Lauenburger SV

Elbdiven fehlen nur fünf Sekunden zum Sieg

Lauenburgs Lena Bahde wird von Melanie Puttins (links) und Maybritt Heine aufgehalten.

Lauenburgs Lena Bahde wird von Melanie Puttins (links) und Maybritt Heine aufgehalten.

Foto: Hanno Bode

Die Handballerinnen der Lauenburger SV hatten im Spitzenspiel gegen Sleswig den Sieg bereits dicht vor Augen. Bis Lea Clausen zum Wurf ausholte.

Lauenburg. Die Handballerinnen der Lauenburger SV haben den achten Saisonsieg ganz dicht vor Augen. Im Spitzenspiel der Schleswig-Holstein-Liga gegen Slesvig IF führen sie fünf Sekunden vor der Schlusssirene mit 29:28. Die Gäste bringen ein letztes Mal in dieser dramatischen Partie ihre überragende Rückraum-Akteurin Lea Clausen in Position. Praktisch aus dem Stand springt sie ab und überwindet LSV-Keeperin Vanessa Wulff mit einem Wurf zum 29:29-Endstand ins linke Eck. Entsetzen in der Hasenberghalle. Der Frust bei den Elbdiven ist nach der Schlusssirene so groß, dass selbst die sonst obligatorische Danksagung an die Fans ausfällt. Völlig frustriert und mit gesenkten Köpfen verlassen die Spielerinnen von Coach Dieter Eigemann das Parkett.

Einen Punkt verloren

Der Trainer steht kurz darauf mit seiner Rückraum-Rechten Suelin Demir vor der Halle. Beide ziehen an einer Zigarette und lassen auch sonst jede Menge Dampf ab. „Das ist mega ärgerlich“, seufzt Demir. „Wir haben das Spiel in den letzten 15 Minuten in der Deckung aus der Hand gegeben“, meint Eigemann: „Denn 29 eigene Tore müssen zum Sieg reichen.“

Eine herausragende Wulff im Tor, eine sehr konzentrierte Abwehr vor ihr sowie hohe Effizienz im Angriff hatten für eine 8:1-Führung gesorgt (7.). Doch der Vorsprung war bis zur Pause auf drei Treffer zusammengeschmolzen (16:13), weil die Elbdiven ihr Niveau nicht halten konnten. Die Deckung bekam ab Mitte der ersten Hälfte immer weniger Zugriff. Insbesondere der Wucht von Clausen - mit 13 Treffern Top-Torschützin der Partie - hatten die Elbdiven wenig entgegenzusetzen. Auch im Angriff ging ihnen die Leichtigkeit und Sicherheit verloren.

Diven ging die Puste aus

Nach der Halbzeit gewann das Spiel Gastgeberinnen zunächst wieder an Stabilität. Die LSV konnte auf 23:17 (40.) davonziehen. Im Anschluss machte sich dann jedoch bemerkbar, dass einige Lauenburgerinnen in den vergangenen Wochen krankheitsbedingt nur wenig trainiert hatten. Den Elbdiven ging ein wenig die Puste aus. Slesvig holte auf und ging erstmals in Front (28:27, 57.).

Gut für Lauenburg, dass Lisa Ailine Thede kurz darauf eine Zwei-Minuten-Strafe bekam. Lena Hadeler egalisierte in Überzahl per Siebenmeter, bevor Sarie Stapelfeldt die Gastgeberinnen wieder in Führung brachte. Es folgte der Schock kurz vor Schluss und Eigemanns treffendes Fazit: „Die haben einen Punkt gewonnen und wir einen verloren.“ hbo
LSV-Tore: Svea Böge (7), Lena Hadeler (6/3), Sabrina Reimers (6), Maren Knakowski (5), Suelin Demir (3), Anna Krajewski, Sarie Stapelfeldt (je 1).