Fußball-Landesliga

VfL Lohbrügge: Nicht schön, aber erfolgreich

Die Lohbrügger Domagoj Bozic (links) und Nikola Benkovic nehmen Michael Adjei-Bediako in die Zange.

Die Lohbrügger Domagoj Bozic (links) und Nikola Benkovic nehmen Michael Adjei-Bediako in die Zange.

Foto: Thomas Rokos / Thomas Rokos / BGZ

Lohbrügge. Die Lohbrügger treffen beim 4:2 in Billstedt erst in der zweiten Hälfte. Trainer Nikolic: „Müssen noch an vielen Sachen arbeiten.“

Billstedt. Trinkpause am Öjendorfer Weg. Augenblicke zuvor ist der VfL Lohbrügge im Auswärtsspiel bei Vorwärts-Wacker Billstedt mit 4:1 in Führung gegangen. Einige Akteure haben die Partie in der Fußball-Landesliga, in der noch 23 Minuten zu spielen sind, schon abgehakt und sind in Gedanken bereits ganz woanders. „Handy weg“, brüllt Elvis Nikolic, einer der beiden Lohbrügger Trainer. „Schon beim 2:0 habt ihr abgeschaltet“, mosert Nikolic. Doch so recht finden seine Worte kein Gehör. Die Lohbrügger sind nach der kurzen Unterbrechung nur noch im Verwaltungsmodus und können sich bei der Billstedter Abschlussschwäche bedanken, dass sie am Ende mit zwei Toren Vorsprung triumphieren – Endstand 4:2.

Klar, bei Vorwärts-Wacker muss man erst einmal gewinnen. Doch so richtig überzeugend war auch der vierte Lohbrügger Saisonsieg nicht. Das mag zum Teil an der brütenden Spätsommerhitze gelegen haben. Doch derart pomadig wie im tor- und praktisch ereignisarmen ersten Durchgang dürfen die Gäste nicht häufig auftreten, wollen sie, wie angepeilt, am Ende den Titel feiern. „Wir waren viel zu langsam und müssen in Ballbesitz exakter spielen“, sagte Nikolic.

Mert Akkus trifft zum 1:0

Nach dem Wechsel wird die Begegnung zwar nicht hochklassig, aber wenigstens gibt es jetzt Chancen. Hüben wie drüben. Den Auftakt macht Billstedts Michael Adjei-Bediako, der aus 22 Metern die Latte trifft (51.). Auf der anderen Seite macht es Mert Akkus besser. Mit Hilfe des Innenpfostens trifft der 18-Jährige zum Lohbrügger 1:0 (53.).

Je eine gute Chance für jedes Team später erhöht Akkus nach Zuspiel von Sandjar Ahmadi auf 2:0 (60.). Doch der Vorsprung hält nicht lange. Nach einem Freistoß von Michael Meyer köpft Mazlum Oruk unbedrängt aus kurzer Distanz ein (62.). Anschließend patzt Billstedts Keeper Leon Hoffmann. Er greift an einer harmlosen Hereingabe von Marcel Walter vorbei. Pascal Bäker staubt zum 3:1 ab (64.). Der VfL-Stürmer verwandelt auch einen an Stjepan Brkic verursachten Foulelfmeter zum 4:1 (67.).

Gedanklich bei den Smartphones?

Dann ist Trinkpause, und die Gäste sind gedanklich wohl entweder bei ihren Smartphones oder der weiteren Tagesplanung. Es spielt fast nur noch Billstedt. Michael Adjej-Bediako vergibt den Anschluss, als er in aussichtsreicher Position den Ball nicht trifft (73.). Mohamed Djebbi macht es besser. Er köpft zum 2:4 ein (77.). Und hätte nicht VfL-Torhüter Alen Brandic im Herauslaufen in höchster Not vor Djebbi geklärt, wäre es sogar noch einmal spannend geworden (82.). „Wir haben leider den Hang dazu, lässig zu werden“, moniert Nikolic, „wir müssen noch an vielen Sachen arbeiten.“ Etwa daran, wie man sich in einer Trinkpause verhält.

VfL: Brandic (2); Pallasch (5) ab 46. Brkic (2-3), Hamdan (2-3), Benkovic (3), Hoppe (5) ab 81. Santelmann (-); Ahmadi (4), Suntic (3-4) ab 75. Bozic (-), Saglam (3), Walter (4); Bäker (3-4), Akkus (3).