RTN-Fassaden-Cup

DSV-Turnier: Erfolgsrezept „fliegender“ Torhüter

Geesthachts Torhüter Dennis Lohmeier wirft sich vor den heranstürmenden Sergej Jeriomenko (Atlantik 97) auf den Boden. Ömer Yalcin (rechts) kann nicht mehr eingreifen.

Geesthachts Torhüter Dennis Lohmeier wirft sich vor den heranstürmenden Sergej Jeriomenko (Atlantik 97) auf den Boden. Ömer Yalcin (rechts) kann nicht mehr eingreifen.

Foto: Volker Koch

Das mit Oberligaspielern aus Dassendorf und Curslack bestückte All-Star-Team hat den Titel beim Hallenturnier des Düneberger SV verteidigt.

Geesthacht. Süßigkeiten konnte Andreas Kreutzer irgendwann nicht mehr sehen. An drei Abenden hatte der Liga-Obmann des Düneberger SV knapp 150 Naschtüten für den Verkauf beim eigenen Fußball-Hallenturnier aus diversen Verpackungen zusammengestellt. „Allein von dem Geruch ist mir mit der Zeit fast schlecht geworden“, sagte Kreutzer. Entschädigt wurde er beim 1. „RTN-Fassaden-Cup“ dann mit einigen technischen Schmankerl vom All-Star-Team. Die von DSV-Trainer Dennis Tornieporth zusammengestellte Auswahl mit mehreren Oberligaspielern zeigte die mit Abstand besten Leistungen des Turniers und verteidigte absolut verdient ihren Vorjahrestitel durch ein 5:0 im Endspiel gegen die zweite Auswahlmannschaft, den „Smash Brothers“ aus dem Hamburger Westen.

Im Finale trafen für die All-Stars Curslacks Witalij Wilhelm und Dassendorfs Pascal Nägele jeweils doppelt. Letzterer sicherte sich mit insgesamt acht Toren auch den Titel des besten Turniertorschützen. Für den anderen Treffer sorgte Nägeles Teamkollege bei der TuS, Joe Warmbier, der nach seinem Kreuzbandriss auf dem Weg zum Oberliga-Comeback endlich Fortschritte macht.

Nur zwei Gegentore im ganzen Turnier kassiert

Der Schlüssel zum Turniererfolg war All-Star-Torhüter Alessandro Schirosi. Der ist eigentlich Feldspieler beim Oberligisten Hamm United und fungierte auch gestern fast dauerhaft als fünfter Feldspieler. Handschuhe trug er zumindest nicht. „Das mit dem Überzahlspiel machen sie schon klasse“, lobte Obmann Kreutzer. Im gesamten Turnier kassierte der dominant auftretende spätere Sieger nur zwei Gegentreffer: im ersten Gruppenspiel beim 4:2 gegen den ETSV Hamburg.

Die „Eisenbahner“ waren noch ohne ihren neuen Torhüter Leo Hebbeler (zuvor VfL Lohbrügge) angetreten, für ihn stand Co-Trainer Hauke Klug im Kasten. Auch beim ASV Bergedorf 85 hütete mit Florian Heinze im Verlauf des RTN-Fassaden-Cups kein gelernter Schlussmann das Gehäuse. Der etatmäßige Keeper Björn Garvs hatte sich zuvor am Fuß verletzt, dürfte aber wohl nicht länger ausfallen und somit die ohnehin schon lange Ausfallliste der „Elstern“ verlängern.

Für den ETSV Hamburg und den ASV Bergedorf war nach der Vorrunde Schluss. Gleiches galt für den Landesligisten SV Nettelnburg/Allermöhe. Auch Gastgeber Düneberg kam – mal wieder – nicht ins Halbfinale. „Wir machen jetzt zum achten Mal ein Hallenturnier. Das Halbfinale haben wir, glaube ich, noch nie geschafft“, sagte Andreas Kreutzer. Kleiner Trost: Mit David Öczerkes und Ahmad Hafiz standen zwei Düneberger-Kicker im Kader der All-Stars. Statt des Landesligisten qualifizierte sich der TSV Trittau souverän für das Halbfinale. Der schleswig-holsteinische Kreisligist wurde am Ende vor dem FSV Geesthacht Dritter.

FSV Geesthacht zittert sich ins Halbfinale

Die Elbestädter hatten sich mit zwei Siegen und zwei Niederlagen „mit mehr Glück als Verstand“ (FSV-Manager Ismail Gök) in die Vorschlussrunde gezittert. Ein schönes Geschenk an Göks Geburtstag. Er wurde gestern 49 Jahre alt. Auch im Halbfinale gab es gegen die All-Stars nicht die von ihm befürchtete Klatsche. Im Gegenteil.

Der FSV kopierte die Taktik des Turniersiegers als einziges anderes Team und hatte in Torhüter Dennis Lohmeier auch einen mitspielenden fünften Feldspieler. Erst rund zwei Minuten vor Ende der 15-minütigen Spielzeit sorgte Jan Landau (ehemals Curslack, jetzt Hamm United) mit einem Heber über Lohmeier hinweg zum 2:0 für die Entscheidung – Endstand 3:0.

Zuvor hatten in der letzten Vorrundenpartie neben dem FSV auch noch Atlantik 97 und Rahlstedt im direkten Aufeinandertreffen die Chance aufs Halbfinale gehabt. Rahlstedt hätte viel höher als am Ende 5:0 gewinnen müssen, um weiterzukommen. Atlantik hätte ein Sieg mit zwei Toren Differenz gereicht. Und Chancen waren da. Doch die Neuallermöher vergaben in der Anfangsphase beste Möglichkeiten und sogar einen Neunmeter oder scheiterten am Pfosten. „Die Jungs haben schon gesagt, dass ich nicht mehr mitspielen darf“, sagte Trainer Alexander Schreiber, der aus Personalmangel eingesprungen war. „Wichtig war aber, wie wir uns verkauft haben und dass es nach Fußball aussieht“, ergänzte Schreiber.

Das war seinem Team ganz besonders am Vortag gelungen. Atlantik gewann das Qualifikationsturnier für den RTN-Fassadencup 2021 souverän. Im Endspiel gegen St. Pauli VII gab es wie beim Hauptturnier ein 5:0. Dritter wurde der SV Hamwarde.