SV Curslack-Neuengamme

Krisenstimmung nach 2:4-Niederlage bei Hamm United

Hat er noch das Vertrauen der Vereinsführung? SVCN-Trainer Matthias Wulff.

Hat er noch das Vertrauen der Vereinsführung? SVCN-Trainer Matthias Wulff.

Foto: Hanno Bode

Nur drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz: Der SV Curslack-Neuengamme ist in der Krise. Nun gibt es Gesprächsbedarf.

Curslack. Freitagabend um 20.11 Uhr auf der Sportanlage Hammer Park. Es wirkte wie ein schlechter Witz, als im Nachholspiel der Fußball-Oberliga zwischen Hamm United und dem SV Curslack-Neuengamme sieben der zwölf Natriumdampflampen erloschen und mehr als die Hälfte des aufgewühlten Rasens in Dunkelheit tauchten.

Zum zweiten Mal Flutlichtausfall

Hat es das je bei einem Fußballspiel gegeben, dass bei derselben Ansetzung zweimal das Flutlicht ausfällt? Bereits am 30. August war beim ersten Versuch die komplette Strahlerreihe gegenüber der Haupttribüne nach 70 Minuten aus- und nicht wieder angegangen. Die Partie musste damals beim Stand von 1:0 für die Hausherren abgebrochen werden. „Ach, wäre das Licht doch bloß wieder ausgeblieben!“, dürfte sich so mancher SVCN-Anhänger gedacht haben. Denn nach starken 37 Minuten vor dem Flutlicht-Ausfall gingen bei den Gästen buchstäblich die Lichter aus, als die Partie nach 24-minütiger Pause wieder angepfiffen wurde. Sie verloren verdient mit 2:4.

Dabei hatten sich die Vierländer nach dem Eigentor-Schock, als Keeper Gianluca Babuschkin nach einer Ecke Abwehrchef Sebastian Spiewak anfaustete (4.), schnell erholt. Marvin Schalitz gelang per Kopfball mit seinem ersten Saisontreffer der 1:1-Ausgleich (11.). Im Anschluss hätten Moritz Kühn (15.) und Spiewak (18.) mit dem Führungstor die dunkle Curslacker Bilanz aufhellen können – was aber nicht geschah.

Leistungsabfall nach Lichtausfall

Stattdessen schnürte auf der Gegenseite der Ex-Curslacker Adrian Sousa einen Doppelpack (41., 84.). Zudem verwandelte Alessandro Schirosi einen Foulelfmeter (72.), während Timo Lenz für den SVCN nur der zwischenzeitliche 2:2-Ausgleich glückte (52.). „Wie ein Cut“, suchte Curslacks Defensivstratege Oliver Franz vergeblich nach Erklärungen für den Leistungsabfall nach dem Lichtausfall. „Vielleicht haben einige geglaubt, es ginge nicht mehr weiter.“

Offen ist, was die Niederlage für Curslacks Trainer Matthias Wulff zu bedeuten hat. Nicht nur, dass der 37-Jährige nach 21 Spielen die aktuell prekäre Lage (Platz 14, 19 Punkte, 41:51 Tore) verantworten muss: Wulff, der von der SVCN-Legende Torsten Henke die Mannschaft zur Saison 2018/19 übernommen hatte, war auch schon im Vorjahr mit Platz elf hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Trainerteam soll Stellung nehmen

Doch der Vereinsvorsitzende Hartmut Helmke, der erst gestern aus dem Skiurlaub heimkehrte und die letzten drei Partien verpasst hat, will nichts überstürzen. Er dementiert, dass eine Demission Wulffs nach der Pleite im Hammer Park feststehen würde. Zunächst will sich Helmke von Manager Oliver Schubert über die jüngsten Liga-Leistungen informieren lassen, bevor am morgigen Dienstag die Runde mit dem Trainerteam erweitert wird.

Solche Sitzungen finden beim SVCN ohnehin regelmäßig statt. „Dass wir mit den Ergebnissen nicht zufrieden sind, ist klar. Doch wir wollen auch zuerst mal wissen, wie die Trainer die Situation sehen “, versucht Helmke das Tempo in der Diskussion zu drosseln, setzt sich aber auch unter Druck: „Es gibt in jedem Fall etwas zu vermelden – auch wenn wir mit Matthias weitermachen.“ Wulff blickt derweil schon voraus: „Die Winterpause ist notwendig. Es erwartet uns eine harte Rückrunde.“
SVCN: Babuschkin (4); Witmütz (3), Spiewak (4), Schalitz (4), Wilhelm (3-4); Iscan (3-4) ab 79. Hoffmann (-), Franz (3-4); Kühn (3), Radic (3) ab 71. Schmidt (-), Schlufter (5) ab 56. Mokhlis (4-5); Lenz (4).