TuS Dassendorf

Edel-Joker Marcel von Walsleben-Schied: „Ich bin noch da“

Mit der ihm eigenen Entschlossenheit wuchtet Marcel von Walsleben-Schied den Ball zum 2:2 ins Tor. Keeper Jannis Waldmann kommt zu spät.

Mit der ihm eigenen Entschlossenheit wuchtet Marcel von Walsleben-Schied den Ball zum 2:2 ins Tor. Keeper Jannis Waldmann kommt zu spät.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Mit seinem Tor zum 2:2-Endstand rettet Marcel von Walsleben-Schied seiner TuS Dassendorf ein Unentschieden beim USC Paloma.

Dassendorf. Im Spätherbst seiner bewegten Fußball-Karriere muss sich Marcel von Walsleben-Schied immer häufiger in Geduld üben. Der Ex-Profi ist bei der TuS Dassendorf in dieser Serie überwiegend Ersatz. Auch im Oberliga-Auswärtsspiel beim USC Paloma musste der 36-Jährige 73 Minuten lang warten, bevor er eingewechselt wurde. „Schiedi“ hat nie öffentlich geklagt über seine Reservistenrolle. Doch als der Angreifer nun kurz vor Ultimo das 2:2 erzielt (83.), ist für einen Moment an seinen Gesichtszügen und seiner Gestik zu erahnen, wie es in ihm wohl aussieht. Ohne die Mundwinkel zu bewegen, dafür aber mit weit aufgerissenen Augen sprintet der Torjäger in Richtung Anstoßkreis. Sein Blick, in den durchaus etwas Zorn hineininterpretiert werden darf, geht zu Coach Jean-Pierre Richter. Und von Walsleben-Schied klopft sich kurz mit der Faust auf seine Brust. Es scheint, als ob er in diesem Augenblick allen zeigen will: „Ich bin noch da.“

Kreativität und Spielwitz haben gefehlt

Das Tor des von Richter zum „Edeljoker“ degradierten Stürmers bewahrt den Spitzenreiter vor seiner ersten Saisonniederlage. Das ist aber auch schon fast der einzige positive Aspekt einer durchwachsenen Dassendorfer Vorstellung an der Brucknerstraße. Über weite Strecken der Begegnung hat der TuS insbesondere das gefehlt, was Routinier von Walsleben-Schied seit jeher auszeichnet: Zielstrebigkeit. „Uns haben Spielwitz, Kreativität, eine bessere Passquote und schnelle Lösungen gefehlt“, zählte Richter weitere Mängel auf: „Immerhin nehmen wir noch einen Punkt mit, aber das stellt uns natürlich nicht richtig zufrieden.“

Insbesondere im ersten Abschnitt tat sich die TuS gegen den Aufsteiger extrem schwer, Chancen zu kreieren. Zu behäbig und umständlich agierte der Hamburger Pokalsieger, sodass die Uhlenhorster sich immer wieder stellen und klären konnten. Gefühlte 80 Prozent Ballbesitz für den Gast führten vor dem Seitenwechsel zu keinem Tor.

Pfusch bei der Abwehrarbeit

Nach der Halbzeit und der schnellen Führung durch Len Aike Strömer, der nach schönem Zusammenspiel von Sven Möller und Tarec Blohm traf (53.), schien das Feld für den Tabellenführer bereitet zu sein. Schließlich mussten die Hausherren nun zwangsläufig etwas von ihrer sehr defensiven Ausrichtung abrücken, sodass sich mehr Räume für die TuS ergeben würden.

Aber es kam alles anders. Der Favorit pfuschte nun in der Arbeit gegen den Ball, was Paloma eiskalt ausnutzte. Zunächst egalisierte Michel Blunck per Kopf (64.), dann brachte Tom Bein den Außenseiter gar in Front (78.). Und selbst nach von Walsleben-Schieds Ausgleich hatte der USC durch Denny Schiemann noch die Riesenchance zum Sieg – Keeper Christian Gruhne parierte prächtig (90.+1).
TuS: Gruhne (2); Lenz (3), Aust (2), K. Carolus (3); Hinze (3) ab 73. Von Walsleben-Schied (-), Strömer (3) ab 65. Dettmann (-), Blohm (3) ab 81. Kurczynski (-), Dittrich (3-4), Möller (3); Maggio (4), Nägele (3-4).