Sportgericht

Rassismus-Skandal: 750 Euro Geldstrafe für den Düneberger SV

Das Sportgericht des Hamburger Fußball-Verbands hat sein Urteil gefällt.

Das Sportgericht des Hamburger Fußball-Verbands hat sein Urteil gefällt.

Foto: Andrea Warnecke / picture alliance / dpa

Bei einem Spiel der 3. Herren des Düneberger SV hatte ein Fan Spieler des FC Lauenburg rassistisch beleidigt und einen Zuschauer geschlagen.

Düneberg. Das Fehlverhalten eines Zuschauers kommt den Düneberger SV teuer zu stehen. Das Sportgericht des Hamburger Fußball-Verbandes hat den DSV zu einer Geldstrafe in Höhe von 750 Euro verurteilt. Im Kreisklasse-Spiel der dritten Herren gegen den FC Lauenburg hatte sich ein alkoholisierter Anhänger am 8. November nach dem 1:0 der Gäste zu einer rassistischen Äußerung hinreißen lassen und anschließend einen Lauenburger Fan ins Gesicht geschlagen, der ihn mit der Äußerung konfrontierte.

„Sache ist unentschuldbar“

Bei der Sportgerichts-Verhandlung war unstrittig, dass sich dieser Vorgang so abgespielt hat. Das räumte Dünebergs Fußballabteilungsleiter Thomas Josteit ohne Umschweife ein. „Die Sache ist unentschuldbar. Wir dulden keine rassistischen Äußerungen und tätlichen Angriffe auf unserer Anlage“, betonte Jo­steit, in dessen Verein selbst viele der rund 400 Abteilungsmitglieder einen Migrationshintergrund haben. Das am Tattag ausgesprochene Platzverbot gelte nach wie vor.

Zur Identität des Täters machten die Düneberger beim HFV keine Angaben. Zunächst hatte es geheißen, dass es sich um den Vater eines DSV-Spielers handeln soll. Dazu Josteit: „Ich habe diesen Menschen nie zuvor gesehen und bis heute nicht mehr. Natürlich habe ich mich auch in der Mannschaft umgehört, bin da aber nicht weitergekommen.“

DSV konnte Täter nicht nennen

Bei der Polizei liegt zwar eine Strafanzeige vor, aber wegen der laufenden Ermittlungen gegen den 57-Jährigen erhielt Josteit auf Anfrage von dort keine Auskunft über den Täter. Die zu Hilfe gerufenen Beamten hatten bei diesem am 8. November einen Atemalkoholwert von 1,24 Promille gemessen. Er soll gesagt haben: „Wie kann das sein, dass die Kanacken hier ein Tor schießen.“ Hintergrund: Die meisten Spieler des FC Lauenburg haben türkische Wurzeln.

Die 750 Euro wird zunächst der Düneberger SV bezahlen. „Sobald wir wissen, wer es war, behalten wir es uns vor, Schadenersatz geltend zu machen“, sagt Josteit, der auch noch mal erneut mit der dritten Herren sprechen will.

FCL-Trainer: „Strafe ist zu gering“

In der Verhandlung hatte das HFV-Sportgericht zudem bemängelt, dass kein erkennbarer Ordnungsdienst anwesend war. „Das stimmt. Aber selbst wenn es einen gegeben hätte, können wir nicht für jeden potenziellen Pöbler einen Ordner abstellen“, gibt Josteit zu bedenken.

Die Spieler der beiden Mannschaften und der Schiedsrichter hatten von dem Vorfall nichts mitbekommen. Die Partie endete mit einem 6:0 für den Tabellenführer aus Lauenburg. Deren Trainer Razi Butt zeigte sich übrigens mit dem Urteil nicht zufrieden: „Ich finde die Strafe viel zu gering.“