Stadion Sander Tannen

ASV Bergedorf 85: Maximalforderung ans Bezirksamt

Am Sonntag im Derby gegen den SCVM gut besucht: das Stadion Sander Tannen.

Am Sonntag im Derby gegen den SCVM gut besucht: das Stadion Sander Tannen.

Foto: Volker Koch

Bergedorf. Nachdem der Rückbau der Stehtraversen vom Tisch ist, wünscht sich „85“ eine Sanierung. Zum Derby gegen den SCVM kamen 200 Zuschauer.

Bergedorf.  „Umweltfreundlichstes Stadion der Fußball-Bezirksliga“ – diese Auszeichnung verdient sich aktuell der ASV Bergedorf 85. Da wuchert das Unkraut schon einmal hüfthoch auf den Stehtraversen – naturbelassen eben. Allerdings enthält das Biotop zahlreiche Stolperfallen. Und deswegen würde sich der Traditionsverein über eine Sanierung der Stehplätze freuen.

Nachdem zunächst das Ende der betagten Kult-Spielstätte drohte, sieht es nun doch nach einer Rettung der Sander Tannen aus (wir berichteten). In die Gespräche mit dem Bezirksamt – ein genauer Termin steht noch nicht fest – gehen die „Elstern“ mit einer Maximalforderung. „Die Stehtraversen sollen auf beiden Seiten saniert werden“, sagt Clubchef Klaus Hinz.

Die Berichterstattung hat immerhin gut 200 Zuschauer zum gestrigen Lokalderby gegen den SC Vier- und Marschlande angelockt. Viele davon kamen zum ersten Mal seit langer Zeit an die Sander Tannen. Sie sahen zunächst die erste Torchance der Gäste. Tobias Kehr legte den Ball von der Grundlinie zurück auf Marc-Anthony Bethcke, der die Kugel aber über das Tor schoss (9.). Die beste Möglichkeit auf der anderen Seite vergab Benedikt Karsten. Die Leihgabe aus der „Zweiten“ verfehlte aber freistehend das SCVM-Gehäuse (18.).

Vermehren trifft doppelt

Der zweite Abschnitt stand dann ganz im Zeichen von Benjamin Vermehren. Erst schloss der „85“-Angreifer eine schöne Kombination zum 1:0 ab (55.). Anschließend scheiterte der 23-Jährige zweimal kläglich allein vor dem SCVM-Tor (71., 88.). Es folgte ein Hinterkopf-Kopfball an die Latte (89.). Und dann hatte Vermehren noch einen genialen Moment. Einen Freistoß aus rund 25 Metern über die rechte Seite haute er über SCVM-Keeper Timo Eilk hinweg in die Maschen (90.+2) – das 2:0. „Das habe ich schon öfter gemacht“, sagte der Matchwinner verschmitzt. Die einzige Chance für den SCVM im zweiten Abschnitt hatte zuvor Peer Wegner vergeben (80.).

Einigkeit herrschte nach dem Schlusspfiff bei beiden Trainern. Sowohl Patrick Paap (ASV) als auch Thorsten Beyer (SCVM) befanden: „Der Sieg geht in Ordnung.“

„Derbysieger, Derbysieger“, sangen derweil die Bergedorfer Spieler. Die zahlreichen „85“-Ultras feierten den Dreier auf ihre Art: mit Pyrotechnik und Böllern. Nicht gerade umweltfreundlich – dafür aber laut.
ASV: Stradins; Bannasch, Adden, Asante-Sefa, Wagner; Felker, Holthöfer (88. Knop), Karakas; Gauger (60. Dell), Vermehren, Karsten (74. Heinze).
SCVM: Eilk; Pawlak, Cengiz, Harrsen, Wagner; E. Wegner, Busch, Cicek (75. Demir), P. Wegner; Kehr (60. J. Pax), Bethcke (46. Cahnbley).