Landesliga-Derby

VfL Lohbrügge: Ovationen für einen schnöden Arbeitssieg

Die Spieler des VfL Lohbrügge bejubeln den Treffer zum 20 durch Seyhmus Atug (in der Traube rechts.). Die Spieler des Oststeinbeker SV können es nicht fassen.

Die Spieler des VfL Lohbrügge bejubeln den Treffer zum 20 durch Seyhmus Atug (in der Traube rechts.). Die Spieler des Oststeinbeker SV können es nicht fassen.

Foto: Bode / BGZ/Hanno Bode

Lohbrügge. Pascal Bäker per Elfmeter und Seyhmus Atug trafen zum 2:0-Erfolg des VfL Lohbrügge im Derby gegen den Oststeinbeker SV.

Lohbrügge. Wann hat es das zuletzt am Binnenfeldredder gegeben? „Wir wollen die Mannschaft sehen, wir wollen die Mannschaft sehen!“ hallte es nach dem 2:0-Erfolg des VfL Lohbrügge in der Fußball-Landesliga gegen den Oststeinbeker SV über die Wilhelm-Lindemann-Sportanlage. Das in der Vergangenheit nicht gerade von großem Zuschauerzuspruch oder frenetischer Fanunterstützung verwöhnte Personal des Spitzenreiters schaute sich ungläubig an und zierte sich zunächst, mit dem Anhang den siebten Sieg in Serie zu feiern. Schließlich gingen die Spieler des Trainer-Duos Sven Schneppel/Elvis Nikolic aber doch zu den Anhängern und warfen die Arme in die Luft. Das war noch sehr ungewohnt für sie und wirkte so halbherzig wie der vorausgegangene Auftritt, den Nikolic treffend als „Rumgegurke“ titulierte.

OSV geriet früh in Unterzahl

„Wir haben uns heute nicht mit Ruhm bekleckert“, hatte er zuvor im Mannschaftskreis gemahnt, nachdem der schnöde Arbeitssieg feststand. Gegen einen über weite Strecken der Begegnung viel zu zaghaft agierenden Kontrahenten, der nach einer Gelb-Roten Karte gegen Youssef Sbou (43.) in Unterzahl spielte, gönnte sich der VfL viel zu viele Kunstpausen.

Insbesondere die Vorstellung im zweiten Abschnitt stieß Nikolic übel auf: „Wir haben jetzt das dritte Mal eine Halbzeit lang in Überzahl gespielt und jedes Mal die Halbzeit nicht gewonnen.“ Dass der Erfolg gegen den Aufsteiger trotz eines nicht sonderlich inspirierten Auftritts eigentlich nie in Gefahr geriet, gründete zum einen auf der enormen individuellen Qualität des Spitzenreiters. Andererseits fehlten dem OSV der Glauben und die Mittel, um Lohbrügge ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Mutlose Gäste zu harmlos

Die Mutlosigkeit seiner Elf brachten Coach Simon Gottschling zum Kochen. „Wir haben uns komplett selbst geschlagen. Hier wäre auch mit zehn Mann noch etwas gegangen. Aber wir machen es 20 Meter vor dem Tor einfach nicht gut“, monierte der angefressene Trainer.

Auch dem VfL mangelte es im letzten Drittel des Spielfeldes an Entschlossenheit. Nicht von ungefähr fielen beide Treffer nach ruhenden Bällen. Zunächst verwandelte Pascal Bäker einen von Miguel Gimeno Hinrichs an Marcel Walter verursachten Elfmeter (19.), dann erhöhte Neuzugang Seyhmus Atug bei seinem VfL-Debüt nach einem Eckstoß per Kopf (38.). Kurz darauf wurde Sbou nach einem Foul zunächst von Referee Tobias Nawo (Grün-Weiß Harburg) verwarnt, meckerte dann aber so lange, dass der Unparteiische ihm die „Ampelkarte“ zeigte. Hernach tat Lohbrügge nur noch das Nötigste – die eigenen Fans unter den rund 120 Zuschauern fanden es trotzdem toll…
VfL: Bulanik (2); Ahmadi (3), Benkovic (3), Atug (2), Hoppe (2); Akkus (2-3) ab 80. Holz (-), Zivkovic (3), Suntic (3), Brkic (3) ab 85. Labiadh (-), Walter (3) ab 74. Gencel (-); Bäker (3).