Fußball-Bezirksliga-Vorschau

Meister? Alle halten sich bedeckt

Jetzt geht es los: Die Spieler des SCVM sind heiß auf den Ligastart.

Jetzt geht es los: Die Spieler des SCVM sind heiß auf den Ligastart.

Foto: Volker Koch / BGZ -Volker Koch

Bergedorf. Nach dem Aufstieg von Oststeinbek und dem ASV Hamburg ist die Bezirksliga ausgeglichener. Einen Titelfavoriten gibt es nicht.

Bergedorf.  Am Wochenende beginnt die Punktspielsaison im Amateur-Fußball. Was sich in den Ligen und den Vereinen getan hat, stellen wir in dieser Woche vor. Heute geht es um die Bezirksliga.

Der ASV Hamburg und der Oststeinbeker SV, die sich in der vergangenen Serie ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hatten, sind beide aufgestiegen. Das Kräfteverhältnis an der Tabellenspitze wird neu durchmischt. Kurios ist, dass keine Mannschaft den Hut in den Ring wirft und seine Ansprüche auf die Meisterschaft offen formuliert.

Der letztjährige Dritte Ahrensburger TSV wird immer noch hoch gehandelt. Abzuwarten bleibt aber, wie Trainer Matthias Nagel den Umbruch meistert. Zehn Spieler sind weg, darunter Torjäger Serkan Dede (13 Treffer). Dessen Nachfolger soll Marco Vogler werden, der Hoisbüttel mit 37 Toren in die Bezirksliga schoss.

Alleine 18 Tore in einer Partie, wenn auch nur im Pokal bei einem Team aus der Kreisklase, erzielte jüngst der SV Börnsen. „Mir war wichtig, dass wir das 90 Minuten durchgezogen haben. Und dabei haben mir viele Spieler gefehlt“, hob Trainer Dennis Tesch hervor. Der SVB hat nicht nur die Stammelf zusammengehalten, sondern auch Verstärkungen dazubekommen. Allen voran Patrik Papke von Oberligist SVCN. „Ich will besser abschneiden als zuletzt“, sagt Trainer Dennis Tesch.

Eine gute Rolle ist Aufsteiger MSV Hamburg um den herausragenden Dieter Forkert (36 Tore im Kreisliga-Meisterjahr) zuzutrauen. Trainer Markus Puder spricht vorsichtig von einem einstelligen Platz. Das kann von Rang eins bis neun alles sein.

Die Hamburger Turnerschaft von 1816, gemeinhin bekannt als HT 16, hat seinen Kader nach dem Aufstieg mächtig verstärkt – bestimmt nicht ohne Ambitionen. Neu dabei sind die oberliga-erfahrenen Andreas Goldgraebe und Cem Cetinkaya, aber auch Verteidiger Mika Dittler von der TSV Reinbek.

Allein vier Akteure von Landesligist SV Altengamme haben sich dem ETSV Hamburg angeschlossen. Insgesamt muss Neu-Coach Erdinc „Schoko“ Özer aus zwölf Neuen und den Gebliebenen eine schlagkräftige Einheit formen. Das klappte in der Vorbereitung noch nicht so gut. Von der individuellen Klasse gehören die „Eisenbahner“ aber ins obere Tabellendrittel.

Dort landete zuletzt der SC Wentorf mit Platz vier. Coach Slavec Rogowski hat sein junges Überraschungsteam, das vor allem durch eine tolle Fitness überzeugt, zusammengehalten. Ob es bei der Konkurrenz erneut so hoch hinausgeht, bleibt abzuwarten, wäre allerdings keine Sensation.

Besser als zuletzt wollen auch der ASV Bergedorf 85 und der TSV Glinde abschneiden. Die Bergedorfer schielen zumindest mittelfristig auf die Landesliga. „Wir haben ein paar ganz gute Einzelfußballer dabei und können in der Liga jeden schlagen“, sagt der Sportliche Leiter Jörg Franke.

Die Glinder haben mit Stürmer Dustin Siegmund von Landesligist SVNA einen Topstürmer für die Bezirksliga dazubekommen. 34 Tore erzielte er in den vergangenen beiden Spielzeiten. Coach Sören Deutsch möchte gern in die Top fünf. Dafür muss sich der TSV in der Abwehr (zuletzt 60 Gegentore) verbessern.

Erst dank mehrerer glücklicher Fügungen (Aufstieg Altona, Rückzug Buxtehude) ist der FSV Geesthacht überhaupt als sechstbester Kreisliga-Vizemeister aufgestiegen. Dass die Elbestädter bezirksliga-tauglich sind, haben sie zuletzt durch den Sieg im Pokal gegen Staffelkonkurrent ETSV gezeigt. Für eine ungefährdete Saison sollte es allemal reichen, auch wenn mehrere Spieler zu Saisonbeginn noch im Urlaub sind.

Ein Platz im gesicherten Mittelfeld der Tabelle ist auch dem SC Eilbek zuzutrauen, selbst wenn der Verein ohne Grandplatz seinen Heimnimbus an der Fichtestraße verloren hat. Der Barsbütteler SV scheint auch ohne Routinier Andre Tschichholz (zu Voran Ohe) stark genug, um mindestens drei Teams hinter sich lassen zu können.

Letzteres ist dem SC Schwarzenbek eigentlich zu wenig. „Die letzte Saison war sehr enttäuschend“, sagt Trainer Sven Reinke. Damit zielt er nicht so sehr auf die Platzierung (Rang zwölf) ab, als vielmehr auf einige uninspirierte Auftritte wie gegen Ahrensburg (1:8) oder in Eilbek (2:8). In dem Team soll die Erkenntnis reifen, dass das Gewinnen Spaß macht. Mehr als der erneute Klassenerhalt ist jedoch erneut nicht drin.

Nicht absteigen, das ist auch das vorrangige Ziel des SC Vier- und Marschlande. Nachdem Vorgänger Olaf Poschmann dreimal den Aufstieg verpasste, gibt es unter Nachfolger Thorsten Beyer nun einen radikalen Schnitt. Mit vielen jungen Spielern und nur wenig älteren wäre mehr als der Klassenerhalt vermessen.

Konkurrenten im Abstiegskampf sind der Farmsener TV, der TSV Wandsetal und Landesliga-Absteiger Elazig Spor. Die Farmsener sind zuletzt aus der Kreisklasse durchmarschiert. Beim TSV Wandsetal kommen alle Neuen aus der eigenen Jugend. Zudem sind die Trainingsmöglichkeiten zumindest bis zum Jahresende eingeschränkt. Der Club aus Hinschenfelde erhält einen Kunstrasenplatz. Und, zu guter Letzt, ist Elazig Spor eine absolute Wundertüte. Das 2:3 im Pokal bei Kreisligist FC Bergedorf dürfte ein Fingerzeig gewesen sein.