Fußball-Oberliga

TuS Dassendorf: Voller Selbstbewusstsein zum TSV Sasel

Schnelligkeit gehört zu den Stärken von Dassendorfs Verteidiger Edin Tanovic.

Schnelligkeit gehört zu den Stärken von Dassendorfs Verteidiger Edin Tanovic.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Dassendorf. TuS-Verteidiger Edin Tanovic kehrt zum Oberliga-Spitzenspiel zurück an seine alte Wirkungsstätte.

Dassendorf. Zwei Jahre lang war Edin Tanovic beim Fußball-Oberligisten TSV Sasel eine feste Größe in der Abwehr. Von 68 Punktspielen stand er 62 Mal auf dem Feld, half mit, den Verein mit den Plätzen sechs und sieben im gehobenen Mittelfeld zu etablieren. Im Sommer folgte dann der Wechsel zum Serienmeister TuS Dassendorf. „TuS-Spieler Maxi Dittrich, mit dem ich eng befreundet bin, hatte mich angesprochen, ob ich mir nicht vorstellen könnte, diesen Schritt zu gehen“, erzählt Tanovic. Der 22-Jährige konnte es, und nach nun dreieinhalb Monaten bei der TuS hagelt es Komplimente von allen Seiten. „Wir sind sehr zufrieden mit ihm“, lobt TuS-Sportchef Jan Schönteich, „er hat sich wunderbar eingefügt.“ „Er ist sehr talentiert, technisch sehr stark, gut im Raum und hat eine gute Spieleröffnung“, ergänzt TuS-Coach Jean-Pierre Richter, „als Linksfuß schafft er uns auf der halblinken Seite ein gutes Angebot.“

Emotional-menschlicher Aspekt

Am Sonntag geht es für Tanovic nun erstmals mit seinem neuen Verein zurück zum Ex-Klub nach Sasel. „Es ist schon ein komisches Gefühl, jetzt plötzlich auf der anderen Seite zu stehen, zumal ich mit der Mannschaft des TSV noch gut befreundet bin“, gibt der Auszubildende zum Kaufmann für Büromanagement zu. Natürlich brennt er darauf, gegen seine früheren Teamkollegen zu spielen. Und er scheint gute Chancen auf einen Einsatz zu haben, wie Richter durchblicken lässt: „So ein emotional-menschlicher Aspekt spielt immer eine Rolle.“

Auch wenn der Saseler Höhenflug zuletzt mit der 1:4-Pleite beim TuS Osdorf jäh gebremst wurde, ist es das absolute Spitzenspiel: Der Tabellenzweite TSV Sasel hat den Spitzenreiter TuS Dassendorf zu Gast (Sonntag, 15 Uhr, Saseler Parkweg).

Einer der Jüngsten im TuS-Kader

Doch nicht nur wegen der sechs Punkte Vorsprung sind die Unterschiede zwischen beiden Klubs gewaltig. „Bei Sasel war ich mit meinen damals 21 Jahren einer der Ältesten“, beschreibt Tanovic die TSV-Himmelsstürmer, „in Dassendorf hingegen mit jetzt 22 Jahren einer der Jüngsten.“ Das merkt er in jedem Training. „Die individuelle Qualität von vielen Spielern ist unglaublich hoch“, schwärmt er, „man muss sehr viel konzentrierter sein als früher.“ „Mannschaftstaktisch kann er sich sicherlich noch verbessern“, analysiert Richter, „Edins große Stärke liegt darin, den Druckphasen des Gegners standzuhalten.“

Die dürften auf dem kleinen Kunstrasen am Parkweg auch von Sasel zu erwarten sein. Und so sind die Chancen von Tanovic, gegen seinen Ex-Klub zum Einsatz zu kommen, tatsächlich nicht so schlecht sein. In sieben von elf Partien durfte er auf seiner angestammten Position als linker Innenverteidiger der Dreierkette mitmischen. Keine schlechte Bilanz angesichts der starken Konkurrenz im Kader. Doch Tanovic betont: „Es geht nicht nur um Einsätze. Ich bin vor allem extrem siegesorientiert.“

In zwei Jahren nur ein Tor

„Dass er nicht in jedem Spiel der große Entscheider sein würde, war ja von vornherein klar“, ergänzt Schönteich. Bislang wartet Tanovic, der als Jugendlicher für den FC St. Pauli, Concordia und Holstein Kiel kickte, noch auf sein erstes Saisontor. Auch in zwei Jahren Sasel gelang ihm nur ein einziger Treffer. „Beim TSV durfte ich als Verteidiger nie mit nach vorn gehen“, erinnert er sich, „in Dassendorf ist das anders.“

Aber wer weiß: Vielleicht klappt es mit seinem ersten TuS-Treffer ausgerechnet in Sasel. Es wäre die perfekte Pointe einer bemerkenswerten Fußballer-Karriere.