Oberliga

TuS Dassendorf: Nur das Trikot hat Flecken bekommen

Traf per Flugkopfball zum 2:0 für die TuS: Dassendorfs Sven Möller.

Traf per Flugkopfball zum 2:0 für die TuS: Dassendorfs Sven Möller.

Foto: Hanno Bode

Die Ausbeute von Oberliga-Spitzenreiter TuS Dassendorf am heimischen Wendelweg ist makellos. Gegen BU gab es den elften Sieg im elften Heimspiel.

Dassendorf. In der Halbzeit des Oberliga-Spitzenspiels zwischen seinen Dassendorfern und dem HSV Barmbek-Uhlenhorst verdingte sich Frank Flatau als Platzwart. Bewaffnet mit einer Regenjacke stopfte der Fußball-Abteilungsleiter der TuS mit dem Fuß einige der vielen Löcher im Rasen auf dem schon ziemlich umgewühlten Platz am Wendelweg. „Das mache ich für Maxi“, sagte Flatau. Doch nicht der von ihm gemeinte Maximilian Dittrich profitierte letztlich von Flataus Reparaturarbeiten auf der rechten Angriffsseite der Hausherren, sondern Marcel Lenz.

In der 83. Minute schaltete sich der stets unprätentiöse und nahezu immer fehlerfreie Verteidiger ins Offensivspiel des Tabellenführers ein und schlug exakt von dort eine präzise Flanke auf Sven Möller, wo Flatau in der Pause liebevoll das Grün zusammengeflickt hatte. Per Flugkopfball verwertete der Blondschopf Lenz’ Traumhereingabe zum 2:0-Endstand.

Während Aushilfs-Platzwart Flatau kurz darauf zufrieden durch die vielen Pfützen vom Platz stapfte, sangen die Dassendorfer Kicker im Mannschaftskreis: „Wir sind zusammengekauft, wir sind zusammengekauft – null Kameradschaft hier, null Kameradschaft hier.“ Es war ihre Replik auf die während der Partie wiederkehrenden Rufe einiger BU-Fans, dass die Dassendorfer „scheiß Millionarios“ seien. Wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten.

„Dassendorf kann man zur Meisterschaft gratulieren“

Und daran, dass das am Ende die Gastgeber sein würden, gab es eigentlich nur im ersten Abschnitt vor 154 Zuschauern leichte Zweifel. Nach der Pause dominierte das Team von Coach Jean-Pierre Richter das Geschehen dann doch sehr deutlich. „Da haben sie Männerfußball gespielt, und man hat den Unterschied zwischen ihnen und uns gesehen“, sagte Barmbeks Coach Marco Stier, der den Titelkampf bereits 13 Spieltage vor dem Saisonende als entschieden ansieht: „Damit kann man Dassendorf zur Meisterschaft gratulieren.“

Vielleicht hätte der Ex-Drittligaprofi (Holstein Kiel) ein ganz anderes Resümee ziehen können, wenn Narek Abrahamyan in der 24. Minute völlig freistehend zum 1:0 für seine Farben getroffen hätte. Aber der Mittelfeldmann verzog und leitete 60 Sekunden später mit einem Ballverlust die TuS-Führung ein.

Platzverweis für Co-Trainer von BU

Über Möller und Henrik Dettmann gelangte der Ball zu Mattia Maggio, der humorlos die Führung erzielte. Viel mehr Aufregendes passierte hernach bis zur Pause mit Ausnahme der Gelb-Roten Karte für BU-Co-Trainer Yusuf Akbel (44.) nicht mehr.

Der frühere St.-Pauli-Profi musste sich den zweiten Abschnitt von außerhalb der Anlage ansehen und meckerte von dort aus zunächst weiter auf Referee Michael Ehrenfort vom TuRa Harksheide („Du Bratpfanne“).

Irgendwann aber verstummte der 34-Jährige. Vermutlich deswegen, weil seine Mannschaft keinerlei Zugriff mehr auf das Spiel hatte. Nach Möllers Tor war die Entscheidung gefallen und sein Coach Richter richtig glücklich: „Das war eine gute Rezeptur aus Leidenschaft und Qualität.“
TuS: Gruhne (3); Lenz (1), Aust (2), R. Carolus (2); Dettmann (2), Strömer (2), R. Carolus (3), Dittrich (4) ab 70. Thomas (-), Möller (2); Maggio (3) ab 88. Garbers (-), Kurczynski (4) ab 65. Nägele (-).