Kreisliga-Kolumne

Passbetrug beim FC Bergedorf 85

Mit einer falschen Aufstellung hat sich der FC Bergedorf ein Eigentor geschossen.

Mit einer falschen Aufstellung hat sich der FC Bergedorf ein Eigentor geschossen.

Foto: Hanno Bode

Ein Spieler des FC Bergedorf ist gegen die TuS Dassendorf II unter einem falschen Spielpass aufgelaufen. Mehr dazu in unserer Kreisliga-Kolumne.

Aufgeflogen: Die 2:3-Niederlage bei der TuS Dassendorf II dürfte die Kreisliga-Fußballer des FC Bergedorf 85 im Nachhinein noch teuer zu stehen kommen. Bei einer Passkon­trolle in der Halbzeit flog auf, dass der Tabellenvorletzte einen Akteur unter falschem Namen aufgeboten hatte. Die Dassendorfer hatten einen Tipp vom Nachbarn TuS Aumühle-Wohltorf erhalten, dass im Trikot mit der Nummer 27 nicht wie angegeben Lütfü Ufacikligil steckte. Jener will im Winter nach Aumühle wechseln, kann aber seit einigen Wochen aus Verletzungsgründen gar nicht spielen. Doch bereits in der Vorwoche war er gegen den SVCN II in der Startelf aufgeführt.

„Es könnte uns egal sein, aber wir machen es für die anderen Mannschaften und legen auf jeden Fall Protest ein“, betonte Jörg Willhöft von der TuS Dassendorf II. Während ihr Sieg von einem 3:2 lediglich in ein 3:0 umgewertet werden dürfte, könnte es für Ufacikligils Wechsel nach Aumühle noch von Bedeutung sein. Denn sollte der FC Bergedorf die Freigabe verwehren, gilt eine sechsmonatige Sperre ab dem letzten Einsatz für den alten Verein. Für Ufacikligil würde das bedeuten, dass er in dieser Saison nicht mehr für Aumühle auflaufen darf. Wegen des laufenden Verfahrens wollte sich FCB-Trainer Sascha Otto nicht zu dem Fall äußern. Aus Kreisen des Hamburger Fußball-Verbands war indes zu hören, dass der Verein, den seit Wochen arge Personalsorgen plagen, das Vergehen eingeräumt habe.


Tennis-Ergebnisse: Die jüngsten Resultate des SV Curslack-Neuengamme II lesen sich wie beim Tennis. 6:4 gegen den FC Bergedorf, jetzt 4:6 gegen Aumühle. „Unsere Abwehr hat Ballett gespielt“, sagte SVCN-Coach Dirk Moldenhauer. Immerhin führt sein Stürmer Marvin Heitbrink nach einem Dreierpack gegen Aumühle mit 21 Treffern nun alleine die Torjägerliste der Kreisliga 3 an. Macht ihn das nicht interessant für andere Clubs? Moldenhauer: „Er kriegt laufend Angebote, will aber bei uns mit seinen Kumpels spielen.“


Reaktivierte Oldies: Bei den Aumühlern spielte in Curslack übrigens mit Daniel Pechau ein 39-jähriger Oldie groß auf. Aufgrund von Personalnot reaktiviert steuerte er zum 6:4 in Curslack zwei Tore und eine Vorlage bei. Während Pechau durch Einsätze in der Alten Herren noch regelmäßig dem Ball hinterherjagt, gilt für Sebastian Fuchs vom TSV Glinde II nicht einmal das. „Was der mit 38 Jahren auch ohne Training kann, ist phänomenal“, schwärmte TSV-Coach Wolfgang Spethmann. Gegen den SV Börnsen II steuerte der eingewechselte Fuchs das Tor zum 8:2 (!)-Endstand per 30-Meter-Lupfer bei.


Ende der Siegesserie: Nach elf Siegen am Stück ist die Serie des SV Hamwarde gerissen. Der Spitzenreiter kassierte mit dem 1:2 beim SC Wentorf II seine insgesamt dritte Saisonpleite. Zwei davon setzte es gegen die Wentorfer, den Ex-Klub von SVH-Trainer Maxwell Phelps. „Ich weiß auch nicht woran das liegt. Aber ob nun mit Aumühle, dem ETSV Hamburg, Willinghusen oder nun Hamwarde: Gegen Wentorf springt für mich maximal ein Remis heraus“, sagte Phelps.


Kreuzband-Seuche: Der BFSV Atlantik 97 hat derzeit die Seuche. Bereits fünf seiner Spieler mussten in den vergangenen Wochen am Kreuzband operiert werden. Neben Vitali Rommel und Johann Leinweber aus der ersten Herren sind auch zwei Alte-Herren- und sogar ein Seniorenspieler betroffen.


Perz im Pech: Für Alexander Schellhorn, den Co-Trainer der TSG Bergedorf, war der umsichtige Abwehrchef Maikel Perz von Gegner TSV Reinbek der Mann des Spiels. „Unglücklich für ihn, dass erst zwei Fehler von ihm unseren 2:0-Sieg ermöglicht haben“, sagte Schellhorn. „Beim ersten Gegentor ist er gefoult worden. Der Schiri hatte die Pfeife schon in der Hand, hat nur nicht gepfiffen. Und das zweite Tor war einfach gut rausgespielt“, nahm TSV-Coach Rüdiger Neuhaus Schützling Perz in Schutz.