TuS Dassendorf nur 1:1

Trainer Jean-Pierre Richter: „Schwerfällig wie ein Panzer“

Frust bei TuS-Verteidiger Marcel Lenz (links) und Torwart Yannik Jonas nach dem 0:1.

Frust bei TuS-Verteidiger Marcel Lenz (links) und Torwart Yannik Jonas nach dem 0:1.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Dassendorf. Pascal Nägele verhinderte mit seinem Tor zum 1:1 einen kompletten Fehlstart des Pokalsiegers TuS Dassendorf in der Fußball-Oberliga.

Dassendorf.  Gut, Yannick“, hallte es unmittelbar nach dem Halbzeitpfiff der Oberliga-Partie zwischen dem Meiendorfer SV und der TuS Dassendorf von der Tribüne. Das Lob galt Gäste-Schlussmann Yannick Yonas. Und es kam aus dem Munde eines MSV-Anhängers, der die Leistung des 27-Jährigen an seiner vormaligen Wirkungsstätte völlig richtig einordnete. Yonas war im ersten Abschnitt bester Akteur des Hamburger Fußball-Pokalsiegers, der bis dahin auf ganzer Linie enttäuschte. Kurz vor der Pause bewahrte der Neuzugang die Dassendorfer mit einer Glanzparade gegen Martin Fedai vor dem 0:2-Rückstand (44.) und hatte so großen Anteil daran, dass der Titel-Mitfavorit nach 90 Minuten zumindest noch zu einem 1:1 kam.

Stammkeeper Gruhne nur auf der Bank

Der frühere Meiendorfer war der große Gewinner in einer Gäste-Elf, die „schwerfällig wie ein Panzer“ agierte, wie es Trainer Jean-Pierre Richter ausdrückte. Völlig überraschend hatte Yonas den Vorzug vor dem langjährigen Stammkeeper Christian Gruhne erhalten, der sein ungewohntes Reservistendasein äußerlich gelassen hinnahm. Der 28-Jährige war in der Vorbereitung wegen eines Urlaubs im Duell um die Nummer eins ins Hintertreffen geraten. Neben Gruhne saßen so prominente Namen wie Marcel von Walsleben-Schied, Kristof Kurczynski und Aleksandar Nogovic auf der Bank. Richter hatte angekündigt, nach Trainingsbeteiligung und Trainingsleistung aufzustellen und ließ seinen Worten Taten folgen.

Experiment: Möller als Mittelstürmer

Ebenso überraschend war die Maßnahme, den etatmäßigen Mittelfeld-Lenker Sven Möller in der 4-3-3-Formation als Mittelstürmer aufzustellen. So richtig wohl fühlte sich Hamburgs „Fußballer des Jahres“ in dieser Rolle nicht. Und von Dauer war sie auch nicht. Als Stürmer van Walsleben-Schied für den Gelb-Rot-gefährdeten Kerim Carolus eingewechselt wurde (31.), rückte Möller wieder auf seine angestammte Position, überzeugte aber auch dort nicht.

Dies traf in Hälfte eins auf alle TuS-Kreativspieler zu. Keine einzige Chance erspielten sich die Gäste. Der MSV war griffiger und spielfreudiger und führte durch einen Treffer von Paul Vinberg (43.) verdient mit 1:0.

Pascal Nägele trifft aus 20 Metern

Dem schwachen ersten Abschnitt ließ die Richter-Equipe einen bemühten zweiten Durchgang folgen. Sie war nun tonangebend, hatte aber zunächst Pech, dass der schwache Referee Luca Jürgensen (Eintracht Norderstedt) den Ball nach einem Fallrückzieher von von Walsleben-Schied nicht in vollem Umfang hinter der Linie sah (63.). Sieben Minuten später gab es bei einem 20-Meter-Schuss von Pascal Nägele dann keine zwei Meinungen – Tor! Kurz darauf zeigte Jürgensen nach einem Foul von Keeper Briant Alberti an von Walsleben-Schied auf den Elfmeterpunkt, doch MSV-Torwart Briant Alberti parierte den unplatzierten Schuss von Möller (76.).
TuS: Jonas (2); Lenz (3), Aust (4), Tanovic (3) ab 86. Nogovic (-), R. Carolus (3); K. Carolus (5) ab 31. von Walsleben-Schied (3), Dettmann (3), Strömer (4) ab 83. Kurczynski (-); Maggio (4), Nägele (3), Möller (3-4).