Handball-Kolumne

VfL Geesthacht: Eine Begegnung mit der Vergangenheit

Zum ersten Mal bei seinem früheren Klub TuS Aumühle-Wohltorf: Geesthachts Trainer Thomas Brodeßer.

Zum ersten Mal bei seinem früheren Klub TuS Aumühle-Wohltorf: Geesthachts Trainer Thomas Brodeßer.

Foto: Koch

In unserer Kolumne: die VfL-Frauen an alter Wirkungsstätte, auswärtsstarke LSV-Männer und ein glücklicher Derbysieger.

Brodeßer und Co.: Das unschöne Ende beim TuS Aumühle-Wohltorf wirkt auch mit sieben Jahren Abstand noch bei Thomas Brodeßer und den Handballerinnen des VfL Geesthacht nach. Nachdem Brod­eßer die 1. Damen 16 Jahre lang (von 1996 bis 2012) erfolgreich trainiert hatte, wollte der Verein eine Verjüngung und brüskierte damit Team und Coach, die daraufhin geschlossen nach Geesthacht wechselten. Nun gab es in der Regionsliga das erste Wiedersehen. Marion Meschede – inzwischen 49 Jahre alt – war besonders motiviert und mit zehn Toren erfolgreichste Werferin der Partie. „Die war ihnen damals zu alt“, verteilte Brodeßer eine kleine Spitze. Die Punkte blieben dennoch in Aumühle. Der TuS gewann eine Partie, in der die Führung ständig hin und her wechselte, mit 28:25. Die Entscheidung fiel, als der VfL in doppelter Unterzahl war. Apropos Verjüngung: Beim TuS spielt heute mit Sina Baumgarten die Tochter von Ex-Brodeßer-Schützling Melanie Baumgarten.

Auswärts hui: Zu Hause läuft es nicht bei den Männern der Lauenburger SV (ein Sieg in vier Partien). Das Gros seiner sieben Saisonpunkte holte der Landesliga-Aufsteiger in fremden Hallen. Matchwinner beim jüngsten 24:23 beim TSV Plön war Torhüter Tyler Schröder. Der wollte aufgrund von Nacken- und Rückenproblemen eigentlich gar nicht mitspielen, stellte sich aber trotz großer Personalsorgen zur Verfügung. „Er stand zwar unrund im Tor, hat aber eins a gehalten“, lobte Trainer Carmelo Hadeler. Schröder entschärfte drei Siebenmeter und diverse freie Würfe. Zudem passte endlich einmal die eigene Wurfausbeute – im bisherigen Saisonverlauf eine Lauenburger Schwäche. Die letzten 42 Sekunden schaukelten die Gäste zudem in Unterzahl und trotz angezeigtem Zeitspiel abgeklärt über die Runden. „Das war clever“, lobte Hadeler.

Spaßtraining verdient: Heute Abend gehen die Regionsliga-Handballer des TuS Aumühle-Wohltorf II besonders gerne zum Training. Coach Tim Aldenhövel hatte im Falle eines Derbysieges gegen die SG Glinde/Reinbek ein Spaßtraining versprochen und hält nun Wort. Von Beginn an war es eine einseitige Angelegenheit für die Aumühler, die über 6:2 (12.) ihren Vorsprung kontinuierlich über ein 14:7 zur Pause bis zum 31:17-Endstand ausbauten. Dabei steckte viel „Thermik und Brisanz“ in der Partie, wie SG-Kreisläufer Marc Heuermann sagte. So haben beide TuS-Trainer (Aldenhövel und Michael Bosch) eine Vergangenheit bei Glinde/ Reinbek. Zudem war Michael Samide erst kurz vor Saisonbeginn nach Aumühle gewechselt. „Ein bisschen mehr Esprit von unserer Seite wäre schön gewesen“, fand Heuermann, der einräumte, „auch wenn wir in Bestbesetzung angetreten wären, wäre nicht viel drin gewesen“.