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Robin Willers: Sein Knochenmark kann ein Leben retten

Robin Willers, Fußballer beim SV Börnsen II und DKMS-Spender

Robin Willers, Fußballer beim SV Börnsen II und DKMS-Spender

Foto: CHRIS HAUPT / Haupt

Für Robin Willers war es selbstverständlich, dass er spendete. Das DKMS-Profil des Fußballers des SV Börnsen II passt zu dem eines Jungen.

Börnsen. Die Koffer waren gepackt. Am kommenden Morgen um 6 Uhr sollte der Flug in den Urlaub gehen. Robin Willers war mit seinen Gedanken schon in den USA, genauer in Seattle. Da klingelte das Handy des Fußballers der zweiten Mannschaft des SV Börnsen. Für einen Jungen in Frankreich sollte dieser Anruf von lebenswichtiger Bedeutung sein.

Wie dieser Junge heißt oder wie alt er ist, das weiß Robin Willers nicht. Nur so viel: Der junge Franzose braucht das Knochenmark des 32-jährigen Geesthachters, denn er hat Blutkrebs (Leukämie).

Vor drei Jahren typisiert

Alles begann vor rund drei Jahren. Die HSV-Altliga war zu Gast auf dem Sportplatz am Hamfelderedder. Bei dem Event der damaligen dritten Herren ging es aber nicht nur um Fußball. Das Team um Benjamin Claasen sorgte für eine Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Die Spieler der ersten drei Mannschaften und viele Zuschauer machten mit. Auch Willers ließ sich registrieren.

Im vergangenen Jahr erhielt er dann ein Schreiben: Er gehört zum Kreis der möglichen Spender. Es folgten einige Untersuchungen, um zum Beispiel schwere Erkrankungen auszuschließen, die sich übertragen könnten. Julia Runge von der DKMS betont aber: „Natürlich kann jeder Spender zu diesem Zeitpunkt noch zurücktreten.“

Für Robin Willers war das nie ein Thema: „Ich musste zu keinem Zeitpunkt überlegen, ob ich spende oder nicht.“ Nach seinem USA-Urlaub machte sich der Börnsener Fußballer Anfang Oktober auf dem Weg nach Köln. In 80 Prozent aller Fälle werden ambulant Blutstammzellen entnommen. Diese werden über ein Medikament ausgeschwemmt und über die Venen gesammelt.

„Ich würde es wieder tun“

Bei Robin Willers war es etwas aufwendiger. Ihm wurde etwa ein Liter Knochenmark aus dem Beckenbereich entnommen – unter Narkose. Bei bestimmten Blutkrebserkrankungen wird Knochenmark benötigt, das sich beim Spender binnen 14 Tagen wieder vollständig nachbildet. „Ich würde es auf jeden Fall wieder tun“, betont Willers. Die Erfolgsquote liegt bei Kindern bei etwa 80 Prozent, bei Erwachsenen bei 50.

Demnächst wird er auch wieder anfangen, Fußball zu spielen. Die Zwangspause lag aber weniger an seiner Spende, als vielmehr an einer Bänderdehnung im Knöchel, die er sich zu Saisonbeginn zugezogen hatte.

Übrigens: Vor kurzem haben ein Spender und eine Patientin in Deutschland sogar geheiratet. In Frankreich wäre eine derartige Hochzeit nicht möglich. Unser Nachbarland hat, was den Datenschutz angeht, deutlich härtere Richtlinien. Robin Willers wird den französischen Jungen bei der aktuellen Gesetzeslage also persönlich nie kennenlernen.