TuS Dassendorf im DFB-Pokal

Zehn Gründe für eine Sensation: Mach’s noch einmal, Schiedi!

Einmal in Fahrt, ist Marcel von Walsleben-Schied kaum aufzuhalten.

Einmal in Fahrt, ist Marcel von Walsleben-Schied kaum aufzuhalten.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Dassendorf. Im DFB-Pokalspiel zwischen der TuS Dassendorf und Dynamo Dresden spricht fast alles für den Zweitligisten. Aber eben nur fast.

Dassendorf. Es ist angerichtet: Am heutigen Sonnabend um 15.30 Uhr spielt Fußball-Oberligist TuS Dassendorf in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Zweitliga-Schlusslicht Dynamo Dresden. Das „Heimspiel“ in der 520 Kilometer entfernten, 10.000 Zuschauer fassenden GGZ Arena von Zwickau wird sicher in die Vereinsgeschichte eingehen. Vielleicht auch sportlich. Lesen Sie zehn Gründe, warum es mit der Pokal-Sensation klappen könnte.

Grund 1: Schiedi

TuS-Stürmer Marcel von Walsleben-Schied fürchten sie in Dresden besonders, denn er hat schon mal gegen Dynamo getroffen: Am 18. Dezember 2011 musste Hansa Rostock in der 2. Bundesliga seine Partie gegen Dynamo Dresden vor leeren Rängen austragen, weil einige Rostocker Fans einen Monat zuvor gegen den FC St. Pauli Feuerwerkskörper in den Gäste-Block abgefeuert hatten. Das „Geisterspiel“ begann für Rostock verheißungsvoll: Nach nicht einmal einer Minute traf von Walsleben-Schied zum 1:0! Es ist das schnellste Tor des Angreifers in seiner bewegten Karriere. Die Partie endete 2:2. „An das Spiel erinnere ich mich noch genau. Das war schon besonders“, sagte der 36-Jährige, nachdem feststand, dass er nun mit Dassendorf im DFB-Pokals erneut auf Dresden treffen wird. Mach’s noch einmal, Schiedi!

Grund 2: Der „Frauen-Ball“

2018 übernahm Derbystar die Rechte von Adidas und stellt nun den Spielball in der 1. und
2. Bundesliga. Dassendorf kickt gern mit dem Adidas „Conext 19“, dem „Frauen-Ball“ („Bild“-Zeitung), der bei der Frauen-WM in Frankreich zum Einsatz kam. Im DFB-Pokal bestimmt der Gastgeber, also Dassendorf, das Spielgerät. Vorteil TuS!

Grund 3: Aller guten Dinge ...

… sind drei! Nach Unterhaching (0:5/2000) und dem MSV Duisburg (0:1/2018) sind die Dassendorfer einfach mal dran – zumindest mit einem Torerfolg im DFB-Pokal. Auch Dresden hatte bei der dritten Pokalteilnahme 1993/ 94 den größten Erfolg, kam damals bis ins Halbfinale.

Grund 4: Das Logo

Blau und Weiß sind die Farben der TuS Dassendorf. Sie stehen für Friede, Sehnsucht und Harmonie. Rot, Gelb und Schwarz dominieren Dresdens Logo. Rot steht für Aggression, Gelb für Neid und Schwarz für das Böse an sich.

Grund 5: Das Stadion

Die GGZ Arena des FSV Zwickau wurde 2016 im DFB-Pokal ausgerechnet gegen den HSV eingeweiht. Alen Halilovic traf zum 1:0 für die Nordlichter.

Grund 6: Der Reporter

Karsten Petrzika kommentiert das Spiel auf Sky. Der ist Handball-Spezialist. Und wo wird der beste Handball der Welt gespielt? In Schleswig-Holstein!

Grund 7: Die Quoten

Den 15,5-fachen Einsatz lobt Wettanbieter bwin im Falle eines Dassendorfer Sieges aus, das 18-Fache gibt es bei Tipico. Das ist niedriger als bei vielen anderen Amateurklubs in der ersten Runde.

Grund 8: Das Geld

Außerdem wäre es ja schade diese Einnahmen zu verpassen: 175.500 Euro hat Dassendorf für den Einzug in die 1. Runde sicher - Rekord! 351.000 Euro wären es in der 2. Runde und – wir schauen mal voraus – rund
3,5 Millionen im Finale.

Grund 9: Elfmeter

Die hat Dynamo Dresden in dieser Woche nicht trainiert. Das könnte sich rächen.

Grund 10: SV Rödingshausen

Gegen diesen sympathischen Regionalliga-Verein schied Dynamo Dresden im vergangenen Sommer in der ersten Pokalrunde aus. Trotz 1:0- und 2:1-Führung verloren sie mit 2:3 nach Verlängerung.