Handball

Robuste Aumühler besiegen Federgewichte aus Sieverstedt

Fynn Schoor (links) zerrt heftig am Trikot von Aumühles Jonas Deelmann.  Lennard Dahlhoff schaut zu.

Fynn Schoor (links) zerrt heftig am Trikot von Aumühles Jonas Deelmann. Lennard Dahlhoff schaut zu.

Foto: Hanno Bode

Neuzugang Jonas Deelmann zeigte, dass er eine große Verstärkung für den TuS Aumühle-Wohltorf ist.

Aumühle. Der Weg zum Tor schien für Jonas Deelmann versperrt. Gleich zwei Gegenspieler stellten sich dem Kreisläufer des TuS Aumühle-Wohltorf in der 45. Minute der Handballpartie der Schleswig-Holstein-Liga gegen den TSV Sieverstedt in den Weg. Besser gesagt: sie versuchten es. Denn das Kraftpaket der „Füchse“ schob sich anscheinend mühelos durch sie hindurch und vollendete mit einem präzisen Wurf zum 21:15. „Ja“, platzte es danach aus der Nummer 44 der Hausherren heraus, der den Gästen wie eine Naturgewalt vorgekommen sein muss.

Seiner Wucht hatten die Akteure des Abstiegskandidaten zu keinem Zeitpunkt etwas entgegenzusetzen. „Er ist schon eine ordentliche Verstärkung, ein unangenehmer Spielertyp, der auch charakterlich sehr gut zu uns passt“, sagte Aumühles Coach Arne Schneider über seinen früheren Teamkameraden bei der HG Hamburg-Barmbek. Vier Treffer steuerte Deelmann zum 32:21 des TuS bei. Noch wichtiger als seine Tore war jedoch sein robuster Einsatz. Immer wieder schuf er für seine Nebenleute Räume, indem er Gegenspieler sperrte.

Schwer- gegen Federgewichte

Einzig mit der Abwehrarbeit des Kreisläufers, der im Dezember vom Oberligisten TV Fischbek zu den „Füchsen“ gekommen war, zeigte sich sein Trainer nicht ganz einverstanden: „Da fehlt noch etwas das Fine Tuning.“ Gegen die junge Sieverstedter Mannschaft fiel dieser Umstand allerdings nicht entscheidend ins Gewicht. „Wir sind den meisten Teams in der Liga körperlich überlegen. Aber heute war der Unterschied schon extrem“, sagte Schneider. Tatsächlich ähnelte das Duell teilweise einem Boxkampf zwischen einem Schwer- und Federgewichtler.

Nur im ersten Abschnitt gelang es den Gästen einigermaßen, ihre physische Unterlegenheit durch eine offensive Deckung wettzumachen. Doch das kostete viel Kraft und war eigentlich auch nur halbwegs erfolgreich, weil der TuS ein paar freie Würfe zu viel vergab. „Wir haben sie in der ersten Hälfte am Leben gelassen, hätten zur Pause auch schon mit 19:10 führen können“, erklärte Schneider.

Trainer sehr zufrieden

So aber stand es nach 30 Minuten nur 13:10 für die „Füchse“. Nach der Halbzeit konnte Sieverstedt durch Philipp Jürgensen sogar auf zwei Tore verkürzen (14:16/37.). Doch nun agierten die vom guten Mittelmann Kevin Karzek (Schneider: „Er wird immer besser“) angeführten Aumühler wieder konzentrierter und brachten ihre handballerischen und körperlichen Vorteile eindrucksvoll zur Geltung. Spätestens mit dem 24:17 von Deelmann (51.) war die Partie entschieden. Hernach ließen die Sieverstedter ihre (schmalen) Schultern hängen. „Ich bin mit der Entwicklung insgesamt sehr zufrieden“, lobte Schneider.

TuS-Tore: Erik Hahn (6/5), Lennard Thomsen (5), Jonas Deelmann (4), Kevin Karzek, Fabio Dehling, Eric Schlüter (je 3), Timo Kretzschmar, Christoph Schlüter, Marvin Schulz (je 2), Finn Kröpke (1).