Kreisliga-Kolumne

Nicht so viel meckern, sondern einfach machen

Kopfballduell zwischen Thomas Steeg (TSV Glinde II, links) und Yannick Drews vom SC Wentorf II. 

Kopfballduell zwischen Thomas Steeg (TSV Glinde II, links) und Yannick Drews vom SC Wentorf II. 

Foto: Volker Koch

In der Kreisliga-Kolumne geht es auch um eine neue Rolle für einen Meckerbüddel, einen traumhaften Fallrückzieher und den Überraschungs-Ersten.

Neue Rolle: Dass Thomas Schwager, 38-Jähriger Neuzugang des TSV Glinde II, auf dem Fußballplatz viel und manchmal auch zuviel redet, war auch Trainer Wolfgang Spethmann schnell aufgefallen. Seine Antwort darauf: Er gab dem Routinier nach zwei Gelb-Roten Karten wegen Meckerns eine neue Aufgabe im für ihn ungewohnten defensiven Mittelfeld. Dort muss Schwager viel mehr laufen, wodurch vielleicht auch die Luft zum Reden fehlt. Wie dem auch sei: Zweimal in Folge spielte Schwager nun auf der „Sechs“ so gut, dass er es jeweils in unserer Kreisliga-Elf der Woche schaffte.


Traumhaft: Rund 20 Meter betrug die Entfernung für Stanislav Schkolnik zum Tor des Fußball-Kreisligisten Atlantik 97. Dabei stand der Spieler der TuS Dassendorf II mit dem Rücken zum Gehäuse des Clubs aus Neuallermöhe. Schkolnik stoppte den Ball mit der Brust, ließ sich nach hinten fallen und zog per Fallrückzieher ab – ein Traumtor zum 3:1, das den Weg zum 3:2-Sieg über den Titelkandidaten bereitete. „Da passte alles. Cristiano Ronaldo hätte es nicht besser machen können“, schwärmte Jörg Willhöft, der Sportliche Leiter der TuS-„Zweiten“. Atlantiks Alexander Schreiber hatte nach der dritten Saisonpleite auch wenig zu meckern. „Das war eine Werbung für die Kreisliga.“ Oder wie es Willhöft ausdrückte: „Die waren stark, wir waren stärker.“ Wohlgemerkt: Atlantik ist Zweiter, Dassendorf Neunter.


Lufthoheit: Auf unter 1,60 Meter schätzt Dünebergs Abteilungsleiter Thomas Josteit Zweite-Herren-Spieler Cem Aslan. Das ist insofern interessant, weil der kleinste Akteur auf dem Feld im Spiel gegen den ETSV Hamburg II per Kopf das zwischenzeitliche 2:0 für den DSV II erzielte. Die Führung durch Tobias Harnisch bereitete Erste-Herren-Trainer Dennis Tornieporth vor, der wegen Personalmangels eingesprungen war. Zum Sieg reichte es nicht. Moritz Lenzen glich per Doppelpack zum 2:2 aus.


Besser spät als nie: Nach der vierten vergebenen Großchance hatte Trainer Rüdiger Neuhaus genug von Pascal Özdemir gesehen. An der Seitenlinie stand schon Jeffrey Brandt zum Wechsel bereit, als Özdemir beim FC Bergedorf doch noch zum 1:0 traf. Anschließend ließ sich der Torschütze mit einem Grinsen im Gesicht auswechseln. Sein flapsiger Kommentar zu seinem Coach: „Ich habe gesehen, du willst wechseln. Da habe ich mal lieber schnell getroffen.“ Özdemirs Treffer blieb der einzige des Tages.


Geheimnis des Erfolgs: Nach dem stärksten Team der K3 gefragt, fällt häufig der Name Atlantik 97. Praktisch nie genannt wird derweil der Tabellenführer SV Hamwarde, der nach dem 2:0 gegen TSG Bergedorf bereits fünf Punkte Vorsprung hat. Doch was macht den Erfolg (elf Siege in 13 Punktspielen) aus? Da wäre die gute Defensive um Abwehrchef Tjark Schuchhardt (erst 14 Gegentore) zu nennen. Nicht zu vergessen Torwart Dirk Kappmeyer. „Den hatten wir als Feldspieler eingeplant. Aber er strahlt eine tolle Ruhe aus“, sagt Coach Maxwell Phelps. Weitere Punkte sind ein gefährlicher Stürmer (Pascal de Boer, 13 Saisontreffer), ein kampfstarkes Mittelfeld und vor allem die endlich mal gute Trainingsbeteiligung. „Zuletzt waren 18 Spieler da“, sagte Phelps.


Vorfreude: Gleich drei brisante Duelle stehen am kommenden Spieltag an. Der SVCN II empfängt dabei im Vierländer Derby Altengamme II (Sonnabend, 12 Uhr). Die TuS Dassendorf trifft auf „Kröppelshagen-West“, wie der Sportliche Leiter Jörg Willhöft Gegner SV Börnsen II nennt (Sonnabend, 15 Uhr). Hintergrund: Beim Revierderby Schalke gegen Dortmund sprechen die Fans auch nicht den Namen des Kontrahenten aus. Dabei steht Herne-West für Schalke und Lüdenscheid-Nord für Dortmund. Das dritte Derby steigt in Bergedorf. Die TSG spielt am Sonntag (15 Uhr) gegen den FCB.