SC Vier- und Marschlande

Die volle Konzentration des Vereins gilt jetzt der „Ersten“

Trainer Thorsten Beyer erlebte mit seinem Team einen Rückschlag: 0:8 gegen Voran Ohe.

Trainer Thorsten Beyer erlebte mit seinem Team einen Rückschlag: 0:8 gegen Voran Ohe.

Foto: Hanno Bode

Ganz bittere 90 Minuten erlebten die Fußballer des SC Vier- und Marschlande beim 0:8 im Testspiel gegen Voran Ohe. Trotzdem gibt es große Pläne.

Kirchwerder. Ausgerechnet am Tag nach der 0:8-Testspiel-Schlappe gegen den FC Voran Ohe war gestern beim Fußball-Bezirksligisten SC Vier- und Marschlande der Sponsoren-Tag angesetzt. Doch SCVM-Trainer Thorsten Beyer hatte keine Mühe, mögliche Bedenken hinsichtlich der Zukunftsperspektiven seines Teams zu zerstreuen. Mit jungen Talenten soll es schnell aufwärts gehen. „Ewig Zehnter oder Zwölfter zu werden, ist nicht mein Anspruch“, stellt er klar, „es sollte auch nicht der Anspruch des Clubs sein.“

„Erste“ genießt jetzt Priorität

Um künftig wieder an erfolgreichere Zeiten anknüpfen zu können, wurde im Winter eine Grundsatzentscheidung getroffen, die letztlich dazu führte, dass Beyer bei den „Deichkickern“ verlängerte: Ab sofort soll die volle Konzentration des Vereins wieder der „Ersten“ gelten. Vor allem wenn es um die Kaderplanung geht, soll die ,Erste’ Priorität genießen. „Der Fokus seitens des Vorstands liegt ganz klar bei der 1. Liga“, streicht Abteilungsleiter Siegfried Niemand heraus. „Der SCVM wird wieder mehr auf Leistungsfußball ausgerichtet sein“, stellt Beyer zufrieden fest. Wohlgemerkt ohne dabei, wie früher unter Trainer Olaf Poschmann, ein festes Aufstiegsziel für eine bestimmte Saison auszugeben. „Wir wollen zurück in den Bereich, wo man um die Aufstiegsplätze mitspielt“, formuliert es Niemand zurückhaltend.

Ab sofort in der Findungsphase

Schon in der kommenden Saison möchte Beyer mit seiner Elf in der Bezirksliga-Spitze mitspielen. Aktuell sind die Vier- und Marschländer Zehnter ohne große Perspektiven nach oben, aber bei neun Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auch ohne viele Sorgen nach unten. „Wir stehen besser da, als ich ursprünglich befürchtet hatte, ordnet er die Lage ein, „man muss bedenken, dass wir im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt gerade mal fünf Zusagen hatten.“ So dürfte der Rest der Saison so etwas wie eine Findungsphase für die junge Mannschaft werden. „Aber kommende Saison erwächst daraus ein Anspruch“, mahnt Beyer, der dann auch auf dreimaliges Training pro Woche umstellen möchte.

Silva und Scalisi sind weg

Nicht mehr mit dabei werden dann David Silva und Maurizio Scalisi sein, die in der vergangenen Woche Knall auf Fall ihren Abschied verkündeten und sich wieder ihrem ursprünglichen Verein Juventude anschließen werden. Die langen Fahrtwege sollen der Grund sein. „Wir danken ihnen dafür, dass sie die ersten Schritte unseres Weges mit uns gegangen sind“, sagt Beyer zurückhaltend, „aber ich hätte eine erwachsenere Art des Abschieds von ihnen erwartet. Unser Spieler Cenk Cicek hat sie oft aus Harburg mitgenommen, ich auch, da hätte ich mir mehr Respekt gewünscht.“

Nach 0:8-Pleite geht es nun gegen Bramfeld

Die Abgänge sollen nicht durch Neuzugänge kompensiert werden. Stattdessen sollen die Youngster im Kader zeigen, was sie drauf haben. Nach dem Testspiel gegen Voran Ohe zu urteilen, ist es noch ein weiter Weg. Mit einer Kaskade von Fehlern trugen die Vier- und Marschländer gegen gewohnt selbstbewusste Gäste viel zu ihrem 0:8-Debakel bei. „Können wir mal fünf Minuten auf Augenhöhe gestalten, bricht danach ein ganzes Kartenhaus zusammen“, musste Beyer frustriert erkennen.

Der SCVM-Coach lässt gern gegen höherklassige Teams testen. „Ich will, dass die Spieler voll fokussiert ins Spiel gehen, und dass es bestraft wird, wenn sie es nicht tun“, erläutert er sein Konzept. Entsprechend geht es am Sonntag nun zum Oberligisten Bramfelder SV (13 Uhr, Ellernreihe).
Torfolge gegen Ohe: 0:1 Luca Schulz (6.), 0:2 Robin Woost (8.), 0:3 Finn Busch (18./Eigentor), 0:4 Sebastian Kaufmann (24.), 0:5 Woost (30.), 0:6 Marco Braesen (65.), 0:7 Maxim Gassmann (68.), 0:8 Hauke Harrsen (75./Eigentor).