Fußball-Landesliga

Die Meisterprüfung für den VfL Lohbrügge

Bejubeln ein Lohbrügger Tor (v.l.): Pascal Bäker, Danijel Suntic und Mohamed Labiadh.

Bejubeln ein Lohbrügger Tor (v.l.): Pascal Bäker, Danijel Suntic und Mohamed Labiadh.

Foto: Hanno Bode

Gegen den ASV Hamburg kassierte der VfL Lohbrügge seine einzige Niederlage in dieser Landesliga-Saison. Jetzt steht das Rückspiel an.

Lohbrügge. Fünf Siege in Folge mit 25:4 Toren. Eine stolze Bilanz! Allerdings eine, über die kaum jemand spricht. Es sind die vergangenen Auftritte des ASV Hamburg, der mit Siebenmeilenstiefeln durch die Fußball-Landesliga stürmt. Und das als Aufsteiger!

Doch weil der Afghanische Sportverein dies im Windschatten von Tabellenführer VfL Lohbrügge tut, fällt seine Erfolgsserie kaum auf. Sie wird überstrahlt vom VfL, der seit Monaten auf der Erfolgswelle surft. 14 Siege in Folge. Damit sind die Lohbrügger das erfolgreichste Team in ganz Fußball-Hamburg. Mindestens eine der beiden Serien wird nun am 9. November enden, wenn die Lohbrügger den ASV zu Gast haben (14 Uhr, Binnenfeldredder).

Seyhmus Atug ist gesperrt

„Wir freuen uns auf das Spiel. Endlich ein Gegner, der sich nicht hinten reinstellt“, blickt VfL-Coach Elvis Nikolic voraus, der das Team gemeinsam mit Sven Schneppel trainiert. Zuletzt hatte der Spitzenreiter bei dem Beton anmischenden Schlusslicht FTSV Altenwerder große Mühe, sich nach einem 0:1-Rückstand noch mit 2:1 durchzusetzen. Verteidiger Seyhmus Atug sah dabei Gelb-Rot und fehlt nun gegen den ASV. „Das ist gut für uns“, hofft ASV-Manager Mansoor Ahmadi, „der spielt eine Riesenrolle in der Lohbrügger Defensive.“ „Seyh­mus fehlt total“, pflichtet Nikolic bei, „aber unser Kader ist stark genug, um seinen Ausfall zu kompensieren.“

Darin liegt vielleicht der größte Unterschied zwischen beiden Teams. Beide besitzen eine erste Elf von absolutem Oberliga-Format, doch beim VfL leidet die Qualität auch dann nicht, wenn durchgewechselt werden muss. Dem ASV scheint diese Stabilität zuweilen zu fehlen. So verspielte der Aufsteiger gegen den Düneberger SV einen 3:0-Vorsprung und musste sich mit einem 3:3 zufrieden geben, nachdem mit Abdul Ludin, Serhat Cayir und Masehullah Satari drei Stammkräfte das Feld verlassen hatten. „Da hat es an der nötigen Einstellung gefehlt“, analysiert Ahmadi, „die Mannschaft ist halt noch neu in der Landesliga.“

Überragende Offensivreihen

Aber selbstbewusst genug, um sich beim VfL nicht hinten reinzustellen. „Wenn du das gegen Lohbrügge tust, hast du schon halb verloren“, ist Ahmadi überzeugt. Schon im Hinspiel holte der ASV am ersten Spieltag einen zweimaligen Rückstand auf und siegte noch mit 3:2. Es war die bisher einzige Lohbrügger Niederlage. „Ich glaube schon, dass sie jetzt ein bisschen Angst vor uns haben“, sagt Ahmadi keck. „Beide Teams werden darauf bedacht sein, keine Fehler zu machen“, schätzt der frühere ASV-Coach Mohet Wadhwa, „die Qualität in der Offensive ist bei beiden Mannschaften so groß, dass jeder Schnitzer sofort zum Gegentor führt.

Beim VfL spielt Mittelstürmer Pascal Bäker eine überragende Saison. Mit 19 Treffern führt er die Torschützenliste der Fußball-Landesliga an und wurde auf Facebook-Seite des Klubs schon „Lohbrügge-Lewandowski“ getauft. Beim ASV sind Mittelstürmer Timo Aschenbrenner und Allrounder Abdul-Nafe „Ferrari“ Farahi mit je zwölf Treffern die Erfolgreichsten. Vor allem der lange Schlacks Farahi ist ein Phänomen, schießt die unmöglichsten Tore. „Abdul ist unser Thomas Müller“, schwärmt Ahmadi, „er kann auf dem Platz machen, was er will.“

Lewandowski oder Müller – Am Sonnabend muss sich nun zeigen, wessen Bayern-Trümpfe besser stechen.