Kreisliga-Kolumne

SV Hamwarde siegt durch ein Geschenk

Hamwardes Torben Dethoff überspringt Andreas Wölfel vom Düneburger SV II.

Hamwardes Torben Dethoff überspringt Andreas Wölfel vom Düneburger SV II.

Foto: Volker Koch / BGZ -Volker Koch

In unserer Kreisliga-Kolumne geht es heute um Fairplay beim SCVM III, einen starken Verteidiger als Torhüter bei der TSG und ein Turntalent.

Fair geht vor: Als Kevin Kück vom SC Vier- und Marschlande III im Strafraum von Fußball-Kreisligist Atlantik 97 zu Fall kommt, ist die Sache für Schiedsrichter Marc Schmidt trotz vehementer Proteste der Gäste aus Neuallermöhe klar: Elfmeter! Doch Kück, dessen punktloses Team ein Erfolgserlebnis gegen den Titelanwärter gut gebrauchen könnte, gibt beim Stand von 0:3 zu, dass es kein Strafstoß war. „Eine tolle Fairplay-Aktion. Dafür habe ich ihm die Hand gegeben“, lobte Gäste-Trainer Alexander Schreiber nach dem 4:0-Erfolg seines Teams.

Gutes Omen: Immer dann, wenn bei der TSG Bergedorf auf dem Torhüter-Posten der Notstand ausgebrochen ist, springt Verteidiger Arne Grünke als Vertretungskeeper ein. Mit Erfolg. „Ich habe ihn in meiner Amtszeit jetzt fünf- oder sechsmal ins Tor gestellt. Und was soll ich sagen – mit ihm haben wir noch nicht verloren“, verriet TSG-Coach Sven Lemke nach dem 4:0-Erfolg gegen den ETSV Hamburg II. Warum steht Grünke dann also nicht immer zwischen den Pfosten? „Sonst endet das noch zu gut für uns“, so Lemke, dessen Team überraschend Vierter ist, sich aber für den Aufstieg noch nicht gewappnet sieht.

Turntalent: Spieler und Verantwortliche des SC Wentorf II staunten nicht schlecht, als der seit jeher leicht untersetzte Marco Theetz nach seinem zweiten Tor beim MSV Hamburg II (Endstand 4:0) seinen Treffer mit einem Handstand-Überschlag zelebrierte. Bis dato war der 38 Jahre junge „Theetzer“ aus vielen Oberliga-Jahren in Curslack zwar für sein feines Füßchen bekannt, hatte sein Turntalent aber immer verborgen gehalten.

Zum Glück gezwungen: Mit seinen Kräften am Ende bat Eren Gülbey vom SV Curslack-Neuengamme II kurz nach der Halbzeit gegen den TuS Dassendorf II um seine Auswechslung. „Er war länger verletzt und hatte seitdem noch nicht durchgespielt“, sagte Trainer Dirk Moldenhauer. Doch diesmal hatte der Coach Anderes im Sinn und schüttelte nur mit dem Kopf. Ein weiser Entschluss. Wenige Minuten später stellte Gülbey mit dem Tor zum 2:1 die Weichen auf Sieg (Endstand 3:1). „Nach dem Tor ging’s mit der Kraft auch wieder“, sagte Moldenhauer grinsend. Gülbey spielte durch.

Spannend gemacht: Der SV Hamwarde (3:2 gegen Düneberg II) und der TSV Glinde II (4:3 bei der TSV Reinbek) lagen in ihren Derbys klar auf Siegkurs, machten sich das Leben aber selbst schwer. „Wir sind sechsmal alleine vorm Tor und siegen am Ende, weil das 3:1 ein Geschenk ist“, sagte SVH-Coach Maxwell Phelps. Die Glinder führten in Überzahl sogar 4:1 und mussten noch zittern. „Was zählt ist, dass wir jetzt dreimal in Folge gegen Reinbek gewonnen haben“, sagte Glindes Coach Wolfgang Spethmann.

Kreisliga 4: Nicht nur die „Erste“ der TSG Bergedorf ist in der K3 auf Höhenflug. Auch die „Zweite“ rangiert in der K4 auf dem vierten Platz und hat nur drei Zähler Rückstand auf das Spitzentrio BU III, Viktoria Harburg und Altenwerder II. Gegen BU (1:3) und Altenwerder (5:0) haben die Bergedorfer bereits gespielt. Geht da also was in Richtung Bezirksliga? „Unser 4:1 gegen Schlusslicht Lorbeer war ein Pflichtsieg. „Die dicken Brocken kommen erst“, hält Betreuer Andreas Kruse den Ball flach. Derweil hinkt die TSV Reinbek II hinter den eigenen Ambitionen hinterher, ist nach dem 1:5 gegen Barsbüttel II nur auf Platz 13. „Aktuell ist Unruhe in der Truppe. Es fehlt an der Struktur, und die Trainingsbeteiligung ist nicht gut“, hat Torwarttrainer Frank Walter erkannt.