Dassendorf – HSV III 3:0

Lehrstunde der TuS-Abwehr für HSV-Präsident Marcell Jansen

Marcell Jansen (l.) setzt sich im Kopfball-Duell gegen Amando Aust durch.

Marcell Jansen (l.) setzt sich im Kopfball-Duell gegen Amando Aust durch.

Foto: Bode / BGZ/Hanno Bode

Dassendorf. Auf verlorenem Posten stand HSV-Präsident Marcell Janssen im Spiel bei der TuS Dassendorf. Dafür glänzte er beim Autogrammeschreiben.

Dassendorf. Marcell Jansen war nach der Partie des Hamburger SV III bei der TuS Dassendorf ein gefragter Mann. Die meisten seiner Teamkameraden waren bereits in der Kabine, als der frühere Fußball-Nationalspieler (45 Einsätze) noch freundlich Autogramme gab und sich mit Zuschauern für Selfies in die heiße Nachmittagssonne stellte.

„So war er schon immer, seitdem er 2008 von den Bayern zum HSV gekommen ist“, schwärmte TuS-Abteilungsleiter Frank Flatau mit leuchtenden Augen, seines Zeichens glühender Fan des Zweitligisten. Jansens Geduld war wirklich bewundernswert, hatten die TuS-Verteidiger Amando Aust und Marcel Lenz den prominentesten Akteur der Oberliga zuvor doch zur Bedeutungslosigkeit degradiert. Und weil nicht nur die höherklassig erfahrenen Abwehrkanten ihren Aufgaben sehr fokussiert nachgingen, schickten die Hausherren Jansen und Co. mit einer 0:3-Pleite auf die Heimreise.

„Ein sehr ordentlicher Auftritt“

„Das war über 90 Minuten ein sehr ordentlicher Auftritt von uns“, freute sich Dassendorfs Coach Jean-Pierre Richter nach einer Partie, die seine Elf vor 284 Zuschauern zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle hatte. Trotz der hohen Temperaturen – das Thermometer zeigte am Sonnabendmittag am Wendelweg über 30 Grad an – waren die Gastgeber sehr lauffreudig und erspielten sich gegen einen tief stehenden Gegner bereits im torlosen ersten Abschnitt gute Gelegenheiten. Doch der Abschluss war bis zur Halbzeit das große Dassendorfer Manko.

Der HSV lief seinerseits zwar auch viel – jedoch überwiegend hinterher. Der eigene Spielaufbau des Aufsteigers sah zumeist so aus: ein paar riskante Querpässe vor dem eigenen Strafraum, dann „Langholz“ auf Jansen oder seinen Sturmpartner Max Scholz, die gegen Aust und Lenz im Luftduell fast immer den Kürzeren zogen. „Wir haben es nicht geschafft, die beiden in Szene zu setzen“, klagte Gäste-Coach Marcus Rabenhorst. Diese Art des „Agierens“, das eigentlich nur ein Reagieren war, kostete Kraft. Viel Kraft.

HSV III zum Schluss stehend k.o.

Denn spätestens nach dem Dassendorfer 1:0 durch den Mittelfeldstrategen Len Aike Strömer, der einen Pfostenschuss von Marcel von Walsleben-Schied über die Linie drückte (52.), war der Aufsteiger stehend k.o. Die Richter-Elf hatte danach bis auf eine kurze Schrecksekunde – Keeper Christian Gruhne klärte vor Scholz (64.) – keine große Mühe mehr, für die Entscheidung zu sorgen. Rinik Carolus erhöhte zunächst auf 2:0 (65.), bevor Sven Möller fünf Minuten vor Ultimo zum Endstand traf. Zu diesem Zeitpunkt war Jansen bereits ausgewechselt worden (70.). Richtig in Erscheinung trat der Ex-Profi und heutige HSV-Präsident erst nach dem Abpfiff – beim Autogrammeschreiben.
TuS: Gruhne (3); Lenz (2), Aust (2), Nogovic (3); Strömer (2), R. Carolus (3) ab 81. Garbers (-), Nägele (2), Dittrich (3) ab 81. Blohm (-), Maggio (2), Möller (2); von Walsleben-Schied (3) ab 70. Kurczynski (-).