Handball-Kolumne

Torfestival bei der Lauenburger SV

Lauenburgs Daniel Schwarz (rechts, hier ein Archivbild) trifft in der letzten Sekunde.

Lauenburgs Daniel Schwarz (rechts, hier ein Archivbild) trifft in der letzten Sekunde.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

In unserer Handball-Kolumne geht es um Wasserballer, die Lauenburgs Handballer anfeuern, und über die Folgen einer falsch eingegebenen Adresse.

Schützenfest: In der Saisonvorbereitung hatte die Lauenburger SV für eine Einheit die Sportart gewechselt. Statt in der Halle Handball zu spielen, trat der Landesligist in Winsen im Schwimmbad zu einem Wasserballspiel an. Handballer halten sich ja gemeinhin für harte Jungs, aber Wasserballer sind noch härter. Die LSV war gegen das deutlich ältere Team aus Winsen chancenlos. Zur Lauenburger Partie gegen die „Dritte“ des THW Kiel gab es nun den Gegenbesuch. Und den sollten die Gäste aus Niedersachsen nicht so schnell vergessen. „Noch nie sind in einem Spiel meiner Mannschaft so viele Tore gefallen“, sagte LSV-Coach Carmelo Hadeler. In der letzten Sekunde bekam sein Team einen Strafwurf zugesprochen. Zunächst traute sich keiner. Dann nahm Daniel Schwarz den Ball in die Hand. Er hatte in der ersten Hälfte einen Siebenmeter verworfen. Doch dieses Mal behielt der Rechtsaußen die Nerven und verwandelte zum 39:39.

Kein Experte: Nicht so gute Nerven hatte hingegen Cornelius Dürkop. „Conny“, wie er beim VfL Geesthacht genannt wird, trat beim Stand von 27:28 in der Partie bei der SG Boostedt/Großenaspe eine Minute vor dem Abpfiff zum Siebenmeter an. Zuvor hatte sein Mannschaftskollege Felix Niemann, der etatmäßige Schütze, seine drei Strafwürfe verwandelt. Hätte Dürkop die Sache doch bloß dem „Experten“ überlassen – denn er verwarf. Endstand in dem Regionsligaduell: 28:29 aus Sicht des VfL. Dabei hatten die Geesthachter in den letzten zwei Minuten zum Teil mit zwei Mann mehr auf der Platte gestanden. „Wir haben zu viel verworfen“, resümierte Betreuer Holger Hinz.

Verflixte Technik: Auf Marion Meschede kann sich Thomas Brodeßer, der Trainer des
VfL Geesthacht, gemeinhin verlassen. Doch selbst kurz vor Beginn der Regionsligapartie beim MTV Ahrensbök waren die erfahrene Spielerin und ihre Tochter Juliane nicht in der Halle. Zu diesem Zeitpunkt hatte Mutter Meschede ihren Fehler bereits bemerkt. Sie hatte eine falsche Adresse ins „Navi“ eingegeben und war in der Nähe von Neumünster gelandet – rund 40 Kilometer entfernt. Als die Meschedes in der Halle ankamen, lagen die sechs VfL-Feldspielerinnen plus Keeperin Beeke Timmann zurück. Erst nach neun Minuten warfen die Geesthachterinnen ihr erstes Tor zum 1:4. Doch mit den Meschedes lief es. Am Ende stand ein ungefährdeter 27:19-Sieg beim Tabellenvorletzten – auch weil Juliane Meschede sechs Tore in den letzten 20 Spielminuten erzielte.

Umsonst angereist: Sie hatten sich so auf das Kreis-Derby in der Schleswig-Holstein-Liga bei der HSG Tills Löwen gefreut. Doch dann mussten die Spieler des TuS Aumühle-Wohltorf unverrichteter Dinge wieder abziehen. Die Unparteiischen waren nicht gekommen. Und die Mannschaften konnten sich nicht auf Schiedsrichter einigen.