Fussball-Oberliga

Die Curslacker Krise hält an

Auch dieser Ball will nicht ins „Cordi“-Gehäuse: SVCN Marvin Schalitz (2. v. l.) kommt nicht an den Ball.

Auch dieser Ball will nicht ins „Cordi“-Gehäuse: SVCN Marvin Schalitz (2. v. l.) kommt nicht an den Ball.

Foto: Volker Koch

Für den SV Curslack-Neuengamme kommt es immer dicker. Bei Concordia kassierten die Vierländer trotz vieler Chancen die sechste Saisonpleite.

Curslack. Eine Szene steht sinnbildlich für das aktuelle Dilemma des SV Curslack-Neuengamme. Nach Traumpass von Marco Schubring hat Hamed Mokhlis eigentlich freie Schussbahn. Doch der Oberliga-Fußballer zögert im Duell bei Concordia zu lange, sodass Phillip Pettersson ihn stellen kann. Dabei berührt der Concorde Mokhlis hörbar. Ein Elfmetergeschenk, das der Curslacker aber nicht annimmt, obwohl er ins Straucheln kommt. Stattdessen will er unbedingt selbst das Tor machen. Für den Abschluss braucht Mokhlis jedoch viel zu lange. Sein Schuss wird geblockt, die Chance auf den Anschlusstreffer ist dahin (51.). Am Ende verliert der SVCN die Begegnung zweier gleichwertiger Teams 0:2 und steckt im Tabellenkeller fest.

Eine Ergebniskrise

„Es geht nicht darum, dass ich den Ball schön ins Tor schieße, sondern dass er einfach reingeht“, betont SVCN-Trainer Matthias Wulff. Seine Elf hat zwar fast doppelt so viele gute Offensivaktionen wie der Gegner, betreibt dabei aber Chancenwucher. Darum sagt Wulff: „Wir haben keine Leistungskrise, sondern eine Ergebniskrise.“

Doch Krise bleibt Krise. Selbst wenn Wulff richtigerweise feststellt: „Der Spielverlauf war hart.“ Denn während die Gäste sich durch Marco Schubring (13., 15.) und Witali Wilhelm (14./Ecke an die Latte) mehrfach erfolglos versuchten, traf Concordia gleich mit der ersten Gelegenheit.

Und zwar mit einem Treffer Marke „Tor des Monats“: Von der Strafraumkante drosch Umut Kocin den Ball nach einer Ecke volley unhaltbar in die Maschen (28.). Nach dem Nackenschlag brauchte der SVCN einige Minuten, um sich zu erholen. In dieser Phase hielt Curslacks Ersatzkeeper Leon Giese, der gegen Bazier Sharifi aus kurzer Distanz hervorragend parierte (36.), seine Farben im Spiel.

Mokhlis braucht zu lange

Auf der anderen Seite setzte Schubring Mokhlis zum ersten Mal in Szene. Doch schon da brauchte der Curslacker zu lange und traf zudem nur das Lattenkreuz (41.). „Im Training macht er die alle“, ärgerte sich SVCN-Co-Trainer Daniel Grosse.

Doch es kam für die Vierländer noch bitterer: Mit der letzten Aktion des ersten Durchgangs erhöhte Jan Novotny per Kopf auf 2:0 (45.+1).

Nach dem Wechsel vergab „Cordis“ Kapitän Steven Lindener die Vorentscheidung (60.), ansonsten stemmten sich die Curslacker wacker gegen die sechste Saisonpleite. Doch vor dem Tor blieben sie glücklos. Insbesondere Mokhlis, der nach erwähnter Chance (51.) noch zweimal aus guter Position abzog, aber jeweils mehrere Meter verzog (56., 80.), klebte das Pech am Stiefel. Schubring im Eins-gegen-Eins (64.) und Oliver Franz per Kopf (75.) scheiterten an „Cordi“-Torhüter Tobias Braun. Und zum Schluss war Comebacker Arnold Lechler frei durch, traf aber nur den Pfosten (90.+3). „Das passt zu unserer Situation“, resümierte SVCN-Manager Oliver Schubert. Und wie kommt man da heraus? „Im Normalfall zahlt sich harte Arbeit aus“, schloss Coach Wulff.

SVCN: Giese (2); Witmütz (4-5) ab 78. Lechler (-), Spiewak (3), Schalitz (3) ab 87. Lenz (-), Wilhelm (4); Bannasch (3-4), Franz (3-4); Kühn (3-4) ab 64. Beldzik (-), Rogge (5), Mokhlis (5); Schubring (4-5).