Handball-Oberliga

Lehrstunde für SG BVM von den „Luchsen“ um Laura Lübcke

Nervenstark vom Siebenmeterpunkt: die ehemalige Bergedorferin Laura Lübcke, jetzt SG Buchholz-Rosengarten II.

Nervenstark vom Siebenmeterpunkt: die ehemalige Bergedorferin Laura Lübcke, jetzt SG Buchholz-Rosengarten II.

Foto: Volker Koch

Beim Wiedersehen mit ihrer Ex-Spielerin erlebten die Handballerinnen der SG BVM ein Debakel. Es war ihre erste Heimniederlage.

Bergedorf. Weihnachten hatte Laura Lübcke mit den Oberliga-Handballerinnen der SG Bergedorf/Vier- und Marschlande gefeiert, obwohl sie seit Anfang Oktober für den Staffelkonkurrenten „Handball-Luchse“ Buchholz-Rosengarten II spielt. „Es war einfach Zeit für etwas Neues“, sagt sie rückblickend. Nun stand Lübcke wieder in der Halle am Ladenbeker Furtweg. Aber eben im Dress der Gegnerinnen! „Etwas mulmig war mir schon“, gibt sie zu, „aber es war sehr schön, auch weil meine Familie da war.“

Im Hinspiel war Lübcke mit zwölf Treffern die beste BVM-Torschützin gewesen, konnte die 30:38-Niederlage aber nicht verhindern. Im Rückspiel erteilte sie nun mit ihrem neuen Team den Bergedorferinnen eine Lehrstunde. Der 32:16-Erfolg war auch in dieser Höhe verdient. Die Buchholzerinnen rückten dadurch auf den dritten Tabellenplatz vor. Für die SG BVM war es die erste Heimniederlage der Saison. Sie steht als Siebter aber immer noch gut da.

Nur 15 Minuten mitgehalten

BVM-Coach Gunnar Weber, der immer wieder Einzelgespräche führte, konnte von außen gar nicht so viel korrigieren, wie bei seinem Team auf der Platte falsch lief. „Unmittelbar nach dem Spiel war ich sehr ärgerlich“, gibt er zu, „mittlerweile sehe ich es differenzierter: Es gibt einfach Tatsachen, die diese Leistung erklärbar machen.“ So konnten Julia Fürll und Torhüterin Sophia Kohn vorher wochenlang wegen Krankheit nicht trainieren und mit Chanelle Male­kenang (Fingerverletzung) fehlte eine absolute Leistungsträgerin.

Trotzdem hielten die Frauen der SG BVM zumindest anfangs gut mit (9:9/17.). Erst als sie die erste Zeitstrafe kassierten (Inke Steffen), einen Siebenmeter verwarfen (Clementine Stoll) und mit fahrigen Aktionen die „Luchse“ zu Tempo-Gegenstößen einluden, zogen diese mit einem 8:0-Lauf davon. „Ich hatte gehofft, dass wir uns in der zweiten Halbzeit noch einmal aufbäumen“, sagte Weber. Es blieb nur eine Hoffnung.

Lübcke verwandelt vier Siebenmeter

Und Laura Lübcke? Die hatte großen Anteil am Erfolg ihrer Mannschaft, vor allem weil sie Bergedorfs beste Rückraumwerferin Inke Steffen komplett aus der Partie nahm. Zudem verwandelte sie vier von sechs Siebenmetern und zimmerte in gewohnter Manier gleich ihren ersten Distanzwurf genau in den Winkel. So kehrt man zurück! Torfrau Sophia Kohn war ohne Abwehrchance. „Sophia und ich sind gut befreundet und haben vorher darüber geredet, wie seltsam es ist, gegeneinander zu spielen“, schildert Lübcke. Kohn revanchierte sich später und wehrte einen Siebenmeter ab. Zumindest ein kleiner Triumph an einem Tag, der für die SG BVM zum Vergessen war.
BVM-Tore: Clementine Stoll (9/3), Julia Fürll (3), Vanessa Peters, Kim Anderßon, Inke Steffen, Lia Müller (je 1).