Kreisliga-Kolumne

Wenn bei der Kabinenansprache der Gegner mithört

Bergedorfs Lennart Petersen (Mitte) versucht, sich im Kopfball-Duell gegen Eugen Schmidgal (Atlantik 97) zu behaupten. Hinten: Maksim Zakharov.

Bergedorfs Lennart Petersen (Mitte) versucht, sich im Kopfball-Duell gegen Eugen Schmidgal (Atlantik 97) zu behaupten. Hinten: Maksim Zakharov.

Foto: Volker Koch / BGZ -Volker Koch

Bergedorf. In der Fußball-Kreisliga 3 bleiben die Führenden Teams Wentorf, Atlantik und Hamwarde auf Kurs. Doch turbulent ging es zu.

Kabinenfunk: Der Trainer von Fußball-Kreisligist Atlantik 97, Alexander Schreiber, kochte. „Die ganze Woche hatten wir nur acht, zehn Leute im Training. Da denkt jeder: ,Ich spiele sowieso!’, und genauso haben sie dann trainiert und in der torlosen ersten Hälfte bei der TSG Bergedorf auch gespielt“, beklagte er sich. „In der Kabine bin ich dann ein bisschen lauter geworden.“ Ein paar Meter weiter öffnete TSG-Coach Sven Lemke die Kabinentür, Schreibers Wutausbruch war mühelos zu verstehen. „Gut gemacht, Jungs“, lobte Lemke die Seinen. Aber Schreibers Weckruf funktionierte: Atlantik siegte noch 3:1.

Mutige Entscheidung: „Bist du blind?“; fragte Torben Jeglin (SC Wentorf II) den Schiedsrichter-Assistenten, nachdem er einen Schlag ins Gesicht bekommen hatte – Rot! Eine Viertelstunde Unterzahl. Wankte der Spitzenreiter jetzt beim Stand von 2:2? Nein! SCW-Coach Andreas Weng brachte mutig mit Ilker Tiras einen weiteren Stürmer, der prompt traf, und am Ende siegten die Wentorfer bei Dassendorf II noch mit 4:2.

Neuer Coach: Sascha Otto heißt der neue Trainer des FC Bergedorf. Otto war früher Jugendtrainer und Co-Trainer der 2. Herren beim ASV Bergedorf 85. „Ich wollte gern wieder ein Herrenteam trainieren, und beim FC Bergedorf hat einfach total viel gepasst“, betont Otto, den auch das 1:7 gegen Düneberg II nicht schockte: „Es war klar, dass wir Zeit brauchen.“

Pfeife statt Grill: Eigentlich wollte er nur Würstchen verkaufen. Doch als der Schiedsrichter nicht auftauchte, sprang Jürgen Urbanski, als langjähriger Betreuer ein echtes Urgestein des TuS Aumühle-Wohltorf, bereitwillig ein und leitete das Spiel gegen Hamwarde (0:3) tadellos.

Straftraining: Schon nach einer guten Stunde hatte Wolfgang Spethmann, Trainer des TSV Glinde II bei der 0:4-Niederlage beim MSV Hamburg II genug gesehen. „Ich war drauf und dran, früher zu gehen“, gibt er zu, „die Leistung war von allen Note sechs“. Das soll Konsequenzen haben. „Den Tag der Deutschen Einheit werden sie nicht vergessen“, verspricht Spethmann, „wir haben ja genug Wald zum Laufen.

Pechvögel der Woche: Es war eine ungestüme Aktion. Daniel Wysokinski (Atlantik 97) sprang mit gestrecktem Bein in seinen Gegenspieler Kevin Regitko (TSG Bergedorf) hinein. Bei der Landung verdreht sich Wysokinski so böse das Knie, dass er mit Verdacht auf Kreuzbandriss abtransportiert wurde. Ebenfalls im Krankenhaus landeten Lennart Baaß (SVCN II) und Frederik Haller (Düneberg II). Baaß brach sich beim 1:1 gegen den ETSV II nach einer Kollision mit dem Knie von Mitspieler Danny Moldt die Nase. Haller brach sich beim 7:1 gegen den FC Bergedorf den Arm, als ein Gegenspieler unabsichtlich darauf fiel.

Glückskind der Woche: Sieben Wochen hatte Joel Wunder (vormals Benett, Wentorf II) wegen seiner Hochzeit pausiert. „Nachdem er sich in einem Spiel verletzt hatte, drängte seine Frau ihn vor der Hochzeit, lieber mit dem Fußball auszusetzen“, schildert SCW-Trainer Andreas Weng. Sein Comeback gab Wunder nun ausgerechnet bei der TuS Dassendorf II, jenen Klub, als dessen Mäzen seine neue Familie bekannt ist. Wunder traf zum 2:1 beim 4:2-Sieg.