1:1 gegen Oststeinbek

Der unvollendete Auftritt des SV Nettelnburg/Allermöhe

Nettelnburgs Mert Altun (Mitte) hat ins eigene Tor geköpft. Torhüter Fynn Körner ist geschlagen. Agit Aydin dreht jubelnd ab.

Nettelnburgs Mert Altun (Mitte) hat ins eigene Tor geköpft. Torhüter Fynn Körner ist geschlagen. Agit Aydin dreht jubelnd ab.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Nicht nur die Musik hakte beim Derby zwischen dem SVNA und dem Oststeinbeker SV. Auch das Spiel der Gastgeber.

Nettelnburg. Ein paar Mal war auf der Sportanlage am Katendeich des SV Nettelnburg/Allermöhe am Freitagabend vor Beginn des Landesliga-Spiels gegen den Oststeinbeker SV die offizielle Hymne der Fußball-Champions-League zu hören. Zumindest einige Sekunden lang. Dann gab die CD jedes Mal wieder ihren Geist auf. Also erklang kurz vor dem Einlauf beider Teams das legendäre „You’ll never walk alone“ von Gerry & The Pacemakers aus den Boxen – auch nicht zum ersten Mal. „Jetzt einfach mal zum Hören und Genießen für die Zuschauer“, witzelte SVNA-Reservist Tom-Philipp Müller. Bei den Hausherren herrschte gute Stimmung. Nach dem Abpfiff war sie dann eher gedämpft. Denn nicht nur das Abspielen der „Königsklassen“-Melodie war an diesem Abend irgendwie unvollendet geblieben, sondern auch der Auftritt der Gastgeber.

Entschlossener Beginn des SVNA

Obwohl sie ein klares Chancen-Plus herausgespielt hatten, mussten sie sich mit einem 1:1 zufrieden geben. „Der Punkt ist schon okay. Der OSV hatte etwas mehr vom Spiel, wir die klareren Möglichkeiten“, sagte Nettelnburgs Trainer Daniel Andrade. Die Partie hatte ganz nach seinem Geschmack begonnen. Nach einigen energisch geführten Zweikämpfen im Mittelfeld und einem schönen Pass in die Tiefe zu Philip Stefaniuk ging seine Elf früh in Front (7.). „Weil sie durchziehen!“, platzte es aus Andrade heraus, bevor er seinem Co-Trainer Gianfranco Ganguzza um den Hals fiel. Die Hausherren gingen weiter beherzt zur Sache, bis Mert Altun einen eigentlich harmlosen langen Ball des OSV mit dem Hinterkopf in die eigenen Maschen beförderte (22.). Der Innenverteidiger überwand Keeper Fynn Körner, der viel zu zaghaft und vor allem lautlos aus seinem Kasten gerannt war.

„Das ist Mädchenfußball!“

„Das Gegentor hat uns völlig aus dem Konzept gebracht“, analysierte Andrade. Fortan fehlte seiner Equipe der Zugriff auf die Begegnung. Der OSV zeigte die reifere Spielanlage, war am gegnerischen Strafraum aber fast immer mit seinem Latein am Ende. „Das ist Mädchenfußball!“, schimpfte Trainer Simon Gottschling, nachdem sein Rechtsverteidiger Zamani Badawere einen Pass freistehend im Strafraum nicht zum eigenen Teamkameraden gebracht hatte (57.). Ein paar Gelegenheiten dieser Güteklasse spielten die Stormarner schlecht aus. „Wir sind da zu naiv und trottelig“, schimpfte Gottschling.

Beide sind dem Siegtreffer nahe

Das wäre beinahe bestraft geworden. Denn der SVNA erwachte Mitte des zweiten Abschnitts zu neuem Leben und besaß durch Anton Wischnewski (69.) und Ruven Scharnberg (70., 67., 80.) beste Möglichkeiten zum 2:1. Auf der Gegenseite verhinderte Keeper Körner gegen Nicklas Frers Oststeinbeks Sieg (88.). „Wir müssen ständig umstellen. In unserer Situation ist der Punkt nach zwei Auswärtsniederlagen in Folge okay“, befand Gottschling.
SVNA: Körner (4); Zöller (3), Altun (3-4), Spiewak (2), Feilke (4); Reimers (3-4), Scharnberg (4), Czech (3-4) ab 83. Öztürk (-), Schade (4) ab 63. Seibert (-), Stefaniuk (2-3); Wischnewski (3-4) ab 77. Schindler (-).
OSV: Joost (2); Badawere (4), Köksal (3), Hinrichs (2-3), Kondo (4) ab 46. Frers (4); Fehlandt (2-3), Oldag (3), M. Sbou (3-4), Youssef Sbou (3) ab 81. Spring (-), Aydin (4); Voigt (5) ab 71. Adamou (-).