0:3 in Ohe

SVNA-Youngster stehen vor einem Scherbenhaufen

Fußball, Landesliga Hansa, FC Voran Ohe - SV Nettelnburg/Allermöhe, Fynn Körner, Frust nach Spielende

Fußball, Landesliga Hansa, FC Voran Ohe - SV Nettelnburg/Allermöhe, Fynn Körner, Frust nach Spielende

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

„Das war ein desaströser Auftritt – vielleicht der schlechteste, den ich jemals gesehen habe“, schimpfte SVNA-Coach Daniel Andrade.

Ohe. Es ist ein alter Brauch, dass an ihrem 30. Geburtstag noch unverheiratete Männer eine öffentliche Treppe fegen müssen. Auch Paul Malik konnte sich am Freitagabend vor diesem zweifelhaften Vergnügen nicht drücken. Seine Teamkameraden vom Fußball-Landesligisten FC Voran Ohe hatten nach dem 3:0-Sieg gegen den SV Nettelnburg/Allermöhe eine Unmenge von Kronkorken vor den Kabinentrakt des Sportplatzes am Amselstieg ausgeschüttet, die der Ersatzkeeper nun unter dem Gejohle der Mitspieler beseitigen musste.

„Irgendwann muss die Lernkurve kommen“

Vor einem Scherbenhaufen stand derweil im übertragenen Sinne Gäste-Trainer Daniel Andrade, dessen Mannschaft nicht ansatzweise Landesliga-Ansprüchen genügte. „Das war ein desaströser Auftritt – vielleicht der schlechteste, den ich jemals gesehen habe“, schimpfte der Coach. Die fünfte Pleite in den vergangenen sieben Partien warf die Frage auf, ob das junge SVNA-Team für den Abstiegskampf gewappnet ist. Gegen die sehr hoch anlaufenden und willensstärkeren Oher agierte der SVNA hilflos, nahezu verschüchtert. „Meine Youngster waren überfordert. Und wenn man fast nur Youngster auf dem Feld hat, ist die ganze Mannschaft überfordert“, resümierte Andrade und forderte von seinem Team: „Irgendwann muss die Lernkurve kommen.“

Mit Noppenschuhen auf rutschigem Rasen

Für manchen Lapsus seiner Jungspunde hatte der 39-Jährige keinerlei Verständnis. „Meine beiden Innenverteidiger laufen hier mit Multinoppen auf, obwohl wir klar kommuniziert hatten, dass wir auf Rasen spielen“, schimpfte Andrade. Adressaten des Zorns waren Noah Pawlikowski und Mert Altun, die auf dem tiefen Geläuf mehr um die Wette rutschten denn verteidigten. Voran Ohe setzte das Duo ständig unter Druck und kam so auf einfache Weise zu einer Vielzahl an Chancen. „Sie hätten sich auch über ein 6:0 oder 7:0 nicht beschweren können“, resümierte Voran-Kapitän Daniel Walek treffend.

Robin Woost trifft doppelt

Der Chancenwucher schmälerte die tolle Leistung vor 150 Zuschauern. Nach der frühen Führung durch Fabian Stritzke (7.) sorgte Robin Woost Mitte der zweiten Hälfte für die Entscheidung. Zunächst staubte der Mittelfeldmann ab, nachdem Marco Braesen einen Elfmeter an die Latte geschossen hatte (65.). Dann war er selbst per Strafstoß für die nun seit sieben Spielen ungeschlagenen Stormarner erfolgreich (66.). „Wir wollten im letzten Heimspiel vor der Winterpause noch mal 120 Prozent geben“, sagte Walek. Das gelang eindrucksvoll!
Ohe: Lenz (3), Gläser (3), Walek (3), Stritzke (2), Lang (3); Schröder (3), Woost (2), Kaufmann (2-3), Gordon (4) ab 80. Reinke (-), Braesen (2) ab 75. Schulz (-); Fischer (3) ab 60. Andersson (3).
SVNA: Körner (4); Zöller (3), Altun (5), Pawlikowski (5), Feilke (4-5); F. Reimers (5), Seibert (3-4), Lubinski (5) ab 46. Schade (5), Scharnberg (5); Schindler (5) ab 63. Czech (-), Stefaniuk (5) ab 75. Rönnau (-).