Kreisliga-Kolumne

Nach dem Derby ist vor dem Derby

Nur mit unerlaubten Mitteln kann Lukas Mensing (SV Altengamme II) Curslacks  Lars Hildebrandt stoppen.

Nur mit unerlaubten Mitteln kann Lukas Mensing (SV Altengamme II) Curslacks Lars Hildebrandt stoppen.

Foto: Thomas Rokos

In unserer Kreisliga-Kolumne geht es unter anderem um glückliche Derbysieger (Börnsen II, Altengamme II, TSG) sowie Herbstmeister SV Hamwarde.

Motiviert: Ein Spieler des Fußball-Kreisligisten SV Altengamme II war im Vierländer Derby gegen den SV Curslack-Neuengamme II besonders motiviert: Malte Duwensee. Beim 4:1 ragte er mit drei Treffern heraus. Dabei ist Duwensee defensiver Mittelfeldspieler. Auf der anderen Seite kämpften die Curslacker mit widrigen Umständen. So löste sich bei Torben Kellinghusen die Sohle eines Fußballschuhs. Da kein Ersatzpaar aufzutreiben war, musste er ausgewechselt werden (61.). Bitter: Kurz darauf, das Wechselkontingent war inzwischen erschöpft, verletzte sich Kenneth Goedje. Folge: Beim Stand von 1:2 musste der SVCN das Derby zu zehnt beenden.


West gegen Ost: Wie beim Bundesliga-Revierderby, in dem laut Sprachgebrauch von Herne-West (Schalke) und Lüdenscheid-Nord (BVB) die Rede ist, sprechen auch die TuS Dassendorf II und der SV Börnsen II den Namen des jeweiligen Gegners äußerst ungern aus. „Die wussten aber, wie es geht und wir nicht“, fasste Dassendorfs 2. Vorsitzender Jörg Willhöft die 0:3-Pleite zusammen. Irgendwann wurde ihm das Spielchen mit dem verbotenen Dorf aber zu bunt. „Sch… egal, ich sag’ jetzt einfach: Börnsen“, entfuhr es Willhöft. Derweil ist für den SVB nach dem Derby vor dem Derby. Am Sonnabend steht mit der Partie gegen den SC Wentorf II das nächste Prestigeduell an. Offiziell haben die Wentorfer in Börnsen keinen „Tarnnamen“. Auf Nachfrage schlug SVB-Coach Christian Somann aber Reinbek-Süd vor.


Herbstmeister: Die Bilanz des SV Hamwarde kann sich sehen lassen. Seit fünf Spielen, genauer gesagt sogar seit 452 Minuten, steht beim Tabellenführer hinten die Null. Auch der MSV Hamburg II konnte die Abwehr um Tjark Schuchhardt nicht knacken. Nach dem 5:0 feierten die Hamwarder mit der kompletten Truppe die Herbstmeisterschaft in der Trittauer Disco „Fun-Parc“. Mit dabei auch Trainer Maxwell Phelps. „Als ich das letzte Mal vor 20 Jahren da war, hieß der Laden noch „Elephant“, sagte Phelps.


Angstgegner: Wehe, wenn der Düneberger SV II gegen den Tabellenletzten spielt. Nach der Niederlage in Aumühle Mitte Oktober kam der DSV auch gegen den SCVM III nicht über ein 1:1 hinaus. „Gegen die Letzten tun wir uns immer schwer“, sagte Coach Carsten Schruhl. Auf der anderen Seite freute sich Aushilfscoach Hartmut Wulff („Ich bin die Vertretung der Vertretung“) in Abwesenheit von Anna Hepfer und Thomas Niese besonders darüber, dass eine von ihm einstudierte Eckenvariante erfolgreich war. Die Flasche Hochprozentiges, die er den Spielern dafür versprochen hatte, spendierte er gern.


Verwandelt: „30 Minuten lang habe ich gedacht, wir würden gegen eine Landesliga-Mannschaft spielen“, sagte Andreas Weng, Coach des SC Wentorf II. Atlantik 97 überrannte den Kontrahenten im Spitzenspiel förmlich, führte hochverdient mit 3:0. Doch die Gäste waren sich ihres Sieges zu sicher und verloren noch 4:5 – bereits die vierte Saisonpleite des Titelaspiranten. „Das Spiel habe ich noch nicht verdaut“, sagte ein konsternierter Atlantik-Trainer Alexander Schreiber. „Über Platz eins brauchen wir erst mal nicht zu sprechen.“ Rückstand auf Spitzenreiter Hamwarde: acht Punkte.


Unverzagt: Auch nach zuletzt zwei Niederlagen hat die TSG Bergedorf II den Titel in der Kreisliga 4 noch nicht abgeschrieben. Im Gegenteil. „Wir sind in Schlagdistanz und jetzt kommen die direkten Duelle“, sagte der Trainer des Tabellendritten Alexander Müller, nachdem sein Team beim 5:1 gegen St. Pauli V den Negativtrend gestoppt hatte. Nacheinander geht es nun gegen die anderen drei Spitzenteams. Und vielleicht verkürzt sich der Sechs-Punkte-Rückstand noch am Grünen Tisch. Am 6. November wird der Einspruch der TSG gegen das 1:4 gegen Billstedt-Horn verhandelt. Ein Billstedter soll nicht spielberechtigt gewesen sein.


Hart erarbeitet: Am anderen Tabellenende der K4 angekommen ist derweil die TSV Reinbek II nach dem 2:4 gegen Rahlstedt III. „Die Rote Laterne haben wir uns hart erarbeitet“, übte sich Torwart-Trainer Frank Walter nach dem siebten sieglosen Spiel in Folge in Galgenhumor.