Handball-Kolumne

Wenn nach der Pleite nur noch Capri-Sonne hilft

Traf sieben Mal für die SG Glinde/Reinbek: Claudia Riecke.

Traf sieben Mal für die SG Glinde/Reinbek: Claudia Riecke.

Foto: Volker Koch

In unserer Kolumne „Neues von der Platte“ gibt es Amüsantes und Kurioses aus unseren Handball-Ligen.


Familienbande: Ihre ersten beiden Tore für die Handballerinnen des VfL Geesthacht erzielte Juliane Meschede beim 28:24-Heimsieg in der Regionsliga gegen den TSV Ellerau. Beide Treffer bekam sie von ihrer Mutter Marion aufgelegt. Die war jeweils frei durch und hätte auch selbst abschließen können, hatte im entscheidenden Moment aber ein Herz für ihr Töchterchen. Da sich Juliane Meschede gegen Ellerau später zudem auch ihre erste Verwarnung der Saison abholte, dürfte sie nun endgültig im Kreis der „Großen“ angekommen sein.
Das Sekunden-Tor: Das nennt man Maßarbeit. Mit nur noch einer Sekunde auf der Uhr vor der Pausensirene versenkte Jesper Eggers den Ball zur 17:15-Halbzeit-Führung für die Handballer der SG Bergedorf/Vier- und Marschlande gegen die SG Wilhelmsburg. Diesen Vorsprung ließen sich die Bergedorfer nicht abjagen und siegten in der Landesliga am Ende souverän mit 31:26.
Den Bogen überspannt: Mit zwei Strafen auf der Platte zu bleiben, ist ein Tanz auf dem Drahtseil. Vanessa Mittelstädt, Landesliga-Spielerin der SG Glinde/Reinbek, gelang dieses Kunststück im Derby gegen die HSG 404 immerhin fast 18 Minuten lang. Dann „erwischte“ es Mittelstädt vier Minuten vor Schluss doch, und der sicher geglaubte Sieg geriet nach ihrer Roten Karte noch einmal in Gefahr. Doch Mascha Göde verwarf den fälligen Siebenmeter für die Gäste, Glinde/Reinbek siegte 22:19.
Stimmungsaufheller: Eigentlich wollte Torben Höhn, der Trainer der Frauen der HSG 404, ja nur im Falle eines gelungenen No-Look-Anspiels seiner Spielmacherin an den Kreis einen ausgeben: Pizza und Capri-Sonne waren ausgelobt. Das Getränk hatte er vorab bereits in der Kabine abgestellt. Doch als er nach dem 19:22 bei Glinde/Reinbek den Karton wieder einpacken wollte, war er bis auf eine Tüte leer – auch ohne Zuckerpass. „Zumindest war danach die Stimmung wieder aufgehellt“, nahm es Höhn nach der ersten Niederlage in der jungen Vereinsgeschichte gelassen. Die HSG 404 ist ein Zusammenschluss aus TSV Schwarzenbek und GHG Hahnheide.
Lost in Vierlanden: Dutzende Male hatte Thomas Brodeßer, Trainer der Handballerinnen vom VfL Geesthacht, seine Spielerin Beeke Timmann nach Hause gefahren, als diese noch eine Jugendliche war. Jetzt feierte Timmann in den Vierlanden ihren 30. Geburtstag und lud die ganze Mannschaft ein. „Ich dachte mir, das finde ich auf jeden Fall, so oft, wie ich früher dort gewesen bin, und hatte mich gar nicht um die genaue Adresse gekümmert“, schildert Brodeßer verzweifelt, „doch als ich über die Brücke und an den goldenen Glocken vorbei war, habe ich irgendwie den Weg verloren.“ Ratlos kurvte er durch die Vierlande, rief panisch an, doch die Musik der feiernden Damen übertönte jedes Handy. Als die dann nachts um drei zurückriefen, musste Brod­eßer gestehen, dass er schon wieder den Heimweg angetreten hatte. Übrigens: Ihr Spiel haben die Geesthachterinnen am Tag nach der Feier trotzdem gewonnen...
Unfall beim Training: Pechvogel der Woche ist Marco Johannsen von der HSG 404. Im Training riss er sich die Strecksehne im Mittelfinger. Ob das von selbst wieder verheilt oder operiert werden muss, ist noch unklar. Auf jeden Fall musste Johannsen für das Regionsliga-Spiel gegen Groß Grönau passen. Damit stand Coach Andreas Hartung ohne wurfgewaltige Rückraum-Schützen da. In seiner Not bat er Tom Arnold aus der „Zweiten“ hinzu, und der erwies sich mit fünf Treffern als Glücksgriff, konnte die 21:23-Heimniederlage aber auch nicht verhindern.