Lotto-Pokal

SV Hamwarde mit nächstem Pokal-Coup

Hamwardes Pascal de Boer (links) setzt Philipp Jacobs nach.

Hamwardes Pascal de Boer (links) setzt Philipp Jacobs nach.

Foto: Thomas Rokos / Thomas Rokos / BGZ

Hamwarde. Mit dem SC Sternschanze schießt der SVH den dritten Landesligisten aus dem Wettbewerb. Im Elfmeterschießen wurde einer zum Helden.

Hamwarde. „Hört auf mit dem Reden. Wir gewinnen einfach.“ Dirk Kappmeyer hatte keine Lust mehr auf Kreis-Sperenzien oder sonstige Geplänkel. Der Mann wollte einfach nur noch dahin, wo er hingehört: in den Kasten des SV Hamwarde. Denn es sollte das ultimative Highlight des Pokal-Dramas mit dem SC Sternschanze folgen. Das Elfmeterschießen, in dem der SVH sensationell mit 7:4 (2:2, 3:3) den Landesligisten aus dem Wettbewerb beförderte.

„Es hat mir vor dem Elfmeterschießen zu lang gedauert“, erklärte Hamwardes Handschuhträger, „du machst dir sonst zu viele Gedanken.“ Und dann hätte das dritte Husarenstück des Fußball-Kreisligisten womöglich platzen können, der in den Runden zuvor zunächst Vorwärts/Wacker Billstedt, dann den VfL Lohbrügge (beide Landesliga) eliminiert hatte und durch ein Freilos in die Runde der letzten 32 vorgestoßen war.

Drei von vier gehalten

Insbesondere „Schanzes“ Stürmer Nils Sörensen dürfte schlecht geschlafen haben. Denn sein Albtraum vom ominösen Punkt heißt Kappmeyer, Dirk Kappmeyer. Schon in der Verlängerung war der Gäste-Angreifer per Strafstoß an Hamwardes Nummer eins gescheitert (112.) – und weil der 30-Jährige im „Flow“ war, wollte er nach 120 Minuten einfach weitermachen, parierte gegen Marek Werner sowie abermals Sörensen und wurde nur von Martin Kleinberns bezwungen. „Drei von vier gehalten – ist ‘ne gute Quote, oder?“, so Kappmeyer grinsend. Seine Kollegen Max Schulz, Niklas Hintz, Torben Dethof und Florian Hermann verwandelten für den Außenseiter zum 7:4-Endresultat.

Das Pokal-Phänomen Hamwarde geht also weiter, und es beschränkt sich nicht nur auf Dirk Kappmeyer. Es ist eine totale Teamleistung, jeder im Kader von Coach Maxwell Phelps ist besonders im Hamburger Cup-Wettbewerb in der Lage, über sich hinauszuwachsen, Statements ins Gras an der Mühlenstraße zu grätschen, zu spielen, zu rennen, sich reinzubeißen. Wenn dann auch noch das ganze Dorf mitgeht – wer soll dieses Pokal-Wunder dann verhindern? „Wir passen uns offenbar den Gegnern an, können es in eine als auch in die andere Richtung“, meint Kappmeyer.

SVH führte dreimal

Auch Phelps’ Analyse geht in diese Richtung: „Am Anfang einer Saison kann es eher mal passieren, dass wir als Kreisligist mal einen Landesligisten schlagen.“ Weil die höherklassigen Mannschaften möglicherweise noch ihren Rhythmus suchen, eher mal einen schwächer eingeschätzten Gegner unterschätzen. „Dass das aber noch Anfang Oktober passiert, ist fast unmöglich. Landesliga können wir offenbar“, findet Phelps.

Dreimal führte seine Equipe im Spiel, zunächst durch Pascal de Boer zum 1:0 (14.), dann durch ein Traumtor von Benjamin Hoops mit 2:1 (64.) und durch Helge Scharnberg mit 3:2 (116.). Der SCS konnte zweimal durch Omar Boutrif (22., 84.) und durch Sörensen (118.) ausgleichen. Und das Hamwarder Gemüt musste, als sich Scharnberg nach seinem vermeintlichen Siegtreffer bereits gelbverwarnt des Trikots entledigte („Ich hatte so einen Adrenalinschub und habe nicht mehr daran gedacht“), einen psychologischen Dämpfer wegstecken (Gelb-Rot, 117.). Doch der SVH hatte ja noch Kappmeyer.

SVH: Kappmeyer; H. Dähn (81. H. Scharnberg), Helling (119. Herrmann), Schuchhardt, Scholz; Hintz, A. de Boer, G. Dähn, Hoops (65. Dethof); P. de Boer, Wollan (99. Schulz).