Fußball-Oberliga

SV Curslack-Neuengamme ohne Biss und Leidenschaft

Die Curslacker Oliver Franz (links) und Marco Schubring nehmen Sven Möller in die Zange.

Die Curslacker Oliver Franz (links) und Marco Schubring nehmen Sven Möller in die Zange.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Curslack. Der SVCN enttäuscht im Oberliga-Derby und unterliegt der TuS Dassendorf 2:5. Clubchef Helmke: „Das war gar nichts.“

Curslack Konsterniert saßen Manager Oliver Schubert und Vereinspräsident Hartmut Helmke Mitte der zweiten Hälfte des Fußball-Oberligaderbys ihres SV Curslack-Neuengamme gegen die TuS Dassendorf auf der Treppe des Sprecherhäuschens am Gramkowweg. Von dort oben in Höhe der Mittellinie hatten die beiden Funktionäre den perfekten Blick auf das Geschehen auf dem Kunstrasenplatz. Doch hinschauen mochten sie nicht mehr.

Dabei war es gar nicht einmal der 0:3-Rückstand, der die beiden Funktionäre so fassungslos machte. Es war die Art und Weise, wie sich der SVCN vor eigenem Publikum präsentierte. „Das war gar nichts. Da kommen 350 Zuschauer, und dann zeigst du so ein Spiel“, sagte Helmke später. „Da muss doch auch mal einer fliegen von Dassendorf“, ergänzte der Clubchef und sprach damit auf das viel zu zaghafte Zweikampfverhalten der Hausherren an.

„Ein Schatten unserer Selbst“

Ohne Biss und Leidenschaft gab es für die Curslacker gegen eine sehr starke TuS-Mannschaft nichts zu holen. Sie unterlagen mit 2:5. „Wir waren ein Schatten unserer Selbst. Das war Totentanz“, brachte SVCN-Co-Trainer Ingo Carstensen den blutleeren Auftritt der Vierländer auf den Punkt. Denn nach zuvor herzerfrischenden Vorstellungen, in denen Curslack durch tollen Offensiv-Fußball gefallen hatte, agierte das Team von Coach Matthias Wulff gegen den Hamburger Pokalsieger wie das Kaninchen vor der Schlange. „Das war oft nur Geleitschutz statt Zweikampf“, kritisierte der Übungsleiter.

Dassendorf hatte gegen passive, tiefstehende Curslacker (Co-Trainer Daniel Grosse: „Das war anders geplant und angesagt“) nahezu über die gesamte Distanz die Spielkontrolle. Weil der Gast seine Chancen zunächst aber nicht nutzte, wäre der SVCN nach einem seiner wenigen Entlastungsangriffe beinahe in Führung gegangen. Marco Schubring verfehlte nur um Zentimeter das Ziel (44.).

Len Aike Strömer bricht den Bann

Vier Minuten nach dem Seitenwechsel lag der Ball dann in dem Tor, in das „Schubi“ nicht getroffen hatte: Maximilian Dittrich flankte ungestört auf Len Aike Strömer, der am langen Pfosten per Kopf erfolgreich war. Nun ging es Schlag auf Schlag. Sven Möller per Abstauber (55.) und Dittrich mit einem feinen Solo (61.) erhöhten gegen konfuse Curslacker auf 3:0. Danach ließ das Team von Jean-Pierre Richter beste Chancen aus, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. Und so kam Curslack „wie durch ein Wunder“ (Wulff) auf 2:3 heran. Benjamin Bambur (78.) und Schubring (80.) profitierten dabei von Dassendorfer Abwehrnachlässigkeiten.

Plötzlich glänzten die zuvor so traurigen Augen von Manager Schubert. Auf einmal zeigten die Hausherren die Körpersprache, die es von Beginn an bedurfte hätte. Allerdings nur 180 Sekunden lang. Dann nahm ihnen Mattia Maggio mit dem 4:2 den Wind aus den Segeln. Jesper Garbers sorgte schließlich kurz vor Ultimo für den Endstand (90.+2). „Wir haben heute vieles richtig gemacht“, freute sich TuS-Coach Richter. Recht hatte er.

SVCN: Babuschkin (3); Beldzik (4), Spiewak (4), Franz (5), Wilhelm (5) ab 80. Brudler (-); Bannasch (3-4), Iscan (4-5) ab 61. Radic (-), Kühn (4-5), T. Lenz (5) ab 58. Schlufter (5), Bambur (4); Schubring (2-3).
TuS: Gruhne (3); M. Lenz (2) ab 69. Hinze (-), Aust (2), Tanovic (3-4); Nogovic (3), Strömer (2) ab 72. Kurczynski (-), R. Carolus (2-3), Nägele (2-3), Dittrich (2), Maggio (2) ab 87. Garbers (-); Möller (2).