70-Jahr-Feier

Ausnahmetalent von Knebel kommt zum Jubiläumsspiel nach Ohe

Pokalfinale 2019: Johann von Knebel (rechts) im Zweikampf mit Dassendorfs Marcel Lenz.

Pokalfinale 2019: Johann von Knebel (rechts) im Zweikampf mit Dassendorfs Marcel Lenz.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Ohe. Der FC Voran Ohe feiert am Sonnabend sein 70-jähriges Bestehen. Höhepunkt des Programms ist ein Spiel gegen Eintracht Norderstedt.

Ohe.  Wenn man den 1,85-Meter-Mann Johann von Knebel heute sieht, wie er sich wuchtig im Zweikampf behauptet, dann erscheint es kaum noch vorstellbar, dass genau dies früher mal sein Manko war. Im Januar 2009 kam er mit elfeinhalb Jahren zum ETSV Hamburg. Zuvor hatte er beim SC Wentorf kaum gespielt. Auch ETSV-Coach Christopher Leitlof wusste nicht so recht, was er mit dem Neuzugang anfangen sollte. „Er hatte schon damals spielerische Fähigkeiten, die den Unterschied ausmachen“, erinnert sich Leitlof, „aber er war etwas kleiner als die anderen und hatte es daher schwer.“

Dem Traum vom Profifußball ganz nah

Dennoch sollte es für das aufstrebende Talent eine goldene Entscheidung gewesen sein, zu den „Eisenbahnern“ zu wechseln. Achteinhalb Jahre lang durchlief von Knebel unter Coach Leitlof sämtliche Jugendteams, rückte in die 1. Herren auf, und legte dann einen rasanten Aufstieg hin: 2017 wechselte er zum Landesligisten Voran Ohe und wurde im vergangenen Sommer vom Regionalligisten Eintracht Norderstedt verpflichtet. „Als kleiner Junge war es immer mein Traum, Profi zu werden, und jetzt bin ich dem so nahe wie niemals zuvor“, staunt der mittlerweile 21-Jährige.

Rückkehr an den Amselstieg

Anlässlich der 70-Jahr-Feier des FC Voran Ohe ist von Knebel am heutigen Sonnabend zurück an alter Wirkungsstätte am Amselstieg. Im Topspiel des Tages kickt er um 15 Uhr mit den Norderstedtern gegen seine alten Jungs. „Ich freue mich darauf, sie alle wiederzusehen“, betont er, „ich habe in der vergangenen Saison schon fünf, sechs Partien von Ohe live gesehen. Die Atmosphäre in der Mannschaft ist immer cool. Vor allem mit Daniel Walek und Timo Bressel habe ich noch guten Kontakt.“

Regionalliga? „Vom Kopf her was ganz anderes“

Dass dem Sportmanagement-Studenten sein rasanter Aufstieg zu Kopf steigen könnte, diese Angst braucht niemand zu haben. „Das Studium geht vor“, stellt er klar. Doch er weiß zu schätzen, was er in Norderstedt erreicht hat, wo er nach einigen Kurzeinsätzen schnell zum Stammspieler avancierte. „Ich musste mich nicht nur an das höhere Tempo und die Körperlichkeit in dieser Liga gewöhnen“, schildert von Knebel, „auch vom Kopf her muss man ganz anders mitdenken. Aber das ist Gewöhnungssache.“ Ein bisschen was von dieser fußballerischen Klasse will die Eintracht heute zeigen.