Skandal

Spieler des FSV Geesthacht knockt Börnsener Zuschauer aus

Niederlage und Skandal: Es war ein schwarzes Wochenende für den FSV Geesthacht.

Niederlage und Skandal: Es war ein schwarzes Wochenende für den FSV Geesthacht.

Foto: dschulz1@wmg.loc

Börnsen. Polizeieinsatz, Krankenwagen und eine Anzeige wegen Körperverletzung ließen Börnsens 4:3-Sieg gegen Geesthacht in den Hintergrund treten.

Börnsen. Schon wieder ein schockierender Zwischenfall auf dem Amateur-Fußballplatz: In der Bezirksliga liefern sich der SV Börnsen und der FSV Geesthacht eine umkämpfte und zuweilen hitzige Partie (Endstand 4:3), als es abseits des Geschehens und unbemerkt von Spielern und Schiedsrichtern auf den Zuschauerrängen passiert.

Schlag mit Kantholz an die Schläfe

Der ausgewechselte Geesthachter Stürmer Dursun Yurtoglu passiert frisch geduscht die Börnsener Zuschauerränge und liefert sich ein Wortgefecht mit dem SVB-Anhang. Darunter auch André Brausendorf, Spieler der Börnsener 2. Herren. Plötzlich schlägt Yurtoglu unvermittelt mit dem Kantholz, das sich am Schlüssel der Kabinentür befindet, zu. Brausendorf wird über der Schläfe getroffen und sinkt bewusstlos zu Boden. Er verlässt später das Krankenhaus auf eigene Verantwortung und hatte gestern immer noch ein Pfeifen auf dem Ohr. Die herbeigerufene Polizei hat eine Anzeige wegen Körperverletzung aufgenommen.

„Ich habe nur gesagt, dass er weggehen soll“

„Der Spieler hatte sich mit Zuschauern angelegt. Da habe ich nur gesagt, dass er mal ein fairer Sportsmann sein und hier mal weggehen soll“, schildert Brausendorf das Geschehen. „Daraufhin hat er mich beleidigt. Ich sage noch: ,Was willst du denn jetzt machen?’ und dann bin ich auch schon umgekippt. Es ging alles so schnell“, sagte Brausendorf.

Spieler gibt an, beleidigt worden zu sein

Yurtoglu rechtfertigt sich später damit, dass seine Familie beleidigt worden sei. Für FSV-Ligamanager Ismail Gök, der erst nach dem Abpfiff von dem Zwischenfall erfuhr, der sich auf der gegenüberliegenden Seite der Ersatzbänke abspielte, ist das allerdings keine Entschuldigung: „Egal was passiert ist, das gehört nicht auf den Sportplatz.“ Mit seinem Spieler will Gök nun noch einmal in Ruhe sprechen und dann eventuell Konsequenzen ziehen.

Ob der Verband einschreitet, ist offen

Vom Hamburger Fußball-Verband (HFV) droht dem FSV-Spieler wohl kein Ungemach. Das Schiedsrichtergespann hatte nichts mitbekommen. Die Börnsener wollen aber einen Sonderbericht an den HFV schicken.

Bei so viel Aufregung geriet der spektakuläre 4:3-Erfolg des SV Börnsen zur Nebensache. In der ersten Halbzeit hätten die Hausherren gegen ersatzgeschwächte Gäste höher als 1:0 führen müssen. Das rächte sich: Nach dem Wechsel lag plötzlich der FSV Geesthacht 3:1 vorn. Doch mit einem Schlussspurt drehte der SVB noch die Partie, über die später keiner mehr sprach.

Die Torfolge: 1:0 Bennet Ohrt (15.), 1:1 Andrej Lening (52.), 1:2 Irfan Özgenc (53.), 1:3 Dennis Lohmeier (75.), 2:3 Ohrt (82.), 3:3 Lenz Paetzold (83.), 4:3 Ohrt (88.). Gelb-Rote Karte: Joshua Wolter (SVB, 86. wiederholtes Foulspiel).
SVB: Stephan; Lüdemann, Pinnow, Kleinert, Ketschojan; Tamm (90. Rutkowski), Senkpiehl, Detjens (58. Bolz), Wolter; Steffens (58. Paetzold), Ohrt.
FSV: Ergün; Koukoulis, Koca (83. Yaylali), I. Gümüsdere, Lohmeier; E. Gök (75. Uslu), Özgenc; Lening, Ö. Topcu, Kerschke; Yurtoglu (55. Hiob).