Fußball

Ein Techniker und dufter Kumpel

Hermann Hansen (links) vom ASV Bergedorf 85 beim Endspiel um die Deutsche Amateurmeisterschaft in Dortmund 1958.

Hermann Hansen (links) vom ASV Bergedorf 85 beim Endspiel um die Deutsche Amateurmeisterschaft in Dortmund 1958.

Foto: Klebe / bgz

Im Alter von 93 Jahren starb Hermann Hansen. Der offensive Außenspieler gehörte zu den Aufstiegshelden des ASV Bergedorf 85.

Bergedorf. Als vor fast genau zehn Jahren der Kunstrasen im Billtalstadion eingeweiht wurde, gehörten Karl-Heinz Pörschke, Manfred Lüneburg und Hermann Hansen zu den Ehrengästen, die der damalige Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp eingeladen hatte. Die drei Aufstiegshelden von 1958 stehen für die erfolgreichste Zeit des ASV Bergedorf 85. Hansen erinnerte sich damals beim Blick ins weite Rund: „Ich kann immer noch die Steine spüren, die sich auf dem alten Grand in meine Beine gebohrt haben.“

Im Alter von 93 Jahren ist Hermann Hansen, der zuletzt in Sasel lebte, vor wenigen Tagen gestorben.

Das erfolgreichste Jahr

Rückblick: Das Jahr 1958 ist als das erfolgreichste in die Geschichte der „Elstern“ eingegangen. Die Mannschaft von Trainer Heinz Werner stieg in die Oberliga auf, damals die höchste Spielklasse in Deutschland. Und das, obwohl die Bergedorfer mit einer 1:7-Klatsche gegen den Itzehoer SV in die Aufstiegsrunde gestartet waren.

Im gleich Jahr wurde „85“ Hamburger Meister, Norddeutscher Amateurmeister und stand im Finale um die Deutsche Amateurmeisterschaft. 20.000 Zuschauer kamen ins alte Borussia-Stadion Rote Erde in Dortmund. Trotz eines Tores von Hermann Hansen unterlagen die „Elstern“ dem Hombrucher FV 09 mit 1:3.

Hansen fiel auf dem Spielfeld auf. Nicht nur, weil er groß war. Seine blonden Haare hielt er mit einem Gummiband zusammen, damit sie ihm nicht ins Gesicht fielen. Heute würde man sagen: Das Haarband war sein Markenzeichen.

Kameradschaftlich erstklassig

„Kameradschaftlich erstklassig. Ein dufter Kumpel“, sagt Karl-Heinz Pörschke über seinen früheren Mitspieler. Und der damalige Torhüter Manfred Lüneburg lobt noch heute Hansens gute Technik.

Im Oberliga-Aufstiegsjahr gehörte er zu den älteren Spielern in der Mannschaft. „Uns jüngeren hat er Mut gemacht. Und wenn wir verloren haben, hat er uns getröstet“, erinnert sich Karl-Heinz Pörschke. Hansen war beidfüßig, spielte auf den offensiven Außenpositionen. 76-mal trug er in der Oberliga das „Elstern“- Trikot, erzielte dabei 18 Tore.

Er hatte Tischler gelernt. Später arbeitete er viele Jahre als Hausmeister an der Schule Mendelstraße in Lohbrügge. Er war Vater zweier Söhne und einer Tochter. Nach seiner aktiven Zeit als Fußballer spielte er bis ins hohe Alter Tennis. Nun folgte er seiner Frau Käthe, die fünf Monate zuvor gestorben war.