BFSV Atlantik 97

Die Iwanows sind die Daltons aus Neuallermöhe

Seltenheitswert: Bei Fußball-Kreisligist Atlantik 97 spielen drei Brüder in einer Mannschaft, Willi (hinten links), Erich (vorn) und Arno.

Seltenheitswert: Bei Fußball-Kreisligist Atlantik 97 spielen drei Brüder in einer Mannschaft, Willi (hinten links), Erich (vorn) und Arno.

Foto: Dirk Schulz

Neuallermöhe. Bei Fußball-Kreisligist Atlantik spielen drei Brüder: Erich, Willi und Arno Iwanow. Nur der älteste und kleinste ziert sich noch.

Neuallermöhe. Gewisse Vergleiche mit den Dalton-Brüdern aus der Comic-Reihe „Lucky Luke“ sind bei den Iwanows aus Neuallermöhe nicht von der Hand zu weisen. „Je jünger der Iwanow, desto größer ist er“, hat Vitali Rommel festgestellt. Für die Gegenspieler des Cowboys, der schneller als sein Schatten zieht, gilt das Gleiche.

Rommel ist 1. Vorsitzender des BFSV Atlantik 97 und beim Fußball-Kreisligisten Mannschaftskollege der Brüder Iwanow. Neuerdings sind es derer drei. Zu Erich (26) und Willi (24) gesellt sich seit dieser Spielzeit auch Arno. Der 17-Jährige ist knapp zwei Meter groß und überflügelt damit seine älteren Geschwister.

„Bisher habe ich immer nur bei ihren Spielen zugeguckt“, erinnert sich der jüngste Iwanow. Doch jetzt ist er alt genug und gehört fortan zum Kader des Meisterschaftsanwärters, obwohl er zuvor nie im Verein aktiv war. „Er ist trickreich und stark im Eins-gegen-eins“, weiß Willi Iwanow.

Ein Drittel der Tore geschossen

Er und Bruder Erich, mit 1,83 Metern der kleinste der Drei, sind feste Größen im Team und eigentlich unverzichtbar. In der vergangenen Saison erzielten sie ein Drittel aller Tore des Vorjahresvierten. Stürmer Willi führte das interne Ranking mit 20 Toren an, Kapitän Erich steuerte als rechter Verteidiger oder Mittelfeldspieler starke zehn Treffer bei. Auch im Test beim SCVM (3:3) erzielten sie alle drei Tore ihres Teams.

An Sonntagen kommt es dennoch häufiger vor, dass sie in der Aufstellung fehlen. Die aus Kasachstan stammenden Iwanows – das sind die Eltern und zehn Geschwister – sind gläubige evangelische Christen. „Die Kirche hat Vorrang“, betont Erich Iwanow.

In der Mannschaft haben sie dies von Anfang an kommuniziert. „Schade, dass ihr nicht da wart. Mit euch hätten wir gewonnen“, hören sie trotzdem häufiger. Aber Ausnahmen macht Erich nur selten, wenn Not am Mann ist. Willi drückt da schon häufiger ein Auge zu.

Zum Verteidiger umfunktioniert

Der 24-Jährige hätte auch zwei Klassen höher in die Landesliga zum SV Nettelnburg/Allermöhe wechseln können. Doch der kopfballstarke Schlaks entschied sich, weiter mit den Brüdern zu kicken. Trotz seiner Torgefährlichkeit will ihn der neue Trainer Alexander Schreiber übrigens zum Innenverteidiger umschulen. „Da spiele ich auch am liebsten“, ist es Willi Iwanow recht.

Vielleicht hilft er in der neuen Saison ja mit, der zuletzt wackligen Abwehr (54 Gegentore in der Saison 2018/19) mehr Stabilität zu verleihen. Das ist auch nötig, wenn endlich der Aufstieg in die Bezirksliga gelingen soll. „Die Meisterschaft muss drin sein“, ist Erich Iwanow zuversichtlich.

Weniger optimistisch gestimmt ist er derweil, dass die Drei auch noch ihren letzten Bruder, Martin (28), überzeugen können, bei Atlantik einzusteigen. „Der hat Knieprobleme und drei Kinder. Aber eigentlich ist er der beste Iwanow“, sagt Bruder Erich. Und der kleinste ist der Älteste natürlich auch – ganz wie bei den Daltons.