Tischtennis

TSV Schwarzenbek: Vom Abiball zum deutschen Meistertitel

Deutscher Jugend-Mannschaftsmeister der U18-Mädchen (von links) : Monique Weber, Michelle Weber, Chiara Steenbuck, Teamkapitän Oliver Zummach, Philine Carl, Julia Gehring, Merle König und Karina Pankunin.

Deutscher Jugend-Mannschaftsmeister der U18-Mädchen (von links) : Monique Weber, Michelle Weber, Chiara Steenbuck, Teamkapitän Oliver Zummach, Philine Carl, Julia Gehring, Merle König und Karina Pankunin.

Foto: TSV Schwarzenbek

Schwarzenbek. Die Tischtennis-U18-Mädchen des TSV Schwarzenbek sind deutscher Meister. Dank eines Teamgeists, der seinesgleichen sucht.

Schwarzenbek.  Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Und da finden sich auch ein paar fahrbereite Eltern. Am vergangenen Sonnabend feierten Philine Carl und Julia Gehring ihren Abiball. Bis Mitternacht drehten die beiden Tischtennis-Talente vom TSV Schwarzenbek ihre Kringel auf der Tanzfläche. Dann ging es ins elterliche Auto und ab durch die Mitte Richtung Weiterstadt (bei Darmstadt), wo die deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaften ausgetragen wurden. „Philine und Julia haben im Auto geschlafen, kamen morgens um halb sechs bei uns an, konnten dann noch für eine halbe Stunde ins Bett, bevor es Frühstück gab und zum Wettkampf in die Halle ging“, schilderte Teamkapitän Oliver Zummach den Kraftakt.

Eine echte Mannschaft

Es sollte sich lohnen: Nach einer mit drei Siegen souverän überstandenen Vorrunde setzten sich die Schwarzenbekerinnen im Halbfinale mit 6:2 gegen den DJK Blau-Weiß Annen (ein Stadtteil von Witten) durch und besiegten im Finale den TTC Mühlheim-Urmitz mit 6:3. Herausragend dabei waren Karina Pankunin und Michelle Weber, die im gesamten Turnier alle ihre Spiele – Einzel wie Doppel – gewannen. Weiterhin gehören Chiara Steenbuck, Merle König, Monique Weber sowie die beiden Abi­ball-Tänzerinnen Philine Carl und Julia Gehring, zum erfolgreichen Team. Alle kamen zum Einsatz. „Das ist eine echte Mannschaft, wo es jede der anderen gönnt, wenn sie mal an ihrer Stelle spielt“, verrät Zummach das Schwarzenbeker Erfolgsgeheimnis, „die Spielerinnen verstehen sich so glänzend, dass man praktisch jede mit jeder im Doppel an die Platte schicken kann.“

Sieg gegen die Angstgegnerin

Für die Tischtennis-Abteilung des TSV Schwarzenbek war es der fünfte deutsche Meistertitel im Schüler- und Jugendbereich in zehn Jahren. Pankunin, Steenbuck, Michelle Weber, Carl und Gehring waren vor zwei Jahren schon deutsche Mannschafts-Meisterinnen der Schülerinnen geworden. Damals entschied in einem dramatischen Duell ein einziger gewonnener Ball zu ihren Gunsten. Dass es diesmal sehr viel deutlicher ausfiel, lag nicht nur daran, dass Karina Pankunin und Michelle Weber alles weghauten, was ihnen vor den Schläger kam, sondern auch daran, dass die anderen Teammitglieder ebenfalls ihre großen Momente hatten. Nehmen wir zum Beispiel Chiara Steenbuck, die in Weiterstadt im oberen Paarkreuz eine schwere Zeit durchlebte. Sie verlor ihre vier ersten Einzel allesamt. Als es dann aber im dritten Vorrundenspiel gegen den stärksten Konkurrenten DJK Offenburg ging, rang sie Luisa Leser in vier Sätzen nieder. Und da Karina Pankunin ihre Angstgegnerin Jana Kirner, gegen die sie noch nie gewonnen hatte, in einem dramatischen Fünf-Satz-Duell bezwang, war das, was leicht eine 4:5-Niederlage hätte sein können, plötzlich ein 6:3-Sieg geworden. Somit waren die TSV-Mädchen Gruppensieger, und der Weg ins Finale war entsprechend leichter.

Früher Meister als gedacht

Und die Abiball-Tänzerinnen? Die gewannen im Finale jeweils einen Satz – Carl im Doppel, Gehring im Einzel – und trugen so dazu bei, dass rechnerisch schon vor den beiden Schluss-Einzeln nichts mehr anbrennen konnte. „Das haben die Mädels aber gar nicht gemerkt, und ich habe es ihnen auch nicht gesagt“, grinste Zummach, der somit schon 40 Minuten früher als sein Team wusste, dass es etwas zu feiern geben würde.