Fussball-Oberliga

SVCN spielt 3:3 gegen Osdorf – Was für ein Spektakel!

Marco Schubring traf doppelt, doch wieder reichte es nicht zum Sieg.

Marco Schubring traf doppelt, doch wieder reichte es nicht zum Sieg.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Curslack. Zum 100-jährigen Vereinsjubiläum lieferte sich der SV Curslack-Neuengamme beim 3:3 einen spektakulären Schlagabtausch gegen Osdorf.

Curslack. Da saß Marco Schubring nun zwei Meter von der Ersatzbank seines SV Curslack-Neuengamme entfernt angelehnt an eine Werbebande einsam auf dem Boden und verstand die Welt nicht mehr. Der Angreifer des Fußball-Oberligisten hatte das Gesicht in seinen Händen vergraben und murmelte irgendetwas vor sich hin, nachdem er kurz zuvor bei seiner Auswechslung in der Partie gegen den TuS Osdorf (85.) seinen Frust noch an einer Wasserkiste ausgelassen hatte. Schubrings Zorn war sehr nachvollziehbar. Wie in jedem der bisherigen Pflichtspiele der Vierländer in dieser Serie hatte der 23-Jährige getroffen – diesmal gleich doppelt. Doch wie schon zum Saisonauftakt gegen Tornesch reichte eine 3:1-Führung den Vierländern nicht zum Sieg. Wieder endete die Partie 3:3. Der TuS Osdorf bleibt so in der Liga weiter ungeschlagen.

Spektakel mit Chancen in Hülle und Fülle

Doch dieses Remis fühlte sich aus Curslacker Sicht anders an als das enttäuschende Unentschieden in Tornesch. Waren ihm doch 90 Minuten vorausgegangen, die nur einen Begriff verdienten: „Spektakel“. Beide Teams duellierten sich mit offenem Visier und hatten jeweils Chancen in Hülle und Fülle. Als „sehr intensiv“ und mit zunehmender Dauer „immer wilder“ charakterisierte SVCN-Coach Matthias Wulff den offenen Schlagabtausch vor 174 Zuschauern, die immer wieder Szenenapplaus spendeten. Den zwei verlorenen Zählern trauerte der Trainer zwar nach, gab aber ehrlich zu: „Wenn man den gesamten Spielverlauf sieht, ist das ein gerechtes Ergebnis.“

1:0-Führung nach drei Minuten

In der Anfangsphase hatte es den Anschein, als ob die Hausherren mit den Osdorfern kurzen Prozess machen würden. Sie fegten förmlich über die Gäste hinweg, gingen bereits nach 180 Sekunden durch Schubring in Front. Päuschen gefällig? Nicht für das Wulff-Team! Weiter ging die wilde Fahrt. Die TuS-Akteure schienen teilweise nicht mehr zu wissen, wo hinten und vorne ist. Mit viel Fortune überstanden sie den weiteren Angriffswirbel. „Und dann kam ein Bruch bei uns im Spiel“, monierte SVCN-Präsident Hartmut Helmke. So ungefähr ab Minute 20 war dies der Fall. Osdorf riss das Zepter an sich, war überlegen und besaß Chancen – traf jedoch vorerst nicht.

SVCN-Abwehrschwäche bei hohen Bällen

Nach der Halbzeit schien es dann zwischen beiden Team so etwas wie ein stillschweigendes Abkommen zu geben, ab sofort doch auf Defensivarbeit zu verzichten. „Wer hat noch nicht, wer will nochmal?“, lautete das Motto. Zuerst wollte Gäste-“Joker“ Bryan Godts - das 1:1 (58.). Dann konnten Moritz Kühn (67.) und Schubring (72.) den verlockenden Angeboten zum Toreschießen nicht widerstehen. 3:1 hieß es 18 Minuten vor dem Ende – die perfekte Einstimmung für die Party am Abend zum 100-jährigen Vereinsjubiläum schien gesichert zu sein. Dann jedoch verteidigte der SVCN wie eine gerade neugegründete Mannschaft. Das Resultat waren zwei Gegentreffer, denen jeweils hohe Bälle vorausgingen. Jeremy Wachter (78.) und Godts (81.) verwerteten sie und sorgten so für den 3:3-Endstand in einem völlig verrückten Spiel, in dem beide Teams in der Schlussphase noch je einen Pfostenschuss zu verzeichnen hatten.
SVCN: Babuschkin (2); Beldzik (3-4), Spiewak (3) ab 68. Brudler (-), Franz (3), Wilhelm (3); Bannasch (3), Rogge (2), Iscan (2-3) ab 59. Bambur (4), Kühn (2), Mokhlis (3); Schubring (2) ab 85. Lenz (-).