Tischtennis

TSV Schwarzenbek am Scheideweg

Mal hopp, mal top: Schwarzenbeks neue Ukainerin Olena Nalisnikovska.

Mal hopp, mal top: Schwarzenbeks neue Ukainerin Olena Nalisnikovska.

Foto: Thomas Rokos

Wohin führt der Weg der Schwarzenbeker Männer und Frauen in der 3. Bundesliga? Eine Analyse.

Schwarzenbek. Etwas mehr als ein Drittel der Saison ist in der 3. Tischtennis-Bundesliga absolviert. Die Frauen und Herren des TSV Schwarzenbek haben gerade erstmals in dieser Serie parallel ein Heimspiel ausgetragen. Der Zuschauerzuspruch mit 111 Fans in der Halle Buschkoppel stimmte. Die Ergebnisse nicht. Während die TSV-Herren erwartungsgemäß den Champions Düsseldorf mit 1:6 unterlagen, hatten sich die Frauen gegen den punktlosen Vorletzten SC Poppenbüttel Zählbares erhofft. Doch auch sie gingen beim 4:6 leer aus. Damit liegen nun beide Schwarzenbeker Mannschaften aktuell auf einem Abstiegsplatz. Warum ist das so? Eine Analyse.

Die Frauen

Nach dem Umbruch im Kader und vor allem ohne die beiden letztjährigen Spitzenspielerinnen Karina Pankunin (jetzt Kiel) und Sejla Fazlic (wollte kürzertreten), ist die Qualität im Kader deutlich schlechter geworden. Erstmals spielen jetzt mit Kateryna Kiziuk und Olena Nalisnikovska (beide Ukraine) auch zwei ausländische Spitzenspielerinnen an der Schützenallee. „Das ist nicht unser Konzept. Ging aber nicht anders, weil Karina uns kurzfristig verlassen hat“, sagt Cheftrainer Mirsad Fazlic.

In der vergangenen Rückrunde spielte Kiziuk zudem nur im unteren Paarkreuz – also gegen schwächere Gegnerinnen. Jetzt ist sie beim TSV die Nummer eins. Gegen Poppenbüttel gewann sie eines von zwei Einzeln, steht bei einer Bilanz von 5:9. „Viel besser geht’s bei ihr nicht“, weiß Coach Fazlic. Die Nummer zwei, Nalisnikovska (6:7), zeigte bislang wechselnde Leistungen – mal hopp, mal top. Die beiden Youngster Michelle Weber (3:7) und Chiara Steenbuck (4:6) schlagen sich im unteren Paarkreuz wacker, können aufgrund schulischer Verpflichtungen aber nicht so häufig wie eigentlich erforderlich trainieren.

Immerhin: Der Teamgeist stimmt. Trotz eines völlig verpatzten Starts gegen Poppenbüttel (1:5) wehrte sich der TSV gegen die Niederlage. Einzig, die Aufholjagd kam zu spät. Steenbuck hatte im abschließenden Einzel noch die Chance zum Remis, führte im fünften und letzten Satz auch mit 9:7, gab den Durchgang aber am Ende 9:11 ab. Damit war die 4:6-Niederlage besiegelt.

„Bei den Frauen bin ich gelassen. Selbst wenn das Schlimmste (der Abstieg in die Regionalliga, die Red.) eintreffen sollte, werden wir uns auf relativ hohem Niveau stabilisieren“, betont Fazlic, der auch der Landestrainer von Schleswig-Holstein ist. In der 2. Damen (Verbandsoberliga) reifen einige weitere Talente heran. Und vielleicht greift auch Trainer-Tochter Sejla Fazlic noch mal an, die bereits einmal aushalf.

Die Männer

Anders ist die Ausgangslage bei den Schwarzenbeker Männern. Hier ist der Nachwuchs auf hohem Niveau trotz intensiver Jugendarbeit dünn. Dafür spielen drei Schwarzenbeker Eigengewächse im Drittliga-Team: die Zwillinge Frederik (Bilanz 8:4) und Moritz Spreckelsen (5:7) sowie Sören Wegner (2:6). Einzig die Nummer eins, Daniel Kleinert (4:10), ist „eingekauft“. Kleinert hinkt zwar hinter den Erwartungen zurück, doch das gleicht Frederik Spreckelsen im oberen Paarkreuz aus. Bruder Moritz spielt eine solide Serie und steuerte gegen die Düsseldorfer, die mit zwei ehemaligen europäischen Spitzenkräften angereist waren, den einzigen Punkt bei. Wegner hat Trainingsrückstand und ist gewillt, an seiner Physis zu arbeiten.

In der Hinrunde spielt der TSV mit Herne und Siek noch gegen beide Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Beide muss der TSV hinter sich lassen. „Bei den Herren gehe ich sogar eine Wette ein, dass wir die Klasse halten“, sagt Mirsad Fazlic.