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Wie kommen diese SC Wentorf-Trikots nach Ghana?

Der Trainer der fußballverrückten Strandjungs von Cape Coast präsentiert stolz ein Trikot des SC Wentorf.

Der Trainer der fußballverrückten Strandjungs von Cape Coast präsentiert stolz ein Trikot des SC Wentorf.

Foto: Klaus Lantermann

Wentorf. Einheimische Jugendliche spielen am Strand von Cape Coast, der drittgrößten Stadt in Ghana, in leuchtend gelben SC-Wentorf-Trikots.

Wentorf. Cape Coast, die drittgrößte Stadt in Ghana. Hier gibt es ein historisches Fort, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Das Cape Coast Castle hat eine dunkle Vergangenheit. Es diente als Gefängnis für Einheimische, die für den Verkauf und Transport als Sklaven nach Amerika in den Kellerverliesen oft monatelang auf die Schiffe warten mussten, ehe sie verladen wurden. Heutzutage ist der Ort wegen seiner langen Strände bei Touristen sehr beliebt. Und natürlich wird hier im heißen Sand auch Fußball gespielt.

Fußball ist in Ghana die Sportart Nummer eins

Wie in den meisten afrikanischen Ländern ist es die Sportart Nummer eins. Doch warum tragen viele der jungen Kicker, die dort im Sand den Anweisungen ihres Trainer lauschen und gegen den Ball treten, Trikots des SC Wentorf? Wir haben nachgeforscht.

Ein Koffer voller Trikots

Die Wentorferin Nina von Osten hat in Ghana ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) für „KulturLife“ verbracht. Die gemeinnützige Organisation mit Sitz in Kiel setzt sich für friedliches und gerechtes Zusammenleben in einer globalisierten Welt ein. Im April bekam sie Besuch von ihrem Vater Michael von Osten. Der hatte im Gepäck einen Koffer voller Trikots. Der 53-Jährige war früher Torwarttrainer der 1. Herren des SC Wentorf. Noch heute ist er bei jedem Spiel der Bezirksligamannschaft dabei. Trainer Slavec Rogowski bezeichnet ihn als „Edelbetreuer“. Die gelben Wentorfer Jerseys waren für das Projekt seiner Tochter bestimmt.

Von Fußballern, die Müll sammeln

Von seinem Hotelzimmer aus sah Michael von Osten, der zum ersten Mal seinen Urlaub in Ghana verbrachte, dann die Jungs am Strand Fußball spielen. Und nicht nur das. Der Trainer ließ seine jugendlichen Kicker auch den Sand säubern. „Das hat mich sehr beeindruckt“, sagte von Osten. „Plastik ist hier ein großes Problem. Es liegt praktisch überall herum, auf den Straßen, in den Flüssen und eben am Strand.“

Ein Paket aus Wentorf

Der SCW-Betreuer nahm Kontakt zum Coach auf. Im Sommer schickte er dann ein großes Paket nach Ghana – mit etwa 15 gelben Jerseys, die den Schriftzug des SC Wentorf tragen. Und so kamen die Trikots an den Strand von Cape Coast.