36 Grad im Schatten!

Ein Königreich für eine Abkühlung beim Hachede-Triathlon

Alexander Studt ( Tri Sport Lübeck ) freut sich über eine Abkühlung.

Alexander Studt ( Tri Sport Lübeck ) freut sich über eine Abkühlung.

Foto: Thomas Rokos / Thomas Rokos / BGZ

Geesthacht. 400 Sportler trotzten beim 12. Hachede-Triathlon in Geesthacht der Hitze. Nur einer verschmähte an den Wasserständen das kühle Nass.

Geesthacht.  Fast unbemerkt erreichte Victoria Taubert gestern in der größten Mittagshitze als Siegerin der Frauenwertung das Ziel beim 12. Hachede-Triathlon. Kein Jubel, kein Zeichen des Triumphs, nur stille Zufriedenheit darüber, dass sie gerade auf der Breitensport-Distanz (500 Meter Schwimmen, 20,4 Kilometer Radfahren, fünf Kilometer Laufen) in 1:12:43 Stunden die Schnellste gewesen war. Niemand konnte ahnen, welches persönliche Drama damit sein Happy End gefunden hatte.

Sieg drei Wochen nach Autounfall

Drei Wochen ist es her, dass die 30-Jährige beim Rad-Training von einem Auto erfasst und schwer verletzt wurde. „Ich hatte ein Schädel-Hirn-Trauma, und das eine Bein war total kaputt“, schildert sie. Von einer Sekunde auf die andere musste die Lehrerin an der Alfred-Nobel-Schule in Geesthacht ihren Traum vom Ironman in Roth begraben. Doch sie kämpfte sich zurück. „Nach zweimal Training habe ich mich zwei Tage vor dem Hachede-Triathlon noch schnell angemeldet. Nun bin ich total happy, dass es wieder geht“, freute sich Taubert. Und der Ironman? „Da starte ich nächstes Jahr.“

Breitensportler mussten in Mittagshitze ran

Rund 400 Aktive waren gestern bei brütender Hitze von bis zu 36 Grad im Schatten am Start. Da war es für viele schon der größte Triumph, überhaupt das Ziel zu erreichen. Insbesondere bei den „Jedermännern“, die erst mittags auf die Strecke geschickt wurden. Klug beraten war, wer den persönlichen Ehrgeiz zurückstellte und auf der Laufstrecke auch mal Gehpausen einlegte. So wie Anja Stark aus Kröppelshagen, die so den zweiten Triathlon ihres Lebens in 1:33:30 Stunden glücklich beendete. Das Besondere dabei: Die 40-Jährige ist keine Einzelkämpferin, sondern startete gemeinsam mit ihrem Mann Jöran (1:15:43) und ihrem 16-jährigen Sohn Paul (1:23:19). Triathlon als Familien-Hobby mit Labrador „Rocky“ als Taktgeber beim Lauftraining. „Aber bei dieser Hitze liegt der ja nur schlapp auf den Fliesen“, amüsiert sich Jöran Stark, der sich im kommenden Jahr an einem Ironman versuchen will. Am Hachede-Triathlon schätzt der 40-Jährige die familiäre Atmosphäre. „Gerade beim Schwimmen ist hier nicht so ein Haifischbecken wie zum Beispiel beim Hamburg Triathlon“, betont er. Die gelungene Dreifach-Vorstellung in Geesthacht feierte Familie Stark stilecht „mit einem Eis von McDonalds“.

Wasser marsch an der Laufstrecke

Abkühlung tat Not. Egal ob jemand beim Schnupper-Triathlon (0,25 km Schwimmen, 10,5 km Radfahren, 2,5 km Laufen), beim Sprint- und Staffelwettbewerb (0,5 – 20,4 – 5), dem Breitensport-Triathlon (0,5 – 20,4 – 5) oder gar über die olympische Distanz (1,5 – 41 – 10) am Start war, jeder Tropfen Wasser war willkommen. Eingangs des Start- und Zielbereichs hatten die Veranstalter einen zusätzlichen Stand aufgebaut, wo die Läufer mit einem Wasserschlauch abgespritzt wurden. „Das war echt angenehm“, lobte Lena Schott vom Landesliga-Team des TSV Bargteheide. „Man muss einfach nur genug trinken“, betont der Geesthachter Ulrich Wagner, der auf der olympischen Distanz in 3:14:33 Stunden so lange der Hitze ausgesetzt war wie kaum ein anderer und nach vollbrachter Tat von seiner Frau Rebecca Roth im Ziel mit einem Handyfoto empfangen wurde. Sie selbst hatte die rechtzeitige Anmeldung verpasst. „So richtig traurig bin ich angesichts der Hitze nicht darüber“, schmunzelt sie.

Nur einer trank lieber nichts

Nur einer verschmähte das kühle Nass. „Ich trinke im Wettkampf nie“, betonte Mathias Krull, Sieger des Breitensport-Triathlons (1:02:13 Stunden) aus Hamburg-Großflottbek. „Ich schütte mir das Wasser nur über den Kopf. Bei Puls 185 verschlucke ich mich sonst nur.“ Doch das lässt sich ja nachholen. „Zu Hause gibt’s Champagner!“, schloss Krull.