt holten im Doppel Frederik Spreckelsen und Sören Wegner, die Tio/Gordic mit 3:2 bezwangen. Moritz Spreckelsen und Daniel Kleinert verloren hingegen 0:3. Das war auch das Standardergebnis in den Einzeln. Lediglich Frederik Spreckelsen gelang es, gegen Alguetti einen Satz zu gewinnen. Kein Wunder, dass Trainer Mirsad Fazlic feststellte: „So hat uns noch keiner weggehauen.“

Da war es ein schwacher Trost, dass Kleinert in seinem zweiten Einzel gegen Alguetti nach Sätzen 1:1 ausglich. Da Frederik Spreckelsen gegen Tio am Nachbartisch mit 0:3 verlor, war das Spiel beim Stand von 1:6 beendet. „Das ging heute zu schnell. Auch wenn der Gegner stärker war als in der Hinrunde, muss man am Ende Spiele gewinnen, um die Klasse zu halten“, resümierte Moritz Spreckelsen.