Handball-Kolumne

In letzter Sekunde Siebenmeter pariert

Lauenburgs Jonathan Fengler (vorn) ist von Thies Jensen (links/HSG Kalkberg) nur mit einem Foul zu stoppen. Rechts: Til Stölting.

Lauenburgs Jonathan Fengler (vorn) ist von Thies Jensen (links/HSG Kalkberg) nur mit einem Foul zu stoppen. Rechts: Til Stölting.

Foto: Thomas Rokos / Thomas Rokos / BGZ

Bergedorf. Nichts als Heldengeschichten gibt es heute in der Handball-Kolumne. Von Keepern, Kreisläufern und zwei Torhüterinnen wider Willen.

Wie verwandelt: In dieser Saison hatte Jonathan Fengler, Kreisläufer beim Handball-Landesligisten Lauenburger SV, in keiner Partie mehr als ein Tor erzielt. Im Heimspiel gegen die HSG Kalkberg präsentierte er sich nun wie verwandelt. Mit acht Treffern war er der Top-Torschütze beim 27:22-Erfolg. Der frühere Zweitliga-Spieler Patrick Starke hingegen kam bei den Gästen nicht über drei Tore hinaus, weil die Lauenburger in der Abwehr kämpften (acht Zeitstrafen!), blockten und ackerten wie die Wilden. „Das haben sie richtig gut gemacht“, lobte LSV-Trainer Carmelo Hadeler.
Die zweite Luft: „Die Mannschaft mit der besten Kondition steigt selten ab“, machte Sascha Balbach, Trainer der Landesliga-Damen der SG Glinde/Reinbek seinen Spielerinnen im Sommer die Ausdauer-Einheiten schmackhaft. Mit Erfolg: Gegen den TuS Lübeck gab es mit 31:28 den zweiten Saisonsieg, weil die SG in der Schlussphase zulegen konnte. Spielerin Doreen Alisch ist bei der Rennerei ganz vorn: Sie läuft sogar Halbmarathon.
Held der letzten Sekunde: Die 15 Spieler des TuS Aumühle-Wohltorf II stürmten jubelnd aufs Feld und begruben den Helden des Tages, Torhüter Till Kretzschmar, unter sich. In letzter Sekunde hatte er im Regionsliga-Derby gegen den VfL Geesthacht einen Siebenmeter von Felix Niemann abgewehrt und damit den 30:29-Erfolg festgehalten. „Zwei Meter, bevor der Schütze den Punkt erreichte, habe ich noch schnell den Torhüter getauscht“, schilderte TuS-Trainer Tim Aldenhövel, „ich wusste von den vier Siebenmetern vorher, dass er nie täuscht, sondern immer gleich wirft. Also habe ich zu Tim gesagt: ,Reiß einfach ein Bein hoch!’“ Kretzschmar entschied sich für das rechte und lag damit goldrichtig.
„Lag die Pizza quer?“ Das fragten sich die Landesliga-Handballerinnen der HSG 404. Auf den Abend vor die Partie gegen die HSG Mönkeberg-Schönkirchen II hatten sie ihre Mannschaftsfeier gelegt. Entsprechend lagen bei der 24:30-Niederlage Genie und Wahnsinn dicht beiein­ander. Zum Beispiel bei Celina Skala, die drei Siebenmeter sicher verwandelte, starke sieben Feldtore warf, aber auch acht Fahrkarten schoss.
„Wer geht ins Tor?“ Diese Frage stellte Thomas Brodeßer, Coach der Regionsliga-Damen vom VfL Geesthacht, vor dem Spitzenspiel beim TSV Ratekau im Mannschaftskreis. Denn da Wiebke Heinsohn (Ellenbogenbruch) und Beeke Timmann (Urlaub) ausfielen, standen die Geesthachterinnen plötzlich ohne Torfrau da. Stephanie Jeurink und Sandra Helwig ließen sich schließlich erweichen und trugen ihren Teil zum 26:23-Erfolg bei.