ASV Bergedorf 85

Stadion Sander Tannen: Aktueller Zustand selbst verschuldet

Hüfthoch wächst das Unkraut auf der Haupttribüne des Stadions Sander Tannen.

Hüfthoch wächst das Unkraut auf der Haupttribüne des Stadions Sander Tannen.

Foto: Volker Koch

Trotz Protesten des ASV Bergedorf 85 sollen beide Tribünen zurückgebaut werden. Erst danach könnten neue Zuschauerränge entstehen.

Bergedorf. Seit dem August 2018 ist die große Stehtraverse im Kult-Stadion Sander Tannen gesperrt: Unfallgefahr. Schon viel länger diskutiert Bergedorfs Politik und Verwaltung über die Sanierung der Anlage. Inzwischen steht fest, dass eine neue Leichtathletik-Anlage entsteht. Doch wann und ob nach dem Stück für Stück angekündigtem Rückbau beider Stehtribünen neue „verkehrssichere“ Zuschauerbereiche entstehen könnten, steht aktuell noch in den Sternen.

„Ein ähnliches Fassungsvermögen“, sollen diese haben, sagt die stellvertretende Sprecherin des Bergedorfer Bezirksamts Lena Stich. Aktuell arbeite die Behörde laut Stich „mit Hochdruck an einer Lösung, die die Bedürfnisse des ASV Bergedorf und die Gewährleistung der Sicherheit berücksichtigt“.

Der ASV Bergedorf 85 ist der einzige Fußballverein, der im Stadion auf Rasen spielt. Ihr 1. Vorsitzender Klaus Hinz reagierte „erschüttert“ auf die Ausführungen des Bezirksamtes im Ausschuss für Sport und Bildung: „Sie haben eigentlich nur den Stand vor unseren Gesprächen dargestellt.“

Derweil gibt Lars Dietrich, der Sportpolitische Sprecher der Bergedorfer CDU, zu bedenken: „Was können wir finanzieren? Es muss auch in Relation zu den Besucherzahlen stehen. Die Frage ist doch: Wie oft kommen die großen Vereine nach Bergedorf?“
„85“ – früher jahrelang in der vierten Liga – spielt aktuell in der Bezirksliga (7. Liga) vor vielleicht 150 Zuschauern.

Auf der anderen Seite würde es große Spiele wie die DFB-Pokalpartie der TuS Dassendorf gegen den MSV Duisburg im August 2018 (0:1) dann im Bezirk nicht mehr geben. Das Billtalstadion kommt wegen seines Kunstrasens für Proficlubs nicht infrage.

Der aktuelle Zustand der Stehtraversen ist allerdings auch vom Bezirk selbst verschuldet, wie Dassendorfs Ligaobmann Frank Flatau meint. „Das ist das Endprodukt mangelnder Pflege. Wenn man das Unkraut frühzeitig entfernt und die Barrieren abgeschliffen und gestrichen hätte, hätte es gar nicht soweit kommen müssen“, sagt Flatau. Für das Duisburg-Spiel habe sein Verein nur das Okay für die Sander Tannen vom DFB bekommen, weil die TuS Dassendorf auf eigene Kosten die kleine Stehtraverse ausgebessert habe. Die große Tribüne war für das DFB-Pokalspiel erstmals gesperrt worden. Vorher hing nur ein Schild mit der Aufschrift „Betreten auf eigene Gefahr“.

Bevor jetzt aber die Tribünen zugeschüttet werden, hat ASV-Boss Hinz seine Vorstellungen dem Bezirksamt noch mal schriftlich zukommen lassen. „Zudem würde ich gern wissen, wie hoch die Kosten fürs Zuschütten sind, wie viel eingespart wird, wenn wir auf den Trainingsplatz verzichten, und was es im Gegenzug kostet, die Gegengerade begehbar zu machen.“