Spielabbruch

TSV Gülzow: Prügelei auf dem Fußballplatz – Messer gezogen

Wieder einmal kam es bei einem Amateur-Fußballspiel zum Eklat.

Wieder einmal kam es bei einem Amateur-Fußballspiel zum Eklat.

Foto: Claus Bergmann

Gülzow. Beim Kreisklasse-Spiel zwischen dem TSV Gülzow und TuS Aumühle-Wohltorf II hat sich die hässliche Fratze des Amateurfußballs gezeigt.

Gülzow. Beim Kreisklasse-Spiel zwischen dem TSV Gülzow und der zweiten Mannschaft des TuS Aumühle-Wohltorf hat sich am Freitagabend wieder einmal die hässliche Fratze des Amateurfußballs gezeigt. Nachdem es zwischen Zuschauern beider Fanlager zu einer Prügelei gekommen war, brach Schiedsrichter Tassilo Rohroff (SC Schwarzenbek) die Begegnung kurz vor dem Ende ab. Danach soll ein Zuschauer ein Messer gezogen und einen Aumühler Spieler damit bedroht haben. Als die Polizei mit sieben Streifenwagen eintraf, hatte der „Messer-Mann“ bereits das Weite gesucht. Eine Strafanzeige wegen Bedrohung wurde aufgenommen.

Beleidigung eines Spielers löst Eklat aus

Wie war es soweit gekommen? Etwa fünf Minuten vor dem Ende führte das Tabellenschlusslicht aus Gülzow (4:50 Tore) gegen den Zweiten völlig überraschend mit 4:2. Dann soll ein Aumühler Spieler von TSV-Fans persönlich beleidigt worden sein. „Er ist ein Hitzkopf und leider darauf angesprungen“, sagte TuS-Trainer Rainer Kucera. Mitspieler konnten ihn zurückhalten.

Dafür brach nun unter den Zuschauern eine Schlägerei aus, in deren Verlauf auch Spieler beider Mannschaften dazwischen gingen. Einen Ordnungsdienst hatte der Heimverein nicht.

Nachdem Referee Rohroff die Begegnung bereits abgebrochen hatte, die Tumulte sich aber noch nicht gänzlich gelegt hatten, rief plötzlich jemand: „Er hat ein Messer! Ein Messer!“ Zum Einsatz kam es glücklicherweise nicht. Eine Frau, die im Verein bekannt ist, soll es dem „Messer-Mann“ abgenommen haben. Beide verließen danach getrennt voneinander die Sportanlage. Anschließend beruhigte sich die Lage.

Dritter Abbruch in zwei Monaten

Für den TSV Gülzow dürfte es trotzdem ungemütlich werden. Es ist bereits der dritte Spielabbruch in den vergangenen zwei Monaten. Die ersten beiden waren jeweils von Spielern verursacht worden, von denen sich der Verein inzwischen getrennt hat. „Es lief gerade wieder gut und dann so eine Kacke“, sagt Ligaobmann Matthias „Monty“ Horst. Der Gründer der Fangruppe „Gülzow Support Elite“ saß während des Geschehens als Ersatzspieler auf der TSV-Bank. Wichtig waren Horst jedoch zwei Feststellungen: „Der das Messer gezogen hat, war definitiv kein Gülzow-Fan und die Beleidigungen waren nicht, wie anderswo behauptet und geschrieben, rassistisch. Wie sollen wir Nazis sein? Wir haben einen türkischen Trainer und drei syrische Flüchtlinge im Team.“