Rekordkulisse

Dynamo-Dresden-Fans sorgen für ein Dassendorfer Fußballfest

Wuchtig trifft Kristof Kurczynski zum 2:0. Meiendorfs Kevin Heitbrock kommt zu spät. Marcel von Walsleben-Schied (rechts) schaut zu.

Wuchtig trifft Kristof Kurczynski zum 2:0. Meiendorfs Kevin Heitbrock kommt zu spät. Marcel von Walsleben-Schied (rechts) schaut zu.

Foto: Volker Koch

Beim 3:0 gegen den Meiendorfer SV erlebte der Fußball-Oberligist TuS Dassendorf eine Invasion von Dynamo-Dresden-Fans.

Dassendorf. Jan Schönteich strahlte und eröffnete die Pressekonferenz „an einem ganz normalen Sonntagnachmittag in Dassendorf“, wie es der TuS-Sportchef ausdrückte. Was auf das Ergebnis des Oberliga-Duells gegen den Meiendorfer SV bezogen stimmte, schließlich hatte der Spitzenreiter mit 3:0 gewonnen. Doch schon ein Blick in den Presseraum genügte, um festzustellen, dass dies mitnichten ein normales Fußballspiel war. Denn unter die Journalisten hatten sich einige Fußball-Fans mit schwarz-gelben Schals gemischt. Was nicht nur die Farben der Meiendorfer sind, sondern auch die von Dynamo Dresden.

Zuschauerzahl verdoppelt

Rund 200 Anhänger des Zweitligisten hatten den Weg nach Dassendorf gefunden und dafür gesorgt, dass der vorherrschende Dialekt am Wendelweg Sächsisch war. Die Dynamo-Fans, die anlässlich des HSV-Spiels in Hamburg weilten, hatten sich zum Vorzugspreis in einer der Unterkünfte von TuS-Mäzen Michael Funk eingemietet. Im Preis inbegriffen: ein Sechserpack Bier und zwei Karten für das Spiel gegen den MSV. Die Dresdner hatten mit ihrem Kommen die Zuschauerzahl mal eben auf 400 verdoppelt – Rekord für diese Saison.

„Piratentanz“ in der Pause

„Dassen“, riefen die neuen TuS-Fans von der einen Seite. „Dorf“, schallte es lautstark zurück. Zwischendurch wurden Bengalos abgebrannt, in der Halbzeit der „Piratentanz“ aufgeführt. So etwas hatte es in dem kleinen Ort am Sachsenwald noch nicht gegeben. Ihren Lieblingsspieler hatten sich die Dresdner schnell ausgeguckt: Marcel von Walsleben-Schied.

Auskünfte auf Sächsisch

Der Ex-Profi von Hansa Rostock, der für Funk arbeitet, stammt aus Weißenfels in Sachsen-Anhalt. So antwortete er den Dynamo-Fans, die bei My-Bed Appartement gebucht hatten, schon mal im schönsten Sächsisch. Auch auf dem Platz konnte von Walsleben-Schied gestern glänzen. Nach einem Fehler von Max Rosseburg erzielte der TuS-Senior das 1:0 (19.). Und vor dem 3:0 hatte der Angreifer Sulejman Hoxha geprüft. Der MSV-Torhüter konnte den Ball nur abwehren, sein Teamkamerad Athanasios Tatsis köpfte ihn ins eigene Tor (81.). Dazwischen hatte Kristof Kurczynski aus der Drehung getroffen (21.). Schön war auch eine Bogenlampe von Henrik Dettmann, die am Pfosten landete (30.).

Gemeinsames Schlussfoto

Nach dem Schlusspfiff versammelten sich Dassendorfer Fußballer, TuS- und Dresdner Fans zu einem gemeinsamen Foto. Es passte zu diesem gelungenen Nachmittag, dass sich die Meiendorfer schließlich auch noch dazugesellten. „Das kann Fußball bewirken“, sagte ein glücklicher von Walsleben-Schied. Und sein Trainer Jean-Pierre Richter fügte hinzu: „Da freut sich jeder, dabei gewesen zu sein.“


TuS: Gruhne (3); Lenz (1-2), Aust (2), K. Carolus (3) ab 64. Tanovic (-); Thomas (3) ab 74. Dittrich (-), Dettmann (2), Strömer (2-3), R. Carolus (3); Möller (3) ab 64. Hinze (-); von Walsleben-Schied (2); Kur­czynski (3).