RKB Hamburg-Bille

Radball-Oldies springen ein und überraschen

Eric Spinck (2.v.l.) schaut beim Schuss seines Teamkollegen Lars Hellberg genau hin.

Eric Spinck (2.v.l.) schaut beim Schuss seines Teamkollegen Lars Hellberg genau hin.

Foto: Thomas Rokos

Beim Deutschland-Pokal sollten Eric Spinck und Lars Hellberg vom RKB Hamburg-Bille organisatorische Aufgaben übernehmen - bis ein Team absagte.

Lohbrügge. Eigentlich sollte Eric Spinck vom RKB Hamburg-Bille bei der ersten Runde des Deutschland-Pokals den Kommissär geben. So nennen Radballer den Schiedsrichter. Lars Hellberg, sein langjähriger Spielpartner im Zweier-Radball, war in der kleinen Sporthalle Leuschnerstraße in Lohbrügge für den Verkaufsstand eingeteilt. Beides Aufgaben, „die nur bedingt Spaß machen“, wie Spinck ehrlich einräumte. Doch weil zwei Teams aus Krankheitsgründen kurzfristig abgesagt hatten, rückten plötzlich die beiden Routiniers als zweite Mannschaft der Gastgeber nach.

Doch Spinck (55 Jahre) und Hellberg (51) stiegen nicht einfach „nur“ auf ihr Sportgerät. Denn unverhofft kommt ja bekanntlich oft: Sie lösten am Ende auch völlig überraschend eines von zwei Tickets für die nächste Runde, bei der dann auch die Vertreter aus der 1. Liga in den Wettbewerb einsteigen. „Leider“, sagte Spinck. Doch dazu später mehr.

Die eigene „Erste“ geschlagen

Zunächst zum Sportlichen. Gleich in der ersten Partie des Tages besiegten Hellberg/Spinck ihre deutlich jüngeren Vereinskollegen vom Rad- und Kraftfahrerbund (RKB) Solidarität, Christian Kretschmer (32) und Steffen Kamitz (38) mit 2:0. An der besseren Kondition kann es nicht gelegen haben. „Zusätzlich zum Training auf dem Rad gehen wir nicht etwa noch laufen oder machen Gymnastik, wie man es eigentlich machen müsste. Wir spielen nur noch Radball – machen es also unserem Alter angemessen“, sagte Spinck augenzwinkernd.

Was man allein mit Erfahrung und Können wettmachen kann, zeigten die beiden Bille-Sportler im weiteren Turnierverlauf, der im Modus „Jeder gegen Jeden“ ausgespielt wurde. Nach einer erwarteten Niederlage gegen den großen Favoriten und Beinahe-Erstligisten vom Demminer RV (1:6) trennten sich Spinck und Hellberg 5:5 vom Team des RSV Bramsche (Oberliga). In der entscheidenden Partie gegen den SV Lüblow, einen weiteren Oberligisten, siegten das Duo des RKB Hamburg-Bille II mit 6:1.

Das bedeutete in der Endabrechnung den zweiten Platz hinter dem überragenden Zweitligisten aus Demmin (12 Punkte, 25:6-Tore). Spinck und Hellberg, die wie alle Bergedorfer mangels Konkurrenz in Hamburg an keinem Ligabetrieb teilnehmen, landeten mit sieben Punkten und 14:12-Toren vor Bramsche (fünf Punkte), der eigenen „Ersten“ und Schlusslicht Lüblow.

Start bei 2. Runde ungewiss

Die anderen Bergedorfer Kretschmer und Kamitz stellte mit elf Gegentoren zwar die zweitbeste Abwehr des Turniers, kamen aber über zwei Remis gegen Bramsche (3:3) und Lüblow (2:2) nicht hinaus und verpassten die Qualifikation für die zweite Runde am 25. Januar somit deutlich.

Dort dürfen jetzt Eric Spinck und Lars Hellberg teilnehmen. Allerdings haben sie diesen Termin bereits anderweitig verplant. Hellberg weilt im Skiurlaub, Spinck hat eine Firmenveranstaltung. Damit der Startplatz des RKB Hamburg-Bille nicht verfällt, muss aber mindestens einer von beiden an der zweiten Runde teilnehmen. „Wir hoffen jetzt auf die Auslosung, dass entweder im Süden Deutschlands oder bei Berlin gespielt wird. Dann würde einer von uns sein Radball-Rad mitnehmen“, sagt Spinck, den der Ehrgeiz schon wieder gepackt hat.