Ohne Amerikaner

TSG Bergedorf ist das „gallische Basketball-Dorf“

Die TSG-Basketballer (von links): Trainer Björn Fock, Stefan Röhrl, Lars Fock, Florian Bunde, Max Hilger, Dominic Bassl, Philip Simon, Joscha Kolnisko, Leo Alban, Paul Owuso und Marvin Steinberg. Es fehlen: Felix Jehnichen, Steffen Kiese, Markus Timm, Janek Meyer und Mannasseh Amoah.

Die TSG-Basketballer (von links): Trainer Björn Fock, Stefan Röhrl, Lars Fock, Florian Bunde, Max Hilger, Dominic Bassl, Philip Simon, Joscha Kolnisko, Leo Alban, Paul Owuso und Marvin Steinberg. Es fehlen: Felix Jehnichen, Steffen Kiese, Markus Timm, Janek Meyer und Mannasseh Amoah.

Foto: Thomas Rokos / Thomas Rokos / BGZ

Bergedorf. Mit sieben Neuzugängen gehen die Basketballer der TSG Bergedorf optimistisch in die neue Saison in der 1. Regionalliga.

Bergedorf. Eine ungewöhnliche Herausforderung wartet am heutigen Sonnabend auf die Basketballer der TSG Bergedorf. Im Ralf-Schumacher-Kartcenter in Bispingen wollen die Korbjäger ermitteln, wer von ihnen die schnellsten Runden dreht. „Florian Bunde hat den Titel als Kart-König aus dem vergangenen Jahr zu verteidigen, während es bei den anderen damals viele lange Gesichter gab, auch bei mir“, brennt Coach Björn Fock auf eine Revanche. Die Stimmung ist also bestens eine Woche vor dem Saisonstart am
28. September.

Dann müssen die Bergedorfer bei den Rendsburg Twisters antreten (19.15 Uhr, Herderschule), die im Sommer einen US-amerikanischen Spielmacher und gleich drei Ex-Profis verpflichtet haben, darunter mit dem wuchtigen Center Paulius Sakinis einen ehemaligen Junioren-Nationalspieler Litauens.

Konkurrenz rüstet mächtig auf

Die Konkurrenz in der 1. Regionalliga rüstet also auf, und das nicht nur in Rendsburg. Möglich macht es das neue Reglement, nach dem nun jederzeit nur zwei „Local Player“ auf dem Feld stehen müssen. Neben einem amerikanischen Gastspieler ist darüber hinaus noch das Verpflichten einer beliebigen Anzahl an EU-Ausländern erlaubt, was die Teams fleißig ausnutzen, denn viele Amerikaner besitzen europäische Zweitpässe. „Mein Meisterschaftsfavorit ist Wolmirstedt, die haben einen starken Amerikaner verpflichtet“, schätzt Fock.

Die Bergedorfer hingegen sind in dieser Liga so etwas wie das „gallische Dorf“ des Basketballs. Sie haben keinen Gastspieler aus den USA. „Den könnten wir uns gar nicht leisten“, betont der Coach, doch er sieht das nicht nur als Nachteil: „Ich bin nicht traurig darum, dass wir keinen Spieler in unseren Reihen haben, der 40 Würfe nimmt.“

Die Saison kann kommen

Mit mannschaftlicher Geschlossenheit und Teamgeist wollen die Bergedorfer dagegenhalten. Davon ist beim Training am Donnerstagabend schon eine Menge zu spüren. Fock lässt Korbwürfe trainieren. Der langjährige TSG-Spieler Joscha Kolnisko hat sich mit Neuzugang Dominic Bassl zu einem Team zusammengefunden. Innerhalb von fünf Minuten versenken sie gemeinsam 39 Stück. Ein anderer Neuzugang, Leo Alban, bringt im Trainingsspiel gleich mal einen Dunking an. Die Saison kann kommen.

Auch taktisch greift Fock ja gern mal in die Trickkiste. So stellen sich seine Spieler bei Einwürfen jetzt in einer Reihe auf, um den Gegner zu verwirren, so wie es die englische Fußball-Nationalmannschaft bei der vergangenen Weltmeisterschaft erfolgreich praktizierte. „In der vergangenen Saison haben wir manche Spiele zu leicht weggeschenkt“, mahnt Fock sein Team, „dieses Mal müssen wir für jede Begegnung bereit sein, vor allem im Kopf.“

Die Intensität ist hoch

Dafür trainieren sie an diesem Abend. Sieben Neuzugänge, von denen einige höherklassige Erfahrung haben, sind zu integrieren. Kein Wunder, dass in den Trainingsspielen noch manches Stückwerk bleibt. Doch die Intensität ist da. Einmal verliert Florian Bunde das Gleichgewicht und knallt mit dem Kopf auf den Ball – Brummschädel. Er schüttelt sich und macht nach einer kurzen Pause weiter. Schließlich hat er heute seinen Titel als Kart-König zu verteidigen.