Fußball-Oberliga

TuS Dassendorf siegt mit viel Dusel

Verletzte sich später an der Hand und musste raus: Concordias Keeper Tobias Braun, hier gegen Rinik Carolus.

Verletzte sich später an der Hand und musste raus: Concordias Keeper Tobias Braun, hier gegen Rinik Carolus.

Foto: Volker Koch

Nachdem Concordia sein Wechselkontingent ausgeschöpft hatte und sich Keeper Tobias Braun verletzte, musste ein Feldspieler ins Tor.

Dassendorf. Es rummste gewaltig, als Concordias Torhüter Tobias Braun und Kristof Kurczynski vom Fußball-Oberligisten TuS Dassendorf im Fünfmeterraum zusammenprallten. Den Ball hatte der ehemalige Dassendorfer Keeper bei einer Flanke von der linken Seite nicht wirklich berührt, auch wenn es in jener 77. Minute mit Abstoß weiterging. Wohl aber mit seiner Faust Kurczynskis Kopf, wie dessen hochroter Schädel nach erfolgter Behandlung vermuten ließ. „Da hätte man sich über einen Elfmeterpfiff nicht beschweren dürfen“, räumte Braun nach dem Abpfiff der Partie offen ein. Und dennoch war es die Schlüsselszene der Partie, die die Dassendorfer glücklich mit 2:1 für sich entschieden.

Denn im Gegensatz zu Kurcynski, der weiterspielen konnte, musste Braun sechs Minuten nach dem Crash passen. Er hatte sich bei dem Zusammenprall die rechte Hand gebrochen. Und weil die toll verteidigenden Gäste ihr Wechselkontingent bereits erschöpft hatten, musste für die letzten sieben Minuten mit Sascha de la Cuesta ein Feldspieler zwischen die Pfosten. Pikante Randnotiz: Beim Zusammenprall lagen die Dassendorfer mit 0:1 in Rückstand.

Die erste Hälfte der Seinen fand nicht nur TuS-Trainer Jean-Pierre Richter „ein bisschen pomadig“. Der Tabellenführer fand gegen gut gestaffelte Wandsbeker kaum Lücken in der Defensive und kam lediglich zu drei Halbchancen.

Foulelfmeter für „Cordi“

Auf der anderen Seite spielte Dassendorfs Mark Hinze erst einem „Concorden“ genau in die Füße und stieß anschließend auch noch Michel Netze­bandt im TuS-Strafraum um. Klarer Fall: Elfmeter. Umut Kocin knallte diesen mit Hilfe der Lattenunterkante nach 23 Minuten unhaltbar zur 1:0-Gästeführung in die Maschen.

Nach der Pause wurden die Dassendorfer zwar dominanter, erspielten sich jedoch auch weiterhin kaum klare Torchancen. Zweimal Sven Möller mit dem Fuß (51., 75.) und zwei Kopfbälle von Rinik Carolus (50., 56.) – das war’s bis zum eingangs erwähnten Zusammenprall.

De la Cuesta zwischen die Pfosten

Danach spielte Braun zwar zunächst weiter, doch schon der erste Ball auf seinen Kasten war drin. Der eingewechselte Marcel von Walsleben-Schied hatte mit seinem ersten Ballkontakt geflankt, Mattia Maggio abgelegt und Möller per Kopf zum 1:1 ausgeglichen (80.). Anschließend musste sich dann Feldspieler de la Cuesta die Handschuhe überstreifen.

Doch auch in Überzahl kam die TuS kaum zum Abschluss. Bis Len Aike Strömer mehrere „Concorden“ umkurvte und zu Kurczynski durchsteckte, der den umjubelten 2:1-Siegtreffer markierte (88.). „Am Ende haben wir uns den ,Dasse-Dusel’ erarbeitet“, fand Coach Richter. Verdient war der Sieg aber nicht.

TuS: Gruhne (3); Lenz (3), Aust (3) ab 79. von Walsleben-Schied (-), K. Carolus (3-4); Nägele (4), Hinze (5) ab 67. Dettmann (-), Strömer (4), R. Carolus (4); Maggio (5), Möller (3-4); Kurczynski (3-4) ab 89. Tanovic (-).